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<< Bülow, Ludwig Friedrich Viktor Hans Graf von     Bülow-Cummerow, Ernst Gottfried Georg von >>

Bülow, Karl Wilhelm Paul von

preußischer Generalfeldmarschall, * 24.3.1846 Berlin, 31.8.1921 Berlin. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Paul (1807–74), preußischer Oberstleutnant S des Karl Johann Heinrich (* 1769, gefallen bei Groß-Görschen 2.5.1813), preußischer Major und Kommandeur der Leibgrenadier-Bataillons, und der Luise Eleon. Leop. Dor. von Reichmeister; M Marie von Waldow (1817–1911); Potsdam 1883 Molly von Kracht; 2 S, 1 T, u. a. Vicco von Bülow-Schwante (* 1891), Diplomat.

Leben  
Mitkämpfer der Kriege von 1866 und 1870/71, seit 1877 Hauptmann im Generalstab der Armee, wurde Bülow 1894 Kommandeur des 4. Garde-Regiments zu Fuß, 1897 Direktor des Zentral-Departements im Kriegsministerium und 1903 Kommandierender General des III. Armeekorps. 1912 als Generaloberst zum Inspekteur der III. Armeeinspektion aufgestiegen, übernahm er bei Kriegsbeginn den gemeinsamen Oberbefehl über die 1. und 2. Armee, wo er durch die Wegnahme von Namur (23./24.8.) und den Stoß auf St. Quentin (29./30.8.) die französische 5. Armee zur Aufgabe ihrer Stellungen zwischen Maas und Sambre zwang und am 4.9. die Marne überschritt. Als am 6.9. die Franzosen und Engländer zur Gegenoffensive übergingen, die sich in erster Linie gegen die den äußersten deutschen rechten Flügel bildende 1. Armee richtete, entschloß sich deren Führer, Generaloberst A. von Kluck, zwei im Süden der Front am Petit Morin kämpfende Korps (III. und IX.) seinem gefährdeten rechten Flügel zuzuführen, wodurch zwischen der 1. und|2. Armee eine 30-40 km breite, lediglich von zwei Kavalleriekorps verschleierte Lücke entstand, in die der Gegner überlegene Kräfte warf. Obwohl sich die zunächst kritische Lage der 2. Armee durch den Erfolg bei Fère Champenoise günstiger gestaltete und auch der Angriff der 1. Armee weiter Boden gewann, brach Bülow, um den feindlichen Durchbruch zu verhindern und durch Absetzen vom Gegner die erforderliche Operationsfreiheit wiederzuerlangen, den Kampf am 9.9. ab. Wenn er auch die Erwartungen, die man an ihn im Frieden knüpfte, nicht erfüllt hat, da er zu wenig operativ dachte - die operative Verwendungsmöglichkeit der Kavallerie hat er nicht erkannt -, so ist weder er noch der Bevollmächtigte der Obersten Heeresleitung, Oberstleutnant Hentsch, der ihn in seinem Entschluß bestärkte, für den Mißerfolg an der Marne verantwortlich. Die Schuld trägt die Oberste Heeresleitung, die den Plan Schlieffens durch Schwächung des rechten Flügels zugunsten des linken verwässert hat und es unter Belassung des Großen Hauptquartiers weit rückwärts in Koblenz und Luxemburg an einer einheitlichen obersten Führung fehlen ließ. Herbst 1914 wiederverwendet und Januar 1915 zum Generalfeldmarschall befördert, trat Bülow April 1915 infolge schwerer Erkrankung in den Ruhestand.

Werke  
Mein Ber. z. Marneschlacht, 1919.

Literatur  
O. Krack, Gen.feldmarschall v. B., 1916; Baumgarten-Crusius, Die Marneschlacht 1914, 1919; M. v. Hausen, Erinnerungen an d. Marnefeldzug 1914, 1920, 21922; A. v. Kluck, Der Marsch auf Paris u. d. Schlacht am Ourcq 1914, 1920, 21926; G. Tappen, Bis z. Marne 1914, 1920; H. v. Kuhl, Der Marnefeldzug 1914, 1921; W. Müller-Loebnitz, Die Sendung d. Oberstleutnants Hentsch am 8.-10. IX. 1914, 21922; O. v. Moser, Ernsthafte Plaudereien üb. d. Weltkrieg, 1925; Der Weltkrieg 1914–18, Bd. 1, 3 u. 4, hrsg. v. Reichsarchiv, 1925–26; E. Bircher, Die Krisis in d. Marneschlacht, 1927; Th. v. Böse u. R. Dahlmann, Das Marnedrama 1914, 4 T., 1928; W. Groener, Der Feldherr wider Willen, 1930; Franz.: A. M. Chuquet, 1914/1915, De Valmy à la Marne, Paris 1915; E. Palat, La grande guerre sur le front occidental, 11 Bde., ebenda 1917; A. A. G. Hanotaux, La bataille de la Marne, 2 Bde., ebenda 1923; Engl.: J. D. P. French, Memories of Forty-Eight Years Service, London 1925; Itat.: N. Brancaccio, In Francia durante la guerra, in: Collezione Italiana V, Mailand 1926.

Autor  
Heinz Kraft
Empfohlene Zitierweise  

Kraft, Heinz, „Bülow, Karl Wilhelm Paul von“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 736 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118667963.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 736

PND: 118667963
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Index

Bülow, Karl von

Name: Bülow, Karl von
Namensvariante: Bülow, Karl Wilhelm Paul von
Lebensdaten: 1846 bis 1921
Geburtsort: Berlin
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Generalfeldmarschall
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Kraft, Heinz
PND: 118667963

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Bülow, Karl von

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