<< Muskatblüt
Mussgay, Manfred >>
Musper, Heinrich Theodor
Kunsthistoriker, Museumsdirektor,
* 22.12.1895 Heidenheim/Brenz,
† 5.2.1976 Sillenbuch bei Stuttgart (Württemberg). (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V August (1865–1939),
Kaufm. in.
H.,
S d. August, Sattler in Schnaitheim (Württemberg), u. d. Johanna Karoline Katharina Hodum;
M Helene (1866–1959),
T d. Robert Moser, Pfarrer in Ostdorf, u. d. Bertha Conradi;
B Fritz (1892–1943),
Dr. rer. nat., Lagerstättengeologe, seit 1921 im Auftrag d.
niederländ. Reg. in Indien (s.
L);
Schwager Alfred Bentz (1897–1964) aus
H., Geologe, 1958-62
Präs. d. Bundesanstalt f. Bodenforschung (s.
Pogg. VII a;
DBE;
L); –
⚭ 1) Stuttgart 1934 (
⚮) Wilma Schindele (1902–96) aus Stuttgart, 2) Bad Kissingen 1956 Hildegard Adelheid (
* 1909) aus Bromberg,
Tanzinst.-inh. in Bad Kissingen,
Wwe d. Tanzlehrers Karl Schmitt (
† 1952),
T d. Max Packhaeuser (
† 1941), Bahnhofsvorsteher in Bromberg, u. d. Adelheid
v. Strobitzki; kinderlos.
Leben ↑
M. besuchte das Gymnasium in Schwäbisch Gmünd und studierte in München Kunstgeschichte, Germanistik, Philosophie und Archäologie. 1922 promovierte er bei Heinrich Wölfflin mit einer Arbeit über den Petrarca-Meister. Danach war er als Geschäftsführer der Neuen Sezession in München tätig. 1925 übernahm er die Leitung der Graphischen Sammlung der Stuttgarter Staatsgalerie. 1946 zum Direktor der Staatsgalerie ernannt, bekleidete er dieses Amt bis 1960.
M. übernahm zwei ausgebrannte Museumsgebäude und eine alte Wehrmachtsbaracke. Die Bestände der Sammlung waren in 20 Depots zerstreut,
z. T. zerstört oder entwendet worden. Der Wiederaufbau des 1958 neu eröffneten Hauses war eine große Leistung
M.s, nicht minder bedeutend seine zielstrebige Erweiterung der Sammlungen durch aufsehenerregende Neuerwerbungen, die Stuttgart zu einer Museumsstadt von überregionaler Bedeutung machten. So gelang ihm der Ankauf von Werken von Cranach, Ratgeb, Hals und Rembrandt, vor allem aber der Aufbau der Neuen Abteilung, deren Bestände 1937 durch den Verkauf „entarteter“ Kunst dezimiert worden waren.
M. erwarb Werke von Munch, Marc, Picasso, Beckmann, Grosz, Kokoschka, Kirchner und Renoir sowie 1959 die Sammlung Moltzau, die 30 Gemälde
franz. Impressionisten umfaßte.
|Als Wissenschaftler beschäftigte sich
M. seit seiner Dissertation mit Tafelbildern und Graphiken des 15. und 16.
Jh. Von seinen oft mit ausführlichen Kommentaren versehenen Faksimileausgaben von Holzschnittwerken sind Maximilians „Weißkunig“ (1956) und dessen „Theuerdank“ (1968) besonders hervorzuheben. 1961 machte er der Forschung die „Urausgaben der
holländ. Apokalypse und Biblia pauperum“ zugänglich. Ein umfassendes Werk über die Geschichte des Holzschnitts in fünf Jahrhunderten – die erste Auflage war 1944 verbrannt – erschien 1964. Bereits 1952 hatte
M. eine Biographie über Albrecht Dürer mit dem Untertitel „Der gegenwärtige Stand der Forschung“ vorgelegt. 1965 veröffentlichte er eine kürzere Monographie (
ital. 1965,
engl. 1966) und 1969 über Dürers seinerzeit kontrovers diskutierte Kaiserbildnisse ein nicht weniger umstrittenes Bändchen. Hinzu kamen zahlreiche Aufsätze über Gemälde und Graphiken, aber auch über Zeichnungen der Spätgotik und der Renaissance in Fachzeitschriften
|Auszeichnungen ↑
Prof.titel (1960).
Werke ↑
Weitere W
Die Holzschnitte d. Petrarca-Meisters, 1927;
Unteres, zu Rogier van der Weyden u. Jan van Eyck, 1948;
Kat. d. Staatsgal. Stuttgart, 1957;
Got. Malerei
nördl. d. Alpen, 1961;
Neuere
franz. Malerei aus d. Staatsgal. Stuttgart,
Ausst.kat. Karlsruhe 1961;
Altniederländ. Malerei
v. van Eyck bis Bosch, 1968;
Der Antichrist u. d. fünfzehn Zeichen, 1970;
Altdt. Malerei, 1970;
Der Einblattholzschnitt u. d. Blockbücher d. XV.
Jh., 1976. –
Verz. d. Aufsätze zu Dürer: M. Mende, Dürer-
Bibliogr., 1971.
Literatur ↑
G. Schweier, Namhafte Heidenheimer, I, 1968, S. 51
(P);
Stuttgarter
Ztg. v. 13.2.1976
(P) u. 22.12.1995;
FAZ v. 14.2.1976;
Trauerreden in memoriam H. T.
M. (
Ms. in d. Staatsgal. Stuttgart). –
Zu Fritz: A. Bentz, in;
Erdöl u. Kohle 1, 1948, S. 97 f.
(W, P).
Autor ↑
Wolfgang SchmidEmpfohlene Zitierweise ↑
Schmid, Wolfgang, „Musper, Heinrich Theodor“,
in: Neue Deutsche Biographie
18
(1997), S.
638 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd104041749.html
Musper, Theodor
Name: Musper, Theodor
Namensvariante: Musper, Heinrich Theodor
Lebensdaten: 1895 bis 1976
Geburtsort: Heidenheim/Brenz
Sterbeort: Sillenbuch bei Stuttgart (Württemberg)
Beruf/Lebensstellung: Kunsthistoriker; Museumsdirektor
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Schmid, WolfgangPND: 104041749