<< Alexis, Willibald
Alfons X., der Weise >>
Alexius Friedrich Christian
seit 1796 Fürst, seit 1806 Herzog von Anhalt-Bernburg,
* 12.6.1767 Ballenstedt,
† 24.3.1834 Ballenstedt. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Fürst Friedrich Albrecht;
M Luise Albertine, Herzogin von Holstein-Sonderburg-Plön;
⚭ 1) 30.11.1794 Maria Friederika von Hessen-Kassel, 1817 geschieden, 2) u. 3) (morganatisch) Schwestern Dorothea und Ernestine von Sonnenberg, erhielten den Namen von Hoym.
Leben ↑
Alexius stand unter dem Einfluß der Rousseauschen Philosophie. Durchdrungen von ernster Lebensauffassung fühlte er sich verpflichtet zu sozialen Maßnahmen, sparsamer Finanzpolitik und kulturellen Schöpfungen: Pocken-Schutzimpfungen (1821), Bau des Stahlbades Alexisbad (1810), Reorganisation von Bergbau und Hüttenwesen im Harz, Straßen- und Brückenbau, Besserung der Volksschulverhältnisse, Bau des Hoftheaters in Bernburg, an dem kurze Zeit auch Richard Wagner und Franz Abt wirkten, ausgleichende Politik in religiösen Fragen mit Schaffung der Union beider protestantischer Bekenntnisse 1820 mit Hilfe seines Superintendenten Friedrich Adolf Krummacher. Durch alle solche Bestrebungen behob er die Nöte des Landes in den schweren Krisenzeiten der napoleonischen Ära. Alexius trat 1807 nur unter Zwang dem Rheinbund bei. Seine Truppen mußten in Spanien, Tirol und Rußland unter hohen Verlusten kämpfen. Am 30.11.1813 trat er wieder aus dem Rheinbund aus; er schloß sich dem Deutschen Bunde an. Obgleich er noch 1819 scharf gegen die preußische Zollgesetzgebung protestiert hatte, sah er sich 1826 als erster anhältischer Fürst zum Zollvertrag mit Preußen gezwungen. Der 1833 an den herzoglichen Hof berufene Maler Wilhelm von Kügelgen schildert den Herzog in seinen Erinnnerungen. Alexius war von Jugend an lahm. Für seinen geistesschwachen und nicht regierungsfähigen Sohn Alexander Karl schuf er kurz vor seinem Tode 1834 einen Geheimen Konferenzrat.
Literatur ↑
ADB I;
Dem Andenken S. H. D.
A. Friedr. Christian, 1834;
Vorgesch. u. Begründung d.
Dt. Zollver. 1815–34,
hrsg. v. H. Oncken u. F. Saemisch, Akten d. Staaten d.
dt. Bundes u. d.
europ. Mächte,
bearb. v. W.
v. Eisenhart Rothe u.
A. Ritthaler, I, 1934, S. 8 f., 12 ff.
u. ö.;
W.
v. Kügelgen, Jugenderinnerungen eines alten Mannes, 1870;
ders., Zw. Jugend u. Reife, 1924;
ders., Lebenserinnerungen eines alten Mannes, 1923;
P. Hennig, Vier Briefe d.
Hzg. A. F. Ch.
v. Bernburg, in: Serimunt,
Jg. 1926,
Nr. 1 f.
Portraits ↑
Ölgem. v. unbek. Künstler im Schloß Ballenstedt,
Abb. in:
v. Frankenberg u. Ludwigsdorf, Anhalt. Fürstenbildnisse,
Bd. II, u.
b. H. Peper,
Gesch. d. Stadt Bernburg, 1938, S. 251.
Autor ↑
Reinhold SpechtEmpfohlene Zitierweise ↑
Specht, Reinhold, „Alexius Friedrich Christian“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
198
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd104173130.html
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Alfons X. >>
Alexius Friedrich Christian
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Alexius Friedrich
Christian, Herzog von Anhalt-Bernburg, ward als der einzige
Sohn des Fürsten Friedrich Albrecht und seiner Gemahlin Louise
Albertine von Holstein-Plön 12. Juni 1767
geboren und erhielt, so wie seine einzige Schwester Pauline
Christine Wilhelmine, nachmalige Fürstin zu Lippe-Detmold, eine
vortreffliche Erziehung. Nach dem im J. 1796 erfolgten Tode seines
Vaters trat er die Regierung seines Erbes an, welches sich im
nächsten Jahre durch ein Drittel des Besitzes der ausgestorbenen
Zerbster Linie, die Aemter Coswig und Mühlingen, im J. 1809 durch
Einziehung der Deutschordenscommende Buro und 1812 nach Aussterben
der Anhalt-Bernburg-Hoymer Linie durch das Amt Hoym und in Preußen
liegende Güter vermehrte. Er regierte mit größter Sorgfalt für das
Wohl des Landes, machte viele treffliche Einrichtungen, sorgte für
Verbesserung des Schulwesens, baute und vergrößerte viele Kirchen
und Schulen und ließ sich namentlich die Ausdehnung des
Straßennetzes, besonders in den neuerworbenen Landestheilen, sehr
angelegen sein. Dem Bergbau und dem Hüttenwesen wendete er seine
große Aufmerksamkeit zu, überwachte sorgfältigst das Forstwesen,
machte mehrere nützliche Bauunternehmungen, z. B. die vom Eise
zerstörte Saalbrücke in Bernburg, und gründete 1810 das Alexisbad
im Selkethale, sowie später das bei Gernrode auf preußischem
Gebiet liegende Beringer Bad.
In religiöser Hinsicht duldsam und aufgeklärt, brachte er in
seinem Lande 1820 die Union der beiden protestantischen
Glaubensbekenntnisse zu Stande. Im J. 1826 trat er zum deutschen
Zollverein, 1828 begann er die Separationen und Grundentlastungen
und 1829 stiftete er eine allgemeine Beamten-, Wittwen- und
Waisencasse.
Noch von Franz II. als deutschem Kaiser
erhielt er für sich und seine Nachkommen den herzoglichen Titel;
nach dem Ende des Deutschen Reichs trat er, wie seine Vettern in
Dessau und Köthen, zum Rheinbunde und sein Contingent kämpfte für
Napoleon in Tirol, Spanien, Rußland, Danzig und bei Kulm. Am 1.
Dec. 1813 ging er vom Rheinbunde ab, sandte seine Truppen mit den
Verbündeten 1814 und 1815 nach Belgien und Frankreich und trat 8.
Juni 1815 zum Deutschen Bunde.
Nach dem Tode des Herzogs Leopold Friedrich Franz von Dessau
1817, Senior des Hauses, übernahm er zu gleicher Zeit die
Vormundschaft über den minderjährigen Herzog Ludwig von Köthen und
führte sie, sowie die Regierung bis zu dessen 1818 erfolgten
Tode.
Herzog
A.
† 24. März 1834. Von
seiner Gemahlin Marie Friederike von Hessen-Kassel hinterließ er
zwei Kinder, eine Tochter Wilhelmine Louise, die mit dem Prinzen
Friedrich Wilhelm Ludwig von Preußen vermählt war, und seinen
Nachfolger, den schwachsinnigen Herzog Alexander Karl, der sich
1834 mit der Prinzessin Friederike Karoline Juliane von
Holstein-Glücksburg vermählte. Mit dessen 19. Aug. 1863 erfolgtem
kinderlosen Ableben erlosch der Fürst Christianische Stamm in
Bernburg und der Besitz desselben fiel an die einzig noch blühende
dessauische Linie, die auch schon 1854 in den Besitz des
Herzogthums Köthen gelangt war und somit alle seit 1603 getrennt
gewesenen anhaltischen Landestheile in ihrer Hand wieder
vereinigte.
Autor ↑
Siebigk.
Empfohlene Zitierweise ↑
Siebigk, „Alexius Friedrich Christian“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
338
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd104173130.html?anchor=adb
Alexius
Name: Alexius
Namensvariante: Alexius Friedrich Christian
Lebensdaten: 1767 bis 1834
Geburtsort: Ballenstedt
Sterbeort: Ballenstedt
Beruf/Lebensstellung: Herzog von Anhalt-Bernburg
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Specht, ReinholdAutor ADB:
SiebigkPND: 104173130