Logo der Deutschen Biographie
schwarzer MenuepunktSchnellsuche
schwarzer MenuepunktErweiterte Suche
roter MenuepunktNamen A-Z
schwarzer MenuepunktAktuelles
schwarzer MenuepunktVernetzte Angebote
schwarzer MenuepunktHilfe
schwarzer MenuepunktÜber das Projekt
schwarzer MenuepunktImpressum

NDB-Artikel

<<  Johann Abezier      Johann Franz Ecker von Kapfing und Liechteneck  >>

Johannes III. Grünwalder

Bischof von Freising (seit 1444), * vermutlich nach 1392 Jagdschloß Grünwald bei München, 2.12.1452 Wien.


Genealogie | Leben | Literatur | Autor | Zitierweise

Genealogie  
Unehel. S d. Hzg. Johann II. v. Bayern († 1397); M unbek.

Leben  
J. studierte 1411 in Wien und 1415-18 in Padua (doctor decretorum 1418). Schon 1411 erscheint er als Domherr von Freising, 1414 als Propst von Isen in Oberbayern, 1416 als Pfarrer von St. Peter in München und 1420 als Propst von Innichen im Pustertal; nach dem Tod Hermanns von Cilli (1421) wird er vom Freisinger Domkapitel per compromissum zum Bischof gewählt und postuliert; Papst Martin V. lehnte den Postulanten ab, da er das erforderliche Alter nicht habe. Diese Begründung erscheint angesichts der damals sehr großzügig geübten Dispenspraxis als nicht stichhaltig, vermutlich war dem Papst der Bewerber wegen seiner offensichtlichen konziliaristischen Neigungen unbequem. Weder das bayer. Herzogshaus noch das Freisinger Domkapitel wollten sich protestlos der Entscheidung Martins V. beugen. Erst durch Vermittlung des Salzburger Erzbischofs Eberhard kam im Laufe des Jahres 1423 ein Vergleich zustande, aufgrund dessen der Kandidat des Papstes, Bischof Nikodemus della Scala, J. am 14.2.1424 zum ständigen Generalvikar von Freising bestellte. In dieser Eigenschaft erwarb sich J. große Verdienste um die Reform der bayer. Augustinereremiten- und Benediktinerklöster. Schon auf dem Konstanzer Konzil legte er die ersten Proben seiner Gelehrsamkeit ab, eine bedeutsame Rolle jedoch spielte er erst auf der Synode von Basel, wo er seit 1432 als Vertreter seines Bischofs und als Gesandter Hzg. Wilhelms von Bayern für Unionskonzil, Griechenablaß und Klosterreform tatkräftig wirkte. Wissenschaftlich trat er hervor als Verfasser der beiden Traktate „De auctoritate generalis concilii“ und „Contra neutralitatem“. Der Konzilspapst Felix V. ernannte ihn am 12.10.1440 zum Kardinal „s. Martini in Montibus dictus de Bavaria“. Der Freisinger Bischof Nikodemus, ein begeisterter Anhänger Eugens IV., entzog daraufhin J. das Generalvikariat; dieser blieb aber auch in der Folge dem Basler Konzil treu. Nach dem Tode von Nikodemus wählte das Domkapitel einstimmig J. zum Bischof von Freising; am 13.11.1444 bestätigte Basel die Wahl; der königl. Hof verwehrte allerdings auf Betreiben des Kanzlers Schlick, der das Bistum Freising seinem Bruder sichern wollte, J. zunächst die Anerkennung, schließlich belehnte ihn aber Friedrich III. am 23.5.1448 mit den Regalien. Im gleichen Jahr wurde J. auch von Papst Nikolaus V. als Bischof von Freising bestätigt, nachdem er zuvor den Kardinalstitel aufgegeben hatte.

Literatur  
ADB X, S. 60;  E. Geiß, Gesch. d. Stadtpfarrei St. Peter in München, 1868, S. 30-50;  J. Schlecht, in: HJb. 30, 1909, S. 806-09;  A. Königer, J. III. G. Bischof v. Freising, in: Progr. d. K. Wittelsbacher Gymnasiums in München f. d. Schulj. 1913/14, 1914;  V. Redlich, Tegernsee u. d. dt. Geistesgesch. im 15. Jh., 1931;  H. Strzewitzek, Die Sippenbeziehungen d. Freisinger Bischöfe im MA, 1938, S. 170-73;  RTA XIII, XV, XVI;  R. Bauerreiß, KG Bayerns V, 1955;  G. Koller, Princeps in ecclesia, Unterss. z. Kirchenpol. Hzg. Albrechts V. v. Österreich, 1964, S. 105, 120-27;  W. Brandmüller, Das Konzil v. Pavia-Siena 1423-24 I, 1968, S. 10.

Autor  
August Leidl
Empfohlene Zitierweise  

Leidl, August, „Johannes III. Grünwalder“, in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 485 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd134290429.html

ADB-Artikel

<<  Grünwald, Martin      Grupen, Christian Ulrich  >>

Grüwalder, Johann


  Leben | Autor | Literatur | Zitierweise

Leben  
Grüwalder: Dr. Johann G., geb. um 1390 als der natürliche Sohn des (am 16. Juni 1398 verstorbenen) Herzogs Johann von Baiern; auf dem nächst München gelegenen Jagdschloß Grünwald erzogen und davon benannt; zeigte frühzeitig schon Spuren von Talent, Scharfsinn und Gelehrsamkeit, wurde 1416 Pfarrer, dann Dechant zu St. Peter in München, Probst zu Isen und Inchingen und Generalvicar zu Freising, von wo er die einer bedeutenden Reformation bedürftigen Klöster Baierns 1426 als Generalvisitator mit großer Strenge bereiste; spielte während des Baseler Concils (1437—43) eine große Rolle, wofür er 1440 vom Papst Felix V. zum "Cardinalis in montibus de Bavaria dictus" erhoben wurde. 1443 erfolgte seine wirkliche Erhebung zum Bischof von Freising (wozu er schon 1422 erwählt worden war); als solcher starb er auch am 2. December 1452 zu Freising.

Literatur  
Ueber s. vielfach polit. Wirksamkeit vgl. E. Geiß, Gesch. der Stadtpfarrei St. Peter in München, 1868, S. 30—50.

Autor  
Hyac. Holland.
Empfohlene Zitierweise  

Holland, Hyacinth, „Grüwalder, Johann“, in: Allgemeine Deutsche Biographie (1879), S. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd134290429.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 10 (1974), S. 485
ADB 10 (1879), S. 60 unter Grünwalder

Erwähnungen: 
NDB 19 (1999), S. 261 in Artikel Nicodemus, Della Scala


GND: 134290429

RDF/XML-Repräsentation

Artikel drucken

Index

Johannes III.

Name: Johannes III.
Namensvariante: Johannes Grünwalder
Namensvariante: Grünwalder, Johannes
Lebensdaten: vermutlich nach 1392 bis 1452
Geburtsort: Jagdschloß Grünwald bei München
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: Bischof von Freising
Konfession: katholisch
Autor NDB: Leidl, August
Autor ADB: Holland, Hyacinth
GND: 134290429

Weitere Informationen

Vernetzte Angebote

Johannes III.

GND
134290429