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Mentzel, Rudolf >>
Mentzel, Christian
Leinenkaufmann,
* 9.9.1667 Hirschberg (Schlesien),
† 25.2.1748 Hirschberg (Schlesien). (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Georg (1635–1715),
Kaufm. in
H.;
M Magdalena,
T d. Huf- und Waffenschmieds
N. N. Wentzel;
⚭ 1) 1692 Anna Ursula (
† 1726),
Kaufm.-T aus Schmiedeberg, 2) 1727 Agnes Elisabeth (
† 1731),
verw. Biehler,
geb. Grabs, 3) 1732 Christiane Elisabeth (1702–56),
verw. Sturm,
geb. Legner; 9
K aus 1), 3
K aus 2), 2
T aus 3).
Leben ↑
Leben und Wirken
M.s sind eng verbunden mit dem wirtschaftlichen Aufstieg Hirschbergs nach dem Dreißigjährigen Krieg, das sich bis zur Mitte des 18.
Jh. zu einem Zentrum des Leinen- und Schleierhandels entwickelte. Dieses günstige Umfeld verstand
M. zu nutzen. Seine wohlhabenden Eltern ließen ihn zunächst durch einen Hauslehrer und dann drei Jahre lang im
kursächs. Oberwiesa erziehen. 15jährig ging
M. nach Breslau, um den Kaufmannsberuf zu erlernen. Nach der Lehrzeit bildete er sich in der elterlichen Textilhandelsfirma weiter und unternahm Geschäftsreisen ins In- und Ausland, so nach den Niederlanden, England, Spanien und Portugal. Nach der Gründung eines eigenen Leinenhandelshauses (um 1690) ließen ihn Fleiß und unternehmerisches Geschick bald zu einem der bedeutendsten Handelsherren des gesamten
schles. Gebirges aufsteigen. Außerdem betätigte er sich als Geldverleiher und Vermittler von Geldgeschäften, widmete sich dem Immobiliengeschäft und wurde zu einem bedeutenden Haus- und Grundstücksbesitzer. Obwohl er die ihm angebotene Erhebung in den Reichsadel abgelehnt hatte, konnte er mit kaiserlicher Erlaubnis die Rittergüter Lomnitz und Berbisdorf erwerben. Sein bedeutendes Vermögen nutzte
M. auch zur Förderung des
schles. Leinenhandels. So ermöglichte er durch ein Darlehen von 2 000 Gulden der Gebirgshandelsschaft 1733 die Errichtung einer Niederlage in Triest. Durch ein umfangreiches Mäzenatentum unterstützte er vor allem Kirchen und Schulen. Für die 1718 eingeweihte Gnadenkirche in Hirschberg stiftete er 30 000 Gulden und unterstützte die Pastoren an dieser Kirche ebenso wie die Lehrer an der Hirschberger Lateinschule und viele Studierende an der
Univ. Leipzig.
M. hinterließ ein Vermögen von 345 000 Reichstalern.
Literatur ↑
J. C. Herbst, Chronik d. Stadt Hirschberg, 1849;
M. Vogt, Illustrierte Chronik d. Stadt Hirschberg, 1879;
A. Zimmermann, Blüte u. Verfall d. Leinengewerbes in Schlesien, 1885;
B. E. H. Gerstmann, Btrr
z. Kulturgesch. Schlesiens, Aus d. Fam.geschichten d. Glafey, Hasenclever, Mentzel etc., 1909;
O. Nafe, C.
M., in:
Schles. Lb. III, 1928, S. 161-66
(L, P);
H. Hessen, Hirschberg, 1959;
K. Fuchs, Der Einfluß d.
preuß. Zollpol. auf d.
schles. Spinnstoffindustrie
v. d. Zeit
Friedrichs d. Gr. bis
z. Vormärz, in: Geschichtl.
Landeskde. V, T. 2 (
FS f. L. Petry), 1969, S. 219-44;
G. Grundmann, Hirschberg, in: H. Weczerka (
Hrsg.), Schlesien,
Hdb. d.
hist. Stätten, 1977, S. 189-93.
Autor ↑
Konrad FuchsEmpfohlene Zitierweise ↑
Fuchs, Konrad, „Mentzel, Christian“,
in: Neue Deutsche Biographie
17
(1994), S.
96
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd137040105.html