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<< Melchior Zobel von Giebelstadt     Melchior, Johann Peter >>

Melchior, Hans

Botaniker, * 5.8.1894 Berlin, 12.3.1984 Berlin. (evangelisch)


GenealogieLebenAuszeichnungenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Franz, Kaufm. in B.; M Emma Bachmann; 1920 Ilse Erna Stümer ( 1970); kinderlos.

Leben  
M. studierte 1916-20 Botanik und Naturwissenschaften an der Univ. Berlin und wurde 1920 mit der Dissertation „Über den anatomischen Bau der Saugorgane von Viscum album (L.)“ unter G. Haberlandt und Adolf Engler zum Dr. phil. promoviert. Sein Interesse an Morphologie, Systematik und Pflanzengeographie führte ihn anschließend als Assistent Englers an das Botanische Museum und den Botanischen Garten in Berlin-Dahlem, wo er 1927 Oberassistent, 1932 Kustos (1940 Prof.-Titel), 1955 Wissenschaftlicher Oberrat wurde und von 1957 bis zu seiner Pensionierung 1959 Kommissarischer Leiter war. Danach wurde er noch zum Direktor i. R. ernannt. Seit 1925 bildete er technische Assistenten in der Lebensmitteluntersuchung und seit 1943 Gartenbaulehrlinge in Botanik aus.|1948 erhielt er einen Lehrauftrag für Botanik und mikroskopische Lebensmitteluntersuchung an der TH Berlin, wo er 1953 zum Honorarprofessor für das Gebiet „Botanische Lebensmitteluntersuchung“ ernannt wurde.
In den erhaltenen Räumen des Botanischen Museums ließ M. nach 1945 wieder ein kleines Schaumuseum mit paläobotanischen Objekten und Nutzpflanzen einrichten, in dem auch die Grundzüge ihrer Analyse gezeigt wurden. Zum weiteren Aufbau der paläobotanischen Abteilung, der Darstellung der Kulturpflanzen und der besonderen „Ägyptischen Abteilung“ mit pflanzlichen Überresten der frühen Hochkultur trug er in den neuen Räumen 1957-59 bei. Ferner betätigte sich M. als Herausgeber von fachwissenschaftlichen Zeitschriften (Bibliotheca Botanica 124-33, 1958-77; Botan. Jbb. f. Systematik … 76-77, 1953-57) und von Sammelwerken wie „Die natürlichen Pflanzenfamilien“ (21953-80).
Die wissenschaftlichen Forschungen M.s galten floristischen, systematischen, morphologischen, algologischen und phylogenetischpflanzengeographischen Gegenständen. Er war an der Bearbeitung mehrerer tropischer Floren (Südamerika, Afrika, Ostasien, Neuguinea u. a.) und botanischer Standardwerke beteiligt, besonders an der 12., neu bearbeiteten, durch ihn herausgegebenen Auflage des durch A. Engler begründeten „Syllabus der Pflanzenfamilien …“, zu dessen beiden Bänden er selbst 29 Beiträge über Familien und Ordnungen beisteuerte (1954-64). Er erforschte die Entwicklungsgeschichte der Alpenflora und trug eine umfangreiche Sammlung besonders aus den Südtiroler Dolomiten zusammen. Außerdem untersuchte er die alpine Flora des Elburs-Gebirges im Nordiran, als er 1936 an der „Deutschen Demawend-Expedition“ als Pflanzengeograph teilnahm. Ferner bearbeitete er die Pflanzensammlungen der Deutschen Nanga-Parbat-Expedition 1937 aus dem Nordwest-Himalaja.
Ein weiteres Arbeitsgebiet M.s war die angewandte Botanik. Er widmete sich der mikroskopischen Anatomie der Nutzpflanzen, besonders der Holz- und Faserpflanzen, und wirkte bei einer Neubearbeitung des von Julius Wiesner begründeten Werks „Rohstoffe des Pflanzenreichs“ 41927/28) mit. Er beschäftigte sich u. a. mit der Struktur und Bildung der Stärkekörner. Aus seinen Studien zur mikroskopischen Analyse von Lebensmitteln ging das „Praktikum der mikroskopischen Nahrungsmitteluntersuchung“ (1933, 21939) hervor. Seit 1953 gab er zusammen mit Josef Schormüller das vielbändige Sammelwerk „Grundlagen und Fortschritte der Lebensmitteluntersuchung“ heraus|

Auszeichnungen  
Mitgl. d. Dt. Botan. Ges. u. d. Ges. Naturforschenden Freunde, Berlin.

Werke  
Weitere W u. a. Über d. anatom. Bau d. Saugorgane v. Viscum album (L.), in: Btrr. z. Allg. Botanik 2, 1921, S. 55-87; Die Algen, 1. Abt., in: G. Lindau u. R. Pilger (Hrsg.), Kryptogamenflora f. Anfänger, IV (T. 1), 21926, S. 1-314; Die Algen, 2. Abt., ebd., IV (T. 2), 21930, S. 1-301; Schleime, in: J. Wiesner (Begr.), Rohstoffe d. Pflanzenreichs II, 41928, S. 1831-1912 (mit E. Konstanty); Zur Pflanzengeogr. d. Elburs-Gebirges in Nord-Iran, in: SB d. Ges. Naturforschender Freunde zu Berlin, 1937, S. 55-71; Sphagnum, Naturgesch. u. erdgeschichtl. Bedeutung d. dt. Hochmoore, 1939; Mikroskop. Unterss. v. Kaffee, Kaffee-Zusatz u. Kaffee-Ersatzstoffen, v. Kakao u. v. Tabak, in: J. Schormüller (Hrsg.), Hdb. d. Lebensmittelchemie VI, 1970, S. 348-93, 394-413, 414-25; Gewürze, Botan. u. chem. Unters., 1974 (mit H. Kastner).

Literatur  
E. Potztal, in; Willdenowia 14, 1984, S. 261-68 (W-Verz., P); dies., in: SB d. Ges. Naturforschender Freunde zu Berlin 24/25, 1985, S. 217-20 (P).

Autor  
Brigitte Hoppe
Empfohlene Zitierweise  

Hoppe, Brigitte, „Melchior, Hans“, in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 9 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd139821872.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 17 (1994), S. 9 f.

PND: 139821872
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Index

Melchior, Hans

Name: Melchior, Hans
Lebensdaten: 1894 bis 1984
Geburtsort: Berlin
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Botaniker
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Hoppe, Brigitte
PND: 139821872

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Melchior, Hans

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139821872

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