<< Meydenbauer, Albrecht
Meyendorff >>
Meyenberg, Albert
katholischer Theologe,
* 9.11.1861 Zug,
† 23.1.1934 Luzern.
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Peter Joseph (1815–97),
Gärtnereibes. in
Z.,
S d. Klemens Anton (1771–1849) u. d. Barbara Zürcher (1784–1853);
M Franziska (1835–97), Blumenmacherin,
T d. Josef Suppiger u. d. Barbara Weibel.
Leben ↑
Nach dem Besuch des Gymnasiums in Zug studierte
M. 1880/81 an der
Univ. Innsbruck, dann bis 1884 in Würzburg Philosophie und Theologie. Seine Ausbildung beendete er an der
Theol. Fakultät in Luzern und empfing hier im Mai 1885 die Priesterweihe. Im selben Jahr trat er seine erste Stelle als Kaplan und Sekundarschullehrer in Baar (
Kt. Zug) an. 1890 erhielt
M. das
St. Karl Benefizium in Zug und am dortigen Gymnasium eine Stelle als Lehrer der Syntax. Seine Hauptwirkungsstätte aber wurde Luzern. 1891 berief ihn der Bischof von Basel als Subregens an das dortige Priesterseminar, gleichzeitig verlieh ihm die Luzerner Regierung die Professur für Pastoraltheologie an der
Theol. Fakultät. Zusätzlich unterrichtete
M. Moraltheologie, seit 1902 stattdessen Exegese des Neuen Testaments, Homiletik und Katechetik. Mit der Übertragung einer Chorherrenpfründe am weltlichen Kollegiatstift
St. Leodegar in Luzern durch die Regierung (1897) und der Ernennung zum Schriftleiter der „Schweizer. Kirchen-Zeitung“ (1900) durch den Bischof von Basel erhielt
M. jene Aufgaben, die sein Wirken in besonderer Weise prägen sollten.
Zunächst profilierte er sich als Prediger und herausragender Redner auf Versammlungen und Kongressen. Er war gefragt als Festprediger und Vortragsredner auf zahlreichen Katholikentagen. In seinen vielen Veröffentlichungen verteidigte
M. die
kath. Moraltheologie und versuchte, die kirchlichen Positionen einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Eingehend behandelte er die
kath. Soziallehre und (vor dem Hintergrund der Schrecken des 1. Weltkrieges) die christliche Friedensethik. Darüber hinaus veröffentlichte er ein umfangreiches Werk über das Leben Jesu und setzte sich mit dem
kath. Literaturstreit und der Modernismuskrise auseinander. Von länger andauernder Wirkung waren hauptsächlich seine homiletischen Schriften mit ihrem Einfluß auf die entstehende liturgische Erneuerungsbewegung. Demgegenüber büßten viele der anderen Arbeiten, die sich mit aktuellen Themen befaßten, in der Folgezeit an Bedeutung ein
|Auszeichnungen ↑
Dr. theol. h. c. (Fribourg 1928).
Werke ↑
u. a.
Homilet. u. katechet.
Stud. im Geiste d.
hl. Schrift u. d. Kirchenj., 1902,
81925 (auch
ital.,
engl.,
span.);
Homilet. u. katechet.
Stud., Erg.werk, I/II, 1908/17;
Wartburgfahrten, Wanderungen aus Innen- u. Außenwelt, 1908;
Leben-Jesu-Werk I-III, 1922–31. –
W-Verz.: A. Zollet, Die Werke
v. Prälat Dr. A.
M., 1931 (868 Nummern).
Literatur ↑
F. A. Herzog, A.
M., 1935
(P);
A. Iten, Tugium Sacrum, Der Weltklerus zugerischer Herkunft u. Wirksamkeit bis 1952, 1952, S. 305-07;
P. Schmid, Kirchentreue u.
christl. Pragmatismus, Die Friedensarbeit u. sozialeth. Verkündigung d. Luzerner Theologen A.
M. (1861-1934), 1987;
ders., A.
M. (1861-1934), Kirchentreuer Pragmatiker als Vermittler
zw. Althergebrachtem u. Neuem, in: St. Leimgruber u. M. Schoch (
Hrsg.), Gegen d. Gottvergessenheit, Schweizer Theologen im 19. u. 20.
Jh., 1990, S. 143-53
(P);
RGG3;
LThK2;
BBKL.
Autor ↑
Markus RiesEmpfohlene Zitierweise ↑
Ries, Markus, „Meyenberg, Albert“,
in: Neue Deutsche Biographie
17
(1994), S.
287
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11882791X.html