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Meyer, Theodor
Jesuit, Moralphilosoph,
* 4.3.1821 Bünzen Kanton Aargau,
† 4.2.1913 Exaten bei Roermond (Niederlande).
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Joseph Martin (1789–1865),
vermutl. Landwirt,
S d. Johann Kaspar Alois Martin Theodor (1764–1840) u. d. Rosa Hübscher (1763–1813);
M Maria Barbara (1790–1877),
T d. Anton Kuhn (1751–1837) u. d. Anna Barbara Meyer (1753–1830); 7
Geschw.
Leben ↑
M. trat 1841 in Brig in den Jesuitenorden ein. Im Sonderbundkrieg wurde er 1847 als Jesuit aus der Schweiz vertrieben und kam noch vor Abschluß seiner Studien über die Lombardei und Wien in das Kolleg von Sandec (Galizien). Auch von dort mußte er bald wegen revolutionärer Unruhen fliehen und ging nach Belgien. 1851 wurde er in Löwen zum Priester geweiht. Zunächst übernahm er 1852 in Paderborn einen Lehrauftrag für dogmatische Theologie vor den Studierenden seines Ordens. Seit 1856 lehrte er an Ordenskollegien Ethik und Naturrecht, zuerst in Bonn, dann seit 1861 in Aachen, seit 1863 in Maria Laach und nach der Vertreibung der Jesuiten aus Deutschland in Holland: seit 1873 in Blijenbeek, seit 1885 in Exaten. Auf das Entstehen der Zeitschrift „Stimmen aus Maria Laach“ hat er bestimmenden Einfluß ausgeübt und sie durch zahlreiche Beiträge unterstützt.
M.s Bedeutung liegt in der systematischen Bearbeitung der in jener Zeit allmählich ins öffentliche Bewußtsein tretenden „sozialen Frage“ im Rahmen einer an der Scholastik (Thomas von Aquin in der Interpretation von Franz Suarez) orientierten Moralphilosophie. So machte er die „Arbeiterfrage“ zu einem zentralen Gesichtspunkt, unter dem er die Sozialprinzipien umfassend behandelte. Durch sein klares Grundsatzdenken wurde
M. im
kath. Lager Deutschlands zu einem anerkannten Lehrmeister in gesellschaftlichen Fragen und zum Vorläufer und Wegbereiter der kirchenamtlichen
kath. Soziallehre. Seine Vorlesungen im Ordensseminar hielt er – entsprechend den Vorschriften der damaligen Zeit – auf Latein. Auch sein Hauptwerk ist in
lat. Sprache verfaßt: „Institutiones iuris naturalis seu philosophiae moralis universae secundum principia S. Thomas Aquinatis“ (2
Bde., 1885/1900,
21906).
Werke ↑
Weitere W u. a.
Grundsätze d. Sittlichkeit u. d. Rechts nach Maßgabe d. im Syllabus VII verzeichneten Irrtümer, 1868;
Die
christl.-eth. Sozialprinzipien u. d. Arbeiterfrage, 1891,
verb. 61904 (zuerst in: Stimmen aus Maria Laach, 1871 u. 1872).
Literatur ↑
H. Pesch, in:
Mitt. aus d.
Dt. Ordensprovinz 6, 1912/14, S. 327 ff.;
Schweizer
Kirchenztg. 80, 1913, S. 69, 115-17;
Stimmen aus Maria Laach 84,
|1913, S. 245 f.;
F. Skoda, Doctrina moralis catholica de poena mortis a C. Beccaria usque ad nostros dies, Romae,
Univ. Lateranensis 1949, S. 95-103;
BJ 18.
Autor ↑
Walter KerberEmpfohlene Zitierweise ↑
Kerber, Walter, „Meyer, Theodor“,
in: Neue Deutsche Biographie
17
(1994), S.
374 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd117569445.html
Meyer, Theodor
Name: Meyer, Theodor
Lebensdaten: 1821 bis 1913
Geburtsort: Bünzen Kanton Aargau
Sterbeort: Exaten bei Roermond (Niederlande)
Beruf/Lebensstellung: Moralphilosoph; Jesuit
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Kerber, WalterPND: 117569445