<< Miller, Oskar
Miller, Friedrich >>
Miller, Wilhelm
Chemiker,
* 9.12.1848 München,
† 1.3.1899 München.
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Ferdinand (s. 1);
B Oskar (s. 2); –
⚭ München 1884 Helene (1858–1926),
T d. Gabriel Sedlmayr (1811-91),
Brauereibes. in
M., u. d. Anna Rosalia Schwangart (1818–92); 3
S, 1
T ,
u. a. Gottfried (1893–1945), Chemiker,
Vorstandsmitgl. d. Kodak
AG.
Leben ↑
M. besuchte Schulen in Metten (Niederbayern) und München und studierte, dem Wunsch seiner Eltern folgend, seit 1868 zunächst in München, dann in Berlin Jura. Vorlesungen Liebigs, die er nebenbei gehört hatte, begeisterten ihn jedoch so sehr für die Chemie, daß er sich entschloß, diese als Beruf zu wählen. Da die
Univ. München damals kein chemisches Unterrichtslaboratorium besaß, betrieb er seine Studien seit Herbst 1871 an der Münchener
TH bei Emil Erlenmeyer. Mit einer von Erlenmeyer angeregten organisch-chemischen Untersuchung promovierte er 1874 an der Münchener Universität. Im selben Jahr wurde er zum Assistenten Erlenmeyers ernannt, 1875 habilitierte er sich an der
TH München und lehrte dort als Privatdozent. 1879 ließ er sich beurlauben und unternahm eine Studienreise, um verschiedene deutsche Universitätslaboratorien kennenzulernen und anschließend bis zum Spätsommer 1880 bei August Wilhelm Hofmann in Berlin zu arbeiten. Er setzte dann seine Tätigkeit an der
TH München fort, erhielt 1881 eine Anstellung als Hilfslehrer mit dem Titel Professor und wurde 1883 als Nachfolger Erlenmeyers
o. Professor für allgemeine Chemie.
M. arbeitete auf den Gebieten der organischen, der analytischen und der Elektrochemie. Er untersuchte mehrere Farbstoffe (Rouge français, Biebricher Scharlach, Aldehydgrün, Karmin), erforschte das Chinaldin und die Schiffschen Basen, versuchte das Chinin zu synthetisieren, führte das Tropäolin OO als Indikator in die Analytik ein und elektrolysierte organische Verbindungen. Zusammen mit Carl Otto Harz fand er im Dinitroo-kresol ein Mittel gegen die Nonnenraupe, die damals die oberbayer. Wälder befallen hatte. Nachdem er schon 1886 die Mittel für einen Raum für elektrochemische Arbeiten erhalten hatte, richtete er 1896 mit Hilfe seines Bruders Oskar an der
TH ein großes elektrochemisches Laboratorium ein, eines der ersten in Deutschland. Daneben beschäftigte er sich mit Fragen, bei denen sich Kunst und Naturforschung berührten
|Auszeichnungen ↑
Ao.
Mitgl. d.
Bayer. Ak. d. Wiss. (1895);
Mitgl. d. Obersten Schulrats (1895).
Werke ↑
u. a.
Kurzes
Lehrb. d. analyt. Chemie, 1884,
31897 (mit H. Kiliani, der d. Werk bis
61909 fortführte);
Alte u. neue Farbstoffe, in:
Beil. z. Allg. Ztg., 1882,
Nr. 34 u. 35;
Die Wiederauffindung d.
ma. Goldfäden,
ebd.,
Nr. 204 (mit C. O. Harz).
Literatur ↑
Borchers, in:
Zs. f. Elektrochemie 5, 1898/99, S. 445 f.
(P);
O. Doebner, in:
Berr. d.
Dt. Chem.
Ges. 32, 1899, S. 3756-76
(W);
A. Lipp, in:
Jberr. d.
kgl. TH zu München f. d. Studienj. 1898/99;
SB d.
math.-physikal. Classe d.
kgl. bayer. Ak. d. Wiss. 30, 1900 (1901), S. 316-24;
W. R. Pötsch,
Lex. bedeutender Chemiker, 1989;
E. Bassermann-Jordan, Die
Kunstslg. d.
kgl. Prof. Dr. W.
v. M. in München, 1906;
BJ IV;
Pogg. III, IV.
Portraits ↑
Ölbild
v. F.
v. Lenbach, 1899 (
Privatbes.).
Autor ↑
Bernd WöbkeEmpfohlene Zitierweise ↑
Wöbke, Bernd, „Miller, Wilhelm“,
in: Neue Deutsche Biographie
17
(1994), S.
519 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11704380X.html