<< Budde, Gerhard
Buddenbrock, Wilhelm Dietrich von >>
Budde, Karl Ferdinand Reinhard
evangelischer Theologe,
* 13.4.1850 Bensberg bei Köln,
† 29.1.1935 Marburg/Lahn.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Wilhelm (1813–86),
Dr. phil., Oberlehrer am Kadettenhaus zu Bensberg,
S des Pfarrers und Konsistorialrats Wilhelm in Dortmund und Düsseldorf und der Pfarrers-
T Sophia Eichelberg aus Unna;
M Ottilie (1818–86),
T des Wegebau-Inspektors Detlef Sack in Holzhausen/Porta und der Pfarrers-
T Sophia Trippier aus Unna;
B Otto (1848–1909), Mitglied des Direktoriums der Friedrich Krupp
AG, übernahm 1893 das
sog. „Kanonenressort“, Hermann (1851–1906), preußischer Generaldirektor der deutschen Waffen- und Munitionsfabriken, 1902 Minister für öffentliche Arbeiten, verdienter Chef des Reichsamts für die Verwaltung der Reichsbahn;
⚭ Bonn 1885 Helene (1863–1919),
T des Professors der Physik
Rud. Clausius (1822–88) in Bonn; 4
S, 2
T.
Leben ↑
Budde studierte von 1867 an in Bonn, Berlin und Utrecht Theologie und Philologie. Ein nahes Verhältnis zu dem Bonner Alttestamentier A. Kamphausen vom Beginn seines Studiums an war entscheidend für sein Leben. 1873 in Bonn habilitiert und 1879 zum außerordentlichen Professor ernannt, war er 1873-89 gleichzeitig Lehrer für Deutsch, Geschichte und Religion an einer Höheren Töchterschule. Als einer der hervorragendsten Vertreter der von A. Kuenen und J. Wellhausen bestimmten historisch-kritischen Richtung wirkte er als ordentlicher Professor seit 1889 in Straßburg, 1900-21 in Marburg. Buddes Hauptbedeutung liegt in seinen exegetischen Untersuchungen, in denen er mit allen Mitteln historisch-kritischer Philologie arbeitete (
u. a. Kommentare zu Richter, Samuelis, Jesaja 40-66, Hiob, Hoheslied, Klagelieder, Prediger), und in seinen scharfsinnigen literarischen Analysen. Seine Auffassung der israelitischen Religionsgeschichte - 1898 auf einer großen Vortragsreise in den Vereinigten Staaten vorgetragen - ist stark vom Entwicklungsgedanken bestimmt. Budde hat sich auch als Hymnologe und als hervorragender Kenner Ludwig Richters einen Namen gemacht. Seine große Sammlung der Werke Richters befindet sich seit 1907 im Museum Folkwang in Essen. -
D. theol. h. c. (1883) und
Dr. phil. h. c. (1922) Gießen, Ehrenmitglied der amerikanischen Society of Biblical Literature and Exegesis und der englischen Society for Old Testament Study.
Werke ↑
Weitere W Die
Bibl. Urgesch., 1883; Die Religion d. Volkes Israel bis
z. Verbannung, 1900,
31912 unter d. Titel Die altisr. Religion; L. Richters Volkskunst, 1909,
21910; A. L. Richter, Maler u. Radierer,
Verz. seines gesamten graph. Werkes
v. J. F. Hoff,
v. Grund aus neu gearb.,
21922; Das alte
Dt. Weihnachtslied, 1924;
autobiogr.: Die Taube, in: Sacksches Fam.
Bl. 44, 1930;
Verz. in; Beih.
z. Zs. f. d. alttest.
Wiss. 54, 1930
(P),
Erg. in:
Zs. f. d. alttest.
Wiss. 53, 1935, S. 286-89.
Literatur ↑
O. Eißfeldt, in:
FF 11, 1935, S. 91 f.;
T. H. Robinson, in: Expository Times 46, 1934/35, S. 298 ff.;
W. Baumgartner, in:
NZZ, 1935;
W. Hoffmann, in:
Christl. Welt 49, 1935,
Sp. 310 ff.;
E. Balla, in:
Mitt. d. Univ.bundes Marburg 1935, S. 18 f.;
Journal of Biblical
Lit. 55, 1936, S. II f.;
PRE;
RGG. - Zu
Otto: Stahl u. Eisen, 1910, I, S. 57
(P);
zu Herm.:
Zs. d.
Ver. dt. Eisenbahnverwaltungen, 1902 u. 1906;
Jb. d. Schiffbautechn.
Ges. 8, 1907, S. 65;
H. V.
B., Aufzeichnungen u. Erinnerungsbll.,1916;
A. Lom
|berg, in: Berg. Männer, 1921, S. 49-51
(L);
BJ XI (u. Totenliste 1906,
L.)Portraits ↑
Radierung
v. H. Kätelhön (
Mus. Folkwang Ensen)
Autor ↑
Ernst WürthweinEmpfohlene Zitierweise ↑
Würthwein, Ernst, „Budde, Karl Ferdinand Reinhard“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
714-715
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118667904.html
Budde, Karl
Name: Budde, Karl
Namensvariante: Budde, Karl Ferdinand Reinhard
Lebensdaten: 1850 bis 1935
Geburtsort: Bensberg bei Köln
Sterbeort: Marburg/Lahn
Beruf/Lebensstellung: evangelischer Theologe
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Würthwein, ErnstPND: 118667904