<< Kuh, Emil
Kuhl, Hermann von >>
Kuhl, Heinrich
Ornithologe,
* 17.9.1797 Hanau,
† 14.9.1821 Buitenzorg (Java). (reformiert)
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Joh. Heinrich (1757–1830), Rat u. Stadtschultheiß in
H., dann isenburg.
Landgerichtsdir. in
H.,
S d. Steuerrats
Joh. Heinrich in Marburg u. d. Maria Elisabeth Schmidt;
M Marie Judith (1770–1810),
T d.
Gerbereibes. u. Schöffen
Frdr. Wilh. Walther in
H. u. d. Jeanne Phil, de la Guiffardiére; ledig.
Leben ↑
K., der sich schon als Schüler eine gründliche Kenntnis der Fauna und Flora des Maingebietes erworben hatte, wurde in seiner Ausbildung vom Kreis der „Wetterau. Gesellschaft für die gesamte Naturkunde zu Hanau", vor allem durch deren Stifter A. Leisler und B. Meyer, gefördert, in deren „Annalen“ (4, 1819) seine erste Arbeit „Die deutschen Fledermäuse“ erschien. Nach Vermittlung Meyers und unter Verzicht auf ein Medizinstudium in Heidelberg betrieb er seit 1816 in Groningen als Schüler von Th. van Swinderen anatomisch-zoologische Studien, die er 1818 als Magister der Philosophie und Ehrendoktor der Naturgeschichte abschließen konnte. Die
niederländ. Regierung beauftragte ihn 1819 mit einer Reise nach
Niederländ. Ostindien und gründete dafür die „Natuurkundige Commissie“, die 1820-50 wirksam war. Zur Vorbereitung besuchte
K. zusammen mit C. J. Temminck
europ. Sammlungen,
u. a. in Paris und London, und lernte dabei die führenden Ornithologen seiner Zeit kennen. 1820 reiste er, begleitet von seinem Freund, dem Zoologen J. C. van Hasselt, dem Zeichner J. Keultjes und dem Präparator G. van Raalten, nach Ostindien und traf im Dezember in Batavia ein. Von Buitenzorg aus drang die Gruppe in die tropischen Bergwälder vor und erkundete die Vogelwelt Westjavas innerhalb eines knappen Jahres weitgehend, bis der plötzliche Tod
K.s auf Grund einer Leberentzündung das Unternehmen zum Erliegen brachte. Zudem starben bald darauf auch Keultjes und 1823 van Hasselt, und weitere Arbeiten konnten erst 1826 beim Eintreffen der Zoologen H. Boie und H. Ch. Macklot, des Präparators S. Müller und des Zeichners P. van Oort beginnen. Der größere Teil der nach Leiden verbrachten Sammlungen
K.s, darunter 2 000 Vogelbälge, wurde zwar katalogisiert (in: „Muséum d'Histoire Naturelle des Pays Bas“,
Bd. 1-14, 1862-94), blieb aber zunächst unausgewertet. Nur Temminck beschrieb einige Säugetiere und veröffentlichte Bilder neuer Vogelarten in den „Planches Coloriées“ (1820-39), und A. Valenciennes beschrieb gemeinsam mit G. Cuvier die Fische. Erst durch O. Finsch wurde das Sammelgut weiter erschlossen, und dabei wurden 211 javan. Vogelformen – darunter 68 nach
K. benannte – erstmals beschrieben. Auch eine Pflanze, Fagraea morindaefolia (Loganiaceae), wurde nach ihm Kuhlia morindaefolia benannt.
|Auszeichnungen ↑
Mitgl. d.
Leopoldina (1818).
Werke ↑
Btrr. z. Zool. u.
vgl. Anatomie, 1820;
Conspectus Psittacorum, in:
Nova Acta Leopoldina X, 1820, S. 4-114.
Literatur ↑
ADB 17;
Vita H.
K.,
hrsg. v. d.
Ac. Leopoldina, 1822;
Th.
v. Swinderen, Bijdragen tot eene schets van het leven… Dr. H.
K., in: Groninger Almanak
v. 1823,
Jg. 11, S. 1-71;
K. W. Justi, Hess.
Gel.-
Gesch., 1831, S. 375-86;
M. Greshoff,
K. en van Hasselt, 1902;
O. Finsch. Zur
Erforschungsgesch. d. Ornis Javas, in: Journal f.
Ornithol. 54, 1906, S. 301-21;
K. Siebert, in: Hanauer
Gesch.-
Bll. NF 3/4, 1919, S. 115 f.
(W-Verz., P);
A. Gyzen, 's Rijks Museum van Natuurl. Historie 1820-1915, 1938;
E. Stresemann, Entwicklung d.
Ornithol., 1951, S. 130-55;
L. Gebhardt u. W. Sunkel, Die Vögel Hessens, 1954, S. 53 f.;
ders., Die Ornithologen Mitteleuropas I, 1964, S. 202, II, 1970, S. 173.
Portraits ↑
Kupf. (Stadtarchiv Hanau).
Autor ↑
Ludwig GebhardtEmpfohlene Zitierweise ↑
Gebhardt, Ludwig, „Kuhl, Heinrich“,
in: Neue Deutsche Biographie
13
(1982), S.
251
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119213133.html
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Kuhl, Heinrich
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Kuhl: Heinrich K., Zoologe, geb. zu Hanau 1797, † in Batavia 1821. Trotz seines frühen Todes veröffentlichte er zahlreiche beachtenswerthe Arbeiten, von denen namentlich zu erwähnen sind: "Die deutschen Fledermäuse", in den Annalen der wetterauischen Gesellschaft. Bd. IV. 1819; "Beiträge zur Zoologie und vergleichenden Anatomie", 1820; "Couspectus Psittacoram" in Nov. Act. Ac. Leop.-Car. Tom. X. p. 4—114, 1820.
Autor ↑
W. Heß.Empfohlene Zitierweise ↑
Heß, Wilhelm, „Kuhl, Heinrich“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
17
(1883), S.
318
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119213133.html?anchor=adb