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Althann. >>
Althamer (auch Althammer, Brentzius, Gundelfingius, Palaeosphyra), Andreas
Reformator und Humanist,
* um 1500 Brenz (Kreis Heidenheim),
† um 1539 wohl Ansbach.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
⚭ 1) Schwäbisch Gmünd, 2) Ansbach 1536 Maria Cleopha,
T des Schreiners Leonhard Brand; dieselbe heiratete 1539 Thomas Wild von Schnaittach in Ansbach.
Leben ↑
Dem Kind armer Bauersleute ermöglichte der Oheim Priester Johann Kürschner das Studium zuerst in Augsburg, dann 1515-18 und 1519-25 in Leipzig, 1518 in Tübingen. Seine Neigung gehörte humanistischen, besonders historischen Studien. Nach kurzer Tätigkeit an der Marienschule in Halle an der Saale war er Helfer in Reutlingen und Schwäbisch Gmünd. Als Führer der evangelisch Gesinnten mußte er 1525 fliehen. In Wittenberg wurde Luther bestimmend für ihn. 1527 ernannte ihn der Rat zu Nürnberg zum Nachfolger des wegen Verdachts der Wiedertäuferei hingerichteten Pfarrers Wolfgang Vogel von Eltersdorf. 1528 wurde er Kaplan von
St. Sebald und nahm im Februar am Berner Religionsgespräch teil. Im Sommer berief ihn Markgraf Georg auf die Stadtpfarrei Ansbach. Gemeinsam mit J. Rurer förderte er eifrig die Neugestaltung des evangelischen Kirchenwesens in der Markgrafschaft Brandenburg, zunächst durch Teilnahme am Tage von Schwabach und Durchführung der daselbst beschlossenen Kirchenvisitation, dann durch Förderung des Schulwesens und Herausgabe des ersten, „Katechismus“ benannten, Lehrbüchleins und schließlich durch Mitarbeit an der Brandenburg-Nürnbergischen Kirchenordnung 1533. Er führte 1537 in der Neumark die Reformation durch. Althamer verfaßte zahlreiche theologische Schriften (diallage) und gab einen Kommentar zur Germania des Tacitus heraus (1529).
Werke ↑
Verz. bei G.
A. Will, Nürnberg. Gelehrten-
Lex. I, Nürnberg u. Altdorf 1755, S. 23, Forts,
v. Ch. C. Nopitsch V, 1802, S. 26 f., VIII, 1808, S. 442;
die v. P. D. Longolius, Sichere
Nachrr. v. Brandenburg-Culmbach IV, 1757, S. 104
erwähnten Briefe befinden sich jetzt im Staatsarchiv Bamberg, Ms. VI, Nr. 31.
Literatur ↑
ADB I;
P. Althaus, Zur Einführung in d.
Qu.gesch. d. kirchl. Kollekten in d.
luth. Agenden d. 16. Jh.s, 1910;
ders.,
F z. ev. Gebetslit., 1927;
Corpus Schwenkfeldianorum III, 1913, S. 513;
O. Erhard, Die
Ref. d. Kirche in Kempten, 1917;
H. Jordan,
Ref. u. gelehrte Bildung I, 1917;
Vierjahrhundertfeier d. Einführung d.
Ref. in Ansbach, 1925
(P);
K. Schornbaum,
Qu. z. Gesch. d. Wiedertäufer II, 1934, V, 1951;
Btrr. z. bayer. Kirchengesch. 1, 1895, S. 1 ff., 68 ff., 97 ff., 7, 1901, S. 203 ff., 14, 1908, S. 179 ff., 27, 1920/21, S. 1 ff.;
Ztschr. f.
bayer. Kirchengesch. 2, 1927, S. 46, 3, 1928, S. 227, 4, 1929, S. 18, 96, 6, 1931, S. 204, 7, 1932, S. 237, 10, 1935, S. 185;
Bll. f. württemb.
Kirchengesch.,
NF 2, 1898, S. 4, 6, 1902, S. 22, 25, 28, 10, 1906, S. 45 ff., 89, 14, 1910, S. 131, 138, 156;
G. Wolff,
Bücherkde. d.
fränk. Gesch., H. 1, 1937;
Aus d. Land
v. Brenz u. Bengel, 1946, S. 31, 33, 41, 74, 78;
Archiv f.
Ref.-gesch. 10, S. 375;
V. Teufel,
Gesch. d.
ev. Gemeinde in
Schwäb. Gmünd 1950;
PRE.
Portraits ↑
in: G. F. C.
v. Schad, Versuch einer
brandenburg. Pinakothek, Nürnberg u. Leipzig 1793, S. 57; H. Schreibmüller, Das Ansbach. Gymnasium 1528 bis 1928, 1928, S. 10.
Autor ↑
Karl Schornbaum Empfohlene Zitierweise ↑
Schornbaum, Karl, „Althamer, Andreas“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
219
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd100010423.html
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Althamer, Andreas
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Althamer: Andreas
A.
, (mundartlich aus Altheimer; auch Brentius, Gundelfingius. Palaeosphyra),
Humanist und Theolog der Reformationszeit. Geb. zu Ausgang des 15.
Jahrh in Brenz unfern Gundelfingen an der Donau, einem Dorf im
jetzigen Württembergischen Amt Heidenheim, geschult in Augsburg,
wurde er 1518 in Tübingen inscribirt, bezog aber bald die
Universität Leipzig. Frühe war sein Studium, damals eine
Seltenheit, der deutschen Geschichte mit patriotischer
Begeisterung zugewandt, wovon sein Commentar zu Tacitus Germania
(öfter aufgelegt, erstmals 1529) ein beachtenswerthes Zeugniß ist.
1521—22 ist
A.
Lehrer in Schwäb. Hall, darnach "Provisor" in
Reutlingen, spätestens seit 1524 aber, ohne daß man wüßte, wann
und wo er Priester geworden, Helfer in Schwäb. Gmünd. Als Neuerer,
zumal er in die Ehe getreten, von der altgläubigen Partei hart
angefochten, sah er seinen lutherischen und demokratischen Anhang
unter den Wirren des Bauernkriegs eine Zeit lang siegen, bis er
nach dem Einrücken bündischer Besatzung im Sommer 1525 fliehen
mußte. Er ging nach Wittenberg, wo er am 18. Oct. 1525 ins Album
der Universität eingetragen wurde: Andreas
Althamer de Gundelfingen. Als eifriger Lutheraner, der fortan
Schrift um Schrift gegen die Schweizer, Sam u.
A.
ausgehen läßt und dafür von diesen derb mitgenommen
wird, kehrt
A.
1526 nach dem Süden zurück, zunächst als Pfarrer in
Eltersdorf bei Erlangen. Noch in demselben Jahre wird er in
Nürnberg Diaconus zu St. Sebald, wohnt im Jan. 1528 der Berner
Disputation als Vertheidiger der lutherischen Nachtmahlslehre bei
und kommt im Sommer dieses Jahrs als Pfarrer und Hofdiacon des
Markgrafen Georg nach Ansbach. Um die Reformation des Fürstenthums
machte er sich gleich 1528 verdient durch Mitwirkung zu der von
Brandenburg-Ansbach und Nürnberg in Schwabach gemeinsam
aufgerichteten Visitationsordnung, sowie durch Abfassung eines
guten kleinen Katechismus, welchen er mit seinem Collegen Rürer
den Geistlichen, Hausvätern und Kindern der Markgrafschaft widmete
(wieder abgedruckt in Hartmann, Aelteste Katechet. Denkm. d. ev.
Kirche 1844.) Sonst verdient unter seinen theologischen Schriften
etwa noch Erwähnung ein biblisches Reallexicon: "Sylva biblicorum nominum", Nürnb. 1530 u.
öfter. Der Frankfuter Convent 1539 erwählte auch
A.
unter die Gelehrten beider Religionsparteien, welche
in Nürnberg über die kirchliche Einigung berathen sollten, aber
nicht zusammenkamen. Von da an fehlen sichere Nachrichten über
ihn. Nach
|den einen ist er um 1540 gestorben, nach
andern noch 1544 in Ansbach gewesen und später nach dem
schlesischen Fürstenthum seines Markgrafen von Brandenburg
übergesiedelt, wo er 1564 als erster Geistlicher von Jägerndorf
gestorben sei.
Literatur ↑
A.
Althameri vita ... cur. Jo. Arnoldi Ballenstadii.
Wolfenb. 1740 (mit Althamer's Bild), ergänzt durch
Zimmermann, Bauernkrieg 2.
A.
II. 471 f. Förstemann, Album acad. Viteb. Will, Nürnberg.
Gelehrtenlex.
Autor ↑
Hartmann.
Empfohlene Zitierweise ↑
Hartmann, „Althamer, Andreas“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
365-366
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd100010423.html?anchor=adb