<< Alpert von Metz
Alschinger, Andreas >>
Alsberg, Max
Rechtsanwalt und Notar,
* 16.10.1877 Bonn,
† 10.9.1933 Samaden (Schweiz). (israelitisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Die Familie stammt aus Volkmarsen in Hessen; ein Vorfahre war in Hessen Kurator;
V Lehmann Alsberg, Kaufmann in Bonn;
M Sophie Rosenbaum;
⚭ Berlin 4.4.1912 Ellinor,
T des Sanitätsrats Philipp Sternberg.
Leben ↑
Alsberg studierte Rechtswissenschaft in München, Berlin, Leipzig und Bonn, wo er 1906 mit einer Dissertation aus dem Strafrecht promovierte; seine Lehrer waren
u. a. Karl Binding und Ernst Zitelmann, dessen Assistent er in seiner Referendarzeit wurde. 1906 ließ er sich als Rechtsanwalt in Berlin nieder und erwarb durch sein Auftreten in zahlreichen großen, zu ihrer Zeit Aufsehen erregenden Strafsachen in ganz Deutschland einen Ruf als bedeutender Strafverteidiger. In verschiedenen Beleidigungsprozessen verteidigte er prominente Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, so den früheren Staatssekretär Helfferich in dessen Strafverfahren wegen Beleidigung des damaligen Reichsfinanzministers Erzberger (1920), was mit dazu führte, daß dieser sein Amt niederlegen mußte. Alsberg, der 1931 zum Honorarprofessor an der Universität Berlin ernannt wurde, war zugleich eine Gelehrtenpersönlichkeit; er arbeitete an der Strafrechtsreform mit und war aus seiner unmittelbaren Kenntnis der Fragen und Nöte der forensischen Praxis um eine Psychologie der Strafrechtspflege und insbesondere um eine vertiefte wissenschaftliche Bearbeitung des Strafprozeßrechts bemüht. Zu dieser letzten Aufgabe lieferte er durch Herausgabe der Sammlung „Die strafprozessualen Entscheidungen der Oberlandesgerichte“ (I u. II 1927, III 1928) eine verdienstvolle Vorarbeit. Sein wissenschaftliches Hauptwerk, „Der Beweisantrag im Strafprozeß“ (1930), ist grundlegend für die Behandlung einer Hauptfrage des im Strafverfahren ein Zentralproblem bildenden Beweisproblems. 1933 verließ Alsberg wegen der einsetzenden Rassenverfolgung Deutschland und wählte dann in der Schweiz den Freitod.
Werke ↑
Weitere W Der Fall d. Marquis de Bayros u. Dr. Semerau, 1911; Justizirrtum u. Wiederaufnahme, 1913; Kriegswucherstrafrecht, 1916 (als „Preistreibereistrafrecht“
71922); Die Untersuchungshaft, Kommentar, 1927 (mit d. Senatspräs, beim Reichsgericht Dr.
A. Lobe); Zur Lage d. Strafrechtspflege, 1928; Der Prozeß d. Sokrates im Lichte moderner Jurisprudenz u. Psychologie, 1926.
31933; Die
Philos. d. Verteidigung, 1930; Das Weltbild d. Strafrichters, 1930;
ferner zahlreiche Abhh., Aufsätze u. Besprechungen in Festschrr., Sammelwerken u. Fachzeitschrr. sowie die auf dt. Bühnen aufgeführten Schauspiele Voruntersuchung (mit Otto Ernst Hesse),
gedr. 1930,
u. Konflikt,
gedr. 1933.
Literatur ↑
Kürschner, Gel.-Kal.,
41931;
Wi. IX, 1928;
Kosch, Lit.-Lex., 1949.
Portraits ↑
Phot. im Archiv d.
Hist. Komm., München.
Autor ↑
Günter SpendelEmpfohlene Zitierweise ↑
Spendel, Günter, „Alsberg, Max“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
205
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118648322.html
Alsberg, Max
Name: Alsberg, Max
Lebensdaten: 1877 bis 1933
Geburtsort: Bonn
Sterbeort: Samaden (Schweiz)
Beruf/Lebensstellung: Jurist; Rechtsanwalt; Notar
Konfession: jüdisch
Autor NDB:
Spendel, GünterPND: 118648322