Name
Richthofen, Manfred von
Namensvarianten
Der Rote Baron; Diable Rouge; Red Baron; Richtchofen, Manfred fon; Richthofen, Manfred Albrecht Freiherr von; Røde baron
Lebensdaten
1892 bis 1918
Geburtsort
Breslau
Sterbeort
-
Beruf/Lebensstellung
Jagdflieger
Konfession
keine Angabe,evangelisch?
Autor NDB
Wolfgang Schmidt
Autor ADB
-
GND
118600575

Richthofen, Manfred Albrecht Freiherr von

Jagdflieger, * 2.5.1892 Breslau, 21.4.1918 bei Vauxsur-Somme nahe Amiens, Betrangles, seit 1925 Berlin, Invalidenfriedhof.

  • Genealogie

    Aus d. Haus Damsdorf; V Albrecht (1859–1920), preuß. Major, S d. Julius (1830–99), auf Romberg, u. d. Marie Seip (1839–1913); M Kunigunde (Gundel) (1868–1962, s. L), T d. Leopold v. Schickfus u. Neuendorf, Fideikommißherr auf Trebnig u. Rudelsdorf, u. d. Therese v. Falkenhausen; Ur-Gvv Ludwig (1764–1818, s. Gen. 1); B Lothar (1894–1922, Flugzeugabsturz, Doris, 1901–45, T d. Robert Gf. v. Keyserlingk, 1866–1959, Dr. iur., preuß. Reg.präs. in Königsberg, Min.dir. im preuß. Landwirtsch.min., Reichskommissar f. d. balt. Länder u. Litauen, s. Rhdb.; NDB IX* u. XI Fam.art.), preuß. Oberlt. im Jagdgeschwader „Frhr. v. Richthofen“, Orden pour le mérite (s. L), Bolko (1903–71, 1931 Viktoria Freiin Praetorius v. Richthofen, * 1914, 2] Bernd Mumm v. Schwarzenstein, 1901–81, Dr. iur., Botschafter, s. NDB 18 Fam.art.), Geschäftsführer; Schw Frieda ( 1955, 2] David Herbert Lawrence, 1885–1930, Schriftst., s. Kosch, Lit.-Lex.3; Killy); – ledig; N Viola (* 1920, 1] 1949-71 Dr. med. Wilfried Vogeler, * 1916, 2] Friedrich Wilhelm Euler, 1908–95, Geneal., Leiter d. Inst. z. Erforsch. hist. Führungsschichten in Bensheim).

  • Leben

    Der Absolvent des Kadettenkorps (1903–09 Wahlstatt, 1909-11 Lichterfelde b. Berlin) trat in das preuß. Ulanen-Rgt. Nr. 1 in Militsch (Schlesien) ein (1912 Lt.). Seit Kriegsbeginn 1914 bei der aufklärenden Kavallerie, wechselte R. im Mai 1915 zur Fliegertruppe, zunächst als Beobachter in Aufklärungs- und Kampfflugzeugen, seit 1916 als Pilot eines Jagdflugzeugs. Mit 80 Luftsiegen war er der erfolgreichste Jagdflieger im 1. Weltkrieg, bis er selbst bei Corbie sur Somme abgeschossen wurde. Der 1917 mit dem Orden „Pour le Mérite“ ausgezeichnete und zum Rittmeister beförderte R. hatte als Führer der Jagdstaffel 11 und des Jagdgeschwaders 1 (4 Staffeln mit bis zu 40 Flugzeugen) großen Anteil an der Weiterentwicklung von Taktik und Organisation des Luftkampfs. Hinzu kam sein enormer Propagandawert. Aus dem jugendlichen Rittmeister schuf die Oberste Heeresleitung den Typus des charismatischen, sportlich-draufgängerisch und fair kämpfenden Fliegers, der angesichts eines festgefahrenen Stellungskriegs Siegeszuversicht signalisierte. Der Beiname „Roter Baron“, der auf sein u. a. zur optischen Erkennung als Staffelführer rot bemaltes Flugzeug zurückgeht, sowie das 1917 für die militärische Jugenderziehung vom Ullstein-Verlag produzierte Buch „Der rote Kampfflieger“ wurden zu Markenzeichen eines ritterlichen Mythos, der bis heute weithin, u. a. auch im angelsächs. Raum, gilt. Von austral. Truppen mit militärischen Ehren bei Betrangles beigesetzt, wurden R.s sterbliche Überreste 1925 nach Berlin überführt und in einem Staatsakt im Beisein von Reichspräsident Hindenburg auf dem Invalidenfriedhof bestattet. Der zum Nationalhelden stilisierte Flieger diente seit 1935 als Namensgeber für das Jagdgeschwader 2. In der Luftwaffe der Bundesrepublik Deutschland trägt das Jagdgeschwader 71 seit 1961 seinen Namen.

    • Werke

      Der rote Kampfflieger, 1917, 81990 (engl. v. P. Kilduff u. d. T.: The Red Baron, 1969); Rittmeister M. Frhr. v. R., Sein mil. Vermächtnis, 1938.

    • Literatur

      K. Schäfer, Vom Jäger z. Flieger, 1918; F. Gibbons, The Red Knight of Germany, 1927; K. Bodenschatz, Jagd in Flanderns Himmel, 1935 (Porträt); H. Möller, Gesch. d. Rr. d. Ordens „Pour le Mérite“ im Weltkrieg, II, 1935, S. 194-97 (auch zu Lothar); Gr. Deutsche in Bildnissen ihrer Zeit, Ausst.kat. Berlin 1936 (Porträt); Kunigunde Frfr. v. Richthofen, Mein Kriegstageb., 1937 (Porträt); R. Italiaander, M. Frhr. v. R.|1938; H. Nowarra u. K. Brown, v. R. and the Flying Circus, 1964; E. Burrows, A true hist. of the Red Baron, 1969; K. Spaethe, Der rote Baron u. seine tollkühnen Männer, 1972 (Porträt); Ostdt. Gedenktage, 1992, S. 75-78 (Literatur, Porträt); P. Kilduff, R., 1995 (Porträt); N. Franks, H. Gilbin u. N. McCery, Under the guns of the Red Baron, 1995 (Porträt); DBJ, Überltg.bd. II, S. 307-09 u. Tl.; Gr. Schlesier, 1957, S. 219-21 (auch zu Lothar); – zur Familie:  GHdA Freiherrl. Häuser B VII, 1978, bes. S. 341 f.

  • Autor

    Wolfgang Schmidt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Wolfgang, "Richthofen, Manfred Albrecht Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 544-545 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118600575.html
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Richthofen, Manfred von