<< Nebesky-Wojkowitz, René Mario
Neckel, Gustav Karl Paul Christoph >>
Necheles, Heinrich
Physiologe,
* 8.7.1897 Hamburg,
† 7.7.1979. (israelitisch)
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Fabian (
* 1861) aus Zloczów (Galizien),
Kaufm., seit 1894 in
H.;
M Rosche Laufer (
* 1866) aus Lemberg, Kauffrau in
H.;
B Johann (John) (1896–1979),
Dr. med., Ernst (Ernest) (1900–88),
Dr. med., beide in Chicago; –
⚭ N. N.
Leben ↑
Nach dem Abitur begann
N. 1915 das Medizinstudium in Berlin. Er mußte es wegen des Kriegsdienstes 1916-19 unterbrechen und setzte es in Kiel, Hamburg, Freiburg (Br.) und wieder in Hamburg fort. Nach seinem Physikum 1920 trat er als Doktorand Otto Kestners in das Physiologische Institut der neu gegründeten
Univ. Hamburg ein. 1922 bestand er das medizinische Staatsexamen, 1923 wurde er zum
Dr. med. promoviert.
N. entwickelte eine Apparatur zur Dialyse des strömenden Blutes von lebenden Tieren, mit dem Ziel, die Lebensdauer eines solchen Tieres durch häufigere Dialyse zu verlängern und durch Dialyse nennenswerte Mengen von stickstoffhaltigen Körpern aus dem urämischen Blut zu eliminieren. Schon 1914 wurde von J. J. Abel, L. G. Rowntree und B. B. Turner ein als „artificial kidney“ (künstliche Niere) bezeichneter Apparat zur Dialyse vorgestellt.
N. setzte sich in seiner Arbeit mit dieser Konstruktion auseinander. Obwohl ihm damit nicht die Priorität zukommt, steht er doch am Anfang der über mehrere Jahrzehnte gehenden Entwicklung der künstlichen Niere und kann für sich in Anspruch nehmen, daß sein Apparat den Anstoß für die ersten Therapieversuche am Menschen gab. 1924 wurde
N. mit einer Arbeit: „Über die Wärmeregulation bei wechselwarmen Tieren“ zum
Dr. rer. nat. promoviert. 1924 ging er mit einem Stipendium der Rockefel
|ler-Stiftung nach Peking. An der dortigen Universität lehrte er Physiologie und arbeitete über die Wärmeregulation bei Insekten. 1931 verließ
N. China und ging in die USA, wo er zunächst am Physiologischen Institut der
Univ. Chicago arbeitete. 1932 ernannte ihn die
med. Fakultät der
Univ. Hamburg zum ständigen Mitarbeiter des Physiologischen Instituts; in seiner Antrittsvorlesung führte
N. die niedrigere Stoffwechselrate der Chinesen, verglichen mit der der Europäer, auf einen geringeren Muskeltonus zurück. Wegen der
NS-Zeit entwickelten sich aus dieser Mitgliedschaft keine Konsequenzen für seine Karriere. Er blieb als
ao. Professor am Michael-Reese-Hospital in Chicago, wo er bald Direktor der Abteilung für Gastroenterologie wurde. Sowohl in physiologischen, pathophysiologischen als auch klinischen Belangen leistete er auf diesem Forschungsfelde in mehr als 500 Publikationen wesentliche Beiträge. Besonders hervorzuheben sind seine Arbeiten über die Sekretin- und Cholecystokinin-Wirkung auf die Galleproduktion in der Leber
|Auszeichnungen ↑
Dr. med. h. c. (Hamburg, 1967)
Werke ↑
u. a.
Über Dialysieren d. strömenden Blutes am Lebenden, in: Klin.
Wschr. (Berlin) 2, 1923, S. 1257;
Über Wärmeregulation bei wechselwarmen Tieren, Ein
Btr. z. vgl. Physiologie d. Wärmeregulation, in: Archiv f. d. gesamte Physiologie 204, 1924, S. 71-86;
Isolation of gastric and pancreatic secretory excitants from circulation by vividialysis, in: Chinese Journal of Physiology 2, 1928, S. 415-34 (mit R. K. S. Lim);
Über d. Stoffwechsel d. Chinesen,
ebd. 6, 1932, S. 153-73;
Characteristics of fat-splitting enzymes in health and disease, in: American
Journ. of Gastroenterology 27, 1957, S. 479 (mit S. Katz);
Relationship between hepatic and pancreatic function,
ebd. 40, 1963, S. 148.
Literatur ↑
Enc. Jud. 1971.
Autor ↑
Ekkehart RumbergerEmpfohlene Zitierweise ↑
Rumberger, Ekkehart, „Necheles, Heinrich“,
in: Neue Deutsche Biographie
19
(1998), S.
19 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd138366276.html