<< Müller.
Müller, Johannes >>
Müller, August
Orientalist,
* 3.12.1848 Stettin,
† 12.9.1892 Halle/Saale.
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Nachlass
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Richard,
Zuckerfabrikdir.;
M Dorothee Rosalie Helle;
⚭ 1877 Marie (1856–1931),
T d.
Zuckerfabrikdir. Julius Kier u. d. Maria Bunzmann; 4
K ,
u. a. Johannes (s. 2).
Leben ↑
M. studierte 1864-68 klassische Philologie und Semitistik in Halle und Leipzig, wo er Schüler von Heinrich Leberecht Fleischer war. 1868 promovierte er in Halle mit einer kritischen Ausgabe der Mu'allaqa des Imruulqais (Imruulḳaisi Mu
cllaḳa commentario critico illustrata, 1869). Nach kurzer Tätigkeit als Gymnasiallehrer in Neuruppin und am Waisenhaus in Halle habilitierte er sich in Halle 1870 mit einer Abhandlung über die
hebr. Akzente. Nach seiner Ernennung zum
ao. Professor (1874) folgte
M. 1882 einem Ruf nach Königsberg, kehrte jedoch 1890 nach Halle zurück.
M.s Arbeiten zeichnen sich aus durch die Anwendung von Methoden der klassischen Textkritik auf die vorislamische Dichtung; daneben befaßte er sich mit dem Fortleben antiker Traditionen im Islam, wie in seiner Abhandlung „Die
griech. Philosophen in der
arab. Überlieferung“ (1873). Mit seiner Edition von Ibn abi
cUaibiás Ärztebiographien (Kitāb
cUyūn al-anbā' fī ṭabaqāt al-aṭibba', 2
Bde., 1882–84) erschloß er eine wichtige Quelle für die Medizin im Islam. Die Edition von Ibn al-Qifṭīs „Geschichte der Weisen“ (Tārīĥ al-ḥukamā'), das wertvolle Auszüge aus
griech. Quellen enthält, wurde von Julius Lippert vollendet (1903). Weite Verbreitung fand
M.s Bearbeitung von Carl Paul Casparis „Arabische Grammatik“ (
41876,
51887). Für die von Wilhelm Oncken herausgegebene „Allgemeine Geschichte in Einzeldarstellungen“ verfaßte
M. sein für eine breite Öffentlichkeit geschriebenes Buch „Der Islam im Morgen- und Abendland“ (2
Bde., 1885–87), dessen Wert in der ausgiebigen Benutzung von Primärquellen und der frischen Darstellungsweise Hegt
|Auszeichnungen ↑
Norweg. Olaf-Orden (1889).
Werke ↑
Weitere W
Das
arab. Verz. d. aristotel.
Schrr., in:
FS H. L. Fleischer, 1875;
Semit. Lehnwörter im älteren
Griech., in: Bezzenbergers
Btrr. 1, 1877, S. 273-301;
Zu den märchen d. tausend u. einen nacht,
ebd. 13, 1888, S. 222-44;
Über einige
arab. Sentenzenslgg. in:
Zs. d. Dt. Morgenländ. Ges. = ZDMG 31, 1877, S. 506-28;
Arab. Quellen
z. Gesch. d.
ind. Med.,
ebd. 34, 1880, S. 465-566;
Zu den ägypt. Märchen,
ebd. 42, 1888, S. 68-72;
Semit. Nomina, Bemerkungen zu de Lagarde u. Barth,
ebd. 45, 1891, S. 221-38;
Hebr. Schulgrammatik, 1878;
Über Text u. Sprachgebrauch
v. Ibn Abī Uṣaibi
cas
Gesch. d. Ärzte, in:
SB d.
Bayer. Ak. d. Wiss.,
Phil.-philolog. u.
hist. Cl., 1884, S. 853-977;
Arab. Münzen in d.
balt. Küstenländern, 1885;
Die Märchen d. Tausend und Einen Nacht, in:
Dt. Rdsch. 52, 1887, S. 77-96;
Türk. Grammatik, 1889;
Delectus veterum carminum arabicorum, 1890 (mit Th. Nöldeke,
Nachdr. 1961). –
Hrsg.: Wiss. J. berr.
üb. d. morgenländ.
Stud., in: ZDMG, 1881-83;
Oriental. Bibliogr. 1-5, 1888-92.
|Nachlass ↑
Nachlaß: Bibl. d.
Dt. Morgenländ.
Ges., Halle/Saale.
Literatur ↑
Th. Nöldeke u. E. Windisch, in: ZDMG 46, 1892, S. 775-79;
V. Rosen, in:
Schrr. d.
Oriental. Abt. d.
Russ. Archäolog.
Ges. 7, 1892, S. 329-44;
A. Socin, in:
Oriental. Bibliogr. 6, 1893, S. 312-20;
J. N. Weisfert,
Biogr.-Litterar.
Lex. f. d. Haupt- u. Residenzstadt Königsberg u. Ostpreußen,
21898;
J. Fück, Die
arab. Stud. in Europa, 1955, S. 236-39.
Autor ↑
Hartmut BobzinEmpfohlene Zitierweise ↑
Bobzin, Hartmut, „Müller, August“,
in: Neue Deutsche Biographie
18
(1997), S.
334
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd117573493.html