Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Adolf I.     Adolf I. >>

Adolf III.

Graf von Schaumburg (Schauenburg), Kurfürst und Erzbischof von Köln (seit 1547), * 1511, 20.9.1556 Brühl, begraben im Dom zu Köln.


GenealogieLebenLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Jobst, Graf von Holstein und Schaumburg-Pinneberg; M Maria, T Johanns V., Graf von Nassau-Dillenburg.

Leben  
Adolf wurde 1529 Domherr zu Köln und Mainz, war außerdem 1529-33 Dechant, seit 1533 Propst des freiadeligen Stifts St. Gereon zu Köln, wurde am 17.12.1533 Koadjutor des Erzbischofs Hermann V. von Wied. Nach Hermanns Absetzung (1546) wurde er zunächst Administrator des Erzstifts und 1547 Erzbischof. Er hob sogleich die von seinem Vorgänger eingeführten Glaubensneuerungen auf und war, schon vorher einer der Führer der altkirchlichen Richtung, nun bemüht, auf Grund der „formula reformationis“ Kaiser Karls V. von 1548 eine tiefgreifende Erneuerung des kirchlich-religiösen Lebens durchzuführen, wozu mehrere Synoden und vor allem das Provinzialkonzil von 1549 dienen sollten. Beraten und beeinflußt wurde er dabei vor allem von Johannes Gropper. Aber die Reformbestrebungen des weitblickenden und zielbewußten Erzbischofs hatten nicht den Erfolg, der seinem ehrlichen Bemühen entsprochen hätte. Im Erzstift war er gehemmt durch die Stände, die durch „ein wohlausgeklügeltes System von verfassungsmäßigen Hindernissen jede freiere Regierungstätigkeit, jedes rasche, weitausschauende Handeln“ (Foerster, S. 66) zu hintertreiben suchten. Außerhalb des kurkölnischen Territoriums verhinderte vor allem Herzog Wilhelm von Jülich-Berg im Interesse seiner landesherrlichen Kirchenpolitik die Reformpläne des Erzbischofs. So blieb seine Kirchenreform Stückwerk, zumal sein Bruder Anton, der ihm als Erzbischof nachfolgte, schon 1558 starb, und die folgenden Erzbischöfe sein Werk nicht fortsetzten. In der Reichspolitik war er ein ergebener Anhänger des Kaisers. Seine Liebe zur Kirche und zur Kirchenreform bekundete er u. a. durch Teilnahme am Konzil von Trient.

Literatur  
G. Wolf, Aus Kurköln im 16.Jh., in: Hist. Stud. 51, 1905; J. Linneborn, Zur Reformtätigkeit d. EB v. Köln, A.s III. v. Schaumburg in Westfalen, in: Westfäl. Ztschr., Bd. 65, II, 1907, S. 145 ff.; R. Schwarz, Personal- u. Amtsdaten d. Bischöfe|d. Kölner Kirchenprov. 1500-1800, in: Veröffgg. d. Kölner Gesch.-Ver., H. 1, 1914; H. Foerster, Reformbestrebungen A.s III. v. Schaumburg in d. Kölner Kirchenprov., in: Reformationsgeschichtl. Stud. u. Texte, Bd. 45/46, 1925; L. v. Ranke, Dt. Gesch. im Zeitalter d. Ref., hist.-krit. Ausg., 1925; J. Lortz, Ref. in Dtld. II, 1949, S. 235, 238 ff.

Portraits  
Grabmal im Kölner Dom, Stephanskapelle (aus der Werkstatt d. Cornelius Floris, um 1561).

Autor  
Robert Haaß
Empfohlene Zitierweise  

Haaß, Robert, „Adolf III.“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 83-84 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd123889413.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 83-84
Erwähnungen: 
NDB 19 (1999), S. 107 in Familienartikel Neuenahr, Grafen von
NDB 22 (2005), S. 593 in Familienartikel Schaumburg
NDB 24 (2010), S. 424*

PND: 123889413
Artikel drucken

Index

Adolf III.

Name: Adolf III.
Namensvariante: Adolf XIII. von Schaumburg
Namensvariante: Adolf von Schauenburg
Namensvariante: Adolf III. Graf zu Holstein-Schaumburg-Sternberg
Lebensdaten: 1511 bis 1556
Sterbeort: Brühl
Beruf/Lebensstellung: Erzbischof von Köln; Kurfürst; Graf von Schaumburg
Konfession: katholisch
Autor NDB: Haaß, Robert
PND: 123889413

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Adolf III.

PND
123889413

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)
OPAC der BSB München
Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts (VD 17)

Nachlässe
Kalliope