<< Lerche, Jakob Johann
Lerchenfeld, von >>
Lerche, Theodor Heinrich Wilhelm von (russischer Erbadel 1836)
Augenarzt,
* 25.2.1791 Trautenstein am Harz,
† 9./21.10.1847 Sankt Petersburg. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Wilhelm (1761–1816), Pfarrer in
T., seit 1800 in Hüttenrode,
S d.
Joh. Nikolaus (1718–85), Konsistorialassessor u. Stadtprediger in Blankenburg, u. d. Sidonia Sophie Maria Rosenthal;
M Karoline (1761–1811),
T d. Ratskämmerers Heinrich Georg Ellisen in Blankenburg u. d. Catharina Augusta Christiana Bötticher;
⚭ Riga 1815 Pauline Auguste (1797–1876),
T d. Ludwig Christoph Mercklin, Musiker, aus Ludwigsburg, seit
ca. 1799 in Riga, u. d. Dorothea Elisabeth Steigert;
Schwager Eugen Mercklin (1792–1873), Arzt in Riga (s.
Dt.-Balt.
Biogr. Lex., 1970); 6
S, 6
T ,
u. a. Wilhelm Ludwig (1817–63),
Dr. med., Staatsrat,
Dir. d. Augenheilanstalt in
St. P.
Leben ↑
L. besuchte das Gymnasium in Blankenburg (Harz); 1808-12 studierte er Medizin in Dorpat (
Dr. med. 1812). Er trat anschließend als Arzt in den Dienst der
Kaiserl. Deutsch-
Russ. Legion und nahm am Krieg gegen Frankreich teil. 1814/15 hielt er sich zur Fortbildung in Paris, den Niederlanden, Wien (bei Joseph Beer) und in Deutschland auf. Sein eigenes Schicksal (er war als Kind auf einem Auge erblindet) führte dazu, daß er sich besonders für die Augenheilkunde interessierte und sich um die Versorgung armer Kranker bemühte. Nachdem er sich 1815 in
St. Petersburg niedergelassen hatte, gehörte er zu den Mitbegründern des exklusiven (15, später 25 Mitglieder) Deutschen Ärztlichen Vereins, des ältesten Ärztevereins des
Russ. Reiches, und war 1819-22 dessen Sekretär.
L. übernahm als Herausgeber die Redaktion der „Vermischten Abhandlungen aus dem Gebiete der Heilkunde von einer Gesellschaft praktischer Aerzte zu
St. Petersburg“. Seit 1816 war er als leitender Arzt einer Augen-Heilanstalt tätig, die 1806 auf Initiative der „Medizinisch-philanthropischen Gesellschaft“ eingerichtet worden war, aber 1823 aus finanziellen Gründen die Arbeit einstellen mußte.
L. gründete daraufhin 1824 die
St. Petersburger Augen-Heilanstalt, die sich 1827 mit staatlichen Mitteln auch ein kleines Krankenhaus einrichten konnte. Als Direktor dieser Institution war
L. bis zu seinem Tode tätig. Er war Leibokulist am Zarenhof und
Wirkl. Staatsrat.
Werke ↑
Weitere W
Klin. u. experimentelle Aufsätze
z. Augenheilkde.Literatur ↑
E. Blessig, Aus d. Leben d.
St. Petersburger
dt. Aerztekreise, in:
Dt. Leben im alten
St. Petersburg,
hrsg. v. H. Pantenius u. O. Grosberg, 1930, S. 114-40;
J. Hirschberg,
Gesch. d.
Augenheilkde. VII u. VIII, in:
Hdb. d.
ges. Augenheilkde.,
hrsg. v. Th. Axenfeld u. A. Elschnig,
21915-18, S. 179-86
(P);
Russkij biograf. slovar' X, 1914, S. 316;
Dt.GB 158.
Autor ↑
Heinz Müller-DietzEmpfohlene Zitierweise ↑
Müller-Dietz, Heinz, „Lerche, Theodor Heinrich Wilhelm von“,
in: Neue Deutsche Biographie
14
(1985), S.
312
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11766815X.html
Lerche, Theodor von
Name: Lerche, Theodor von
Namensvariante: Lerche, Theodor Heinrich Wilhelm von
Namensvariante: Lerche, Theodor
Namensvariante: Lerche, Theodor Heinrich Wilhelm
Lebensdaten: 1791 bis 1847
Geburtsort: Trautenstein am Harz
Sterbeort: Sankt Petersburg
Beruf/Lebensstellung: Augenarzt
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Müller-Dietz, HeinzPND: 11766815X