Lebensdaten
1837 – 1888
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Nationalökonom ; Statistiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 120126303 | OGND | VIAF: 72216498
Namensvarianten
  • Neumann von Spallart, Franz Xaver
  • Neumann-Spallart, Franz Xaver von
  • Neumann Spallart, Franz Xaver von
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Neumann von Spallart, Franz Xaver, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120126303.html [29.03.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Josef (1797–1880, 1874 Rr. N. v. S.) aus Tschernowitz (Mähren), kaiserl. Rat, Hof- u. Gerichtsadvokat, Dr. iur., Prof. f. Handels- u. Wechselrecht am Theresianums in W. (s. ÖBL), S d. Josef N., Gutspächter in Wischenau (Mähren);
    M Elise Marie Anna (1799–1879), T d. Robert Edler v. Spallart ( 1808);
    B Robert (1825–80, 1854 Rr. v. N.-Ettenreich), k. k. Major (s. Wurzbach), Aemilian (1829–1901), Fabrikbes. in Oberweis b. Gmunden u. Gutsbes., Julius (1831–96), k. u. k. Gen. (s. ÖBL), Schw Marie (1826–92, Karl Rr. Schwabe v. Waisenfreund, 1827–75, österr. Adel 1846, Ministerialrat im k. k. Finanzministerium, s. ADB 33);
    Wien 1871 Gabriele (* 1851), aus Dresden, T d. RA Dr. iur. N. N. Benedikt v. Mautenau;
    2 S, 1 T, u. a. Anatol (1872–1914 ⚔), Dr. phil., k. u. k. Offz.; Verwandter Gottfried (* 1915), Dr. techn., Dipl.-Ing., Architekt u. Bühnenbildner, Hon. Doz. d. TH Wien (s. Teichl).

  • Biographie

    N. studierte Rechts- u. Staatswissenschaften an der Univ. Wien, promovierte dort 1862 mit Auszeichnung und sammelte auf Studienreisen in England, Frankreich und Belgien praktische Erfahrungen. Schon als Student hatte er Abhandlungen in physikalischen und astronomischen Zeitschriften und in der „Allgemeinen Land- und Forstwirtschaftlichen Zeitung“ veröffentlicht. Auf Grund seines Vortrages „Landwirtschaft und Politik“ (1863) wurde er im folgenden Jahr als Nachfolger Adolf Wagners als Professor für Nationalökonomie an die Wiener Handelsakademie berufen. 1868 übernahm er eine Professur für Nationalökonomie an der k. k. Kriegsschule und 1871 eine ao. Professur für politische Ökonomie an der Univ. Wien. Ackerbauminister Johann Frhr. v. Chlumecky veranlaßte 1872 seinen Ruf als ao. und 1873 als o. Professor der Volkswirtschaftslehre und Statistik an die neugegründete Hochschule für Bodenkultur, deren Rektor er 1875/76 war. Daneben war er seit 1881 als Professor der Statistik an der Orientalischen Akademie sowie seit 1883 als Privatdozent und seit 1884 als Honorarprofessor für Statistik an der Univ. Wien tätig.

    N. vertrat in der Volkswirtschaftslehre und Statistik eine streng analytische Richtung. In zahlreichen Veröffentlichungen über die österr. Handelspolitik trat er als Agitator für den Freihandel auf; er zählte zu den Mitbegründern des „Vereines für volkswirtschaftlichen Fortschritt“ und war an den Vorarbeiten für die 1865 mit dem Deutschen Zollverein und Großbritannien abgeschlossenen Handelsverträge beteiligt. Seit 1867 wirkte N. als Mitglied der österr. Ausstellungskommission für die Pariser Weltausstellung und redigierte den sechsbändigen Ausstellungsbericht, für welchen er den Beitrag „Die Civilisation und der wirtschaftliche Fortschritt“ schrieb. 1869 nahm er als Regierungsdelegierter an der Eröffnung des Suezkanals teil und war Mitorganisator der Wiener Weltausstellung 1873. Am Kronprinzenwerk „Österr.-ungar. Monarchie in Wort und Bild“ (1888 ff.) beteiligte er sich als volkswirtschaftlicher Referent. Die Staatseisenbahngesellschaft berief ihn in ihren Verwaltungsrat. Seit 1871 war N. ao. Mitglied der k. k. Statistischen Central-Kommission und veröffentlichte mehrere wirtschaftsstatistische Untersuchungen, aber auch eine Analyse der Reichsratswahlen von 1879 in der Habsburgermonarchie. Wiederholt wurde er zu ausländischen Kongressen als Vertreter Österreichs entsandt. 1878 hielt er als Mitglied der internationalen statistischen Permanenzkommission in Paris das Referat über die Organisation der internationalen Argrarstatistik. Als Mitbegründer des Internationalen statistischen Institutes in London arbeitete er dessen Statuten aus und wurde später dessen zweiter Vizepräsident.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. zahlr. in- u. ausländ. Ges., u. a. d. Statistical Soc. (London) u. d. Ak. d. Wiss. zu St. Petersburg.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die österr. Handelspol. in d. Vergangenheit, Gegenwart u. Zukunft, 1864;
    Der landwirtschaftl. Credit, 1865;
    Das Verkehrswesen d. Welt, 1867;
    Volkswirtsch. u. Heerwesen, 1869;
    Die Kunst in d. Wirtsch., 1873;
    Volkswirtsch.lehre mit bes. Anwendung auf Heerwesen u. Mil.vfg., 1873;
    Die Ernten u. d. Wohlstand in Oesterr.-Ungarn, 1874;
    Die Reichsrathswahlen in Oesterr. v. J. 1879, 1880 (mit G. A. Schimmer);
    Uebersichten üb. Produktion u. Welthandel u. Verkehrsmittel, in: Behms, Geograph. Jb., Jg. 1870, 72, 74, 76, 78-84 (1878-80 u. d. T. Uebersichten üb. Produktion, Verkehr u. Handel in d. Weltwirthsch., 1880 ff. u. d. T. Uebersichten d. Weltwirthsch.;
    Österreichs maritime Entwicklung u. d. Hebung v. Triest, 1882;
    Aus d. Gebiete d. Social-Physiol., 1882.

  • Literatur

    Neue Freie Presse v. 19.4.1888;
    Cbl. f. d. gesamte Forstwesen 14, 1888, S. 248 ff.;
    Wiener landwirtschaftl. Ztg., 1882, S. 424 (P);
    Hdwb. d. Staatswiss. V, ²1900, VI, ³1910;
    100 J. Hochschule f. Bodenkultur, 1972, S. 71 u. 247;
    Gesch. u. Ergebnisse d. zentralen amtl. Statistik in Österr. 1829 bis 1979, 1979 (P);
    Genealog. Tb. (adelige Häuser Österr.), 1906/07, S. 339;
    Wurzbach;
    Palgraves' Dict. of Political Economy, 1925;
    Kosch, Kath. Dtld.;
    ÖBL. -
    Adelsakt im Österr. StA.

  • Autor/in

    Gustav Otruba
  • Zitierweise

    Otruba, Gustav, "Neumann von Spallart, Franz Xaver" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 144-145 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120126303.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA