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Albrich, Johann
Leben
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Leben ↑
Albrich: Johann
A.
, Arzt und Historiker, geb. zu Kronstadt in Siebenbürgen 1 Sept. 1687, † 23.
Dec. 1749, bezog, auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt
vorgebildet, 1706 die Universität Halle, setzte seine Studien in
Leyden fort und wurde zu Utrecht am 23. Dec. 1709 zum Doctor der
Medicin promovirt. Zwei Jahre später nach seiner Heimath
zurückgekehrt, wurde er 1715 zum Stadtphysikus ernannt. In dieser
Eigenschaft 1718, als im September die Pest in Kronstadt ausbrach
und begünstigt durch den vorausgegangenen Mißwachs und die ihm
gefolgte Theuerung bis zum Nov. 1719 fortwüthete, in der Stadt
allein 4448 Menschen dahinraffend, zum Mitglied des Directoriums
berufen, das an Stelle der meist auf das Land flüchtenden
Magistratsräthe die Verwaltung der Stadt übernahm, oblag ihm
vornehmlich die Unterdrückung der Seuche.
A.
schrieb unter dem Titel: "Observationes de peste Barcensi praesertim Coronae
saeviter a. 1718 et 1719 grassante" eine Geschichte dieser
Pest, die, obwol von Chenot und anderen vielfach benützt, von
Kölescheri auszugsweise unter seinem Namen veröffentlicht, bis auf
den medicinischen Theil, der in deutscher Uebertragung in der
"Siebenbürgischen Quartalschrift" III. S.
121—142 erschienen, Handschrift geblieben ist. Die Uebersendung
dieser "Bemerkungen", sowie einiger Mineralien, Münzen und
Arzneistoffe an den Professor Joh. Heinrich Schulz in Halle dürfte
die Veranlassung zu seiner Aufnahme in die kaiserlich
Leopoldinische Akademie für Naturwissenschaften unter dem Namen
Chrysippus III. am 25. Juni 1740 gegeben
haben. Die Versuche des Szekler Adels
|auf dem
Landtage von 1713 theils seine Güter auf Kosten der adeligen
Besitzungen der Stadt Kronstadt zu erweitern, theils die
Giebigkeiten zu verweigern, die diesen Besitzungen aus den Szekler
Stühlen gebührten, machten
A.
auf die Bedeutung der Privilegien und den Werth ihrer
Kenntniß aufmerksam und bestimmten ihn, dem als Schwiegersohn des
Stadtrichters Georg Drauth die Urkundenschätze seiner Vaterstadt
leicht zugänglich waren, die Privilegien derselben
zusammenzusuchen, zu ordnen und die wichtigsten durch junge
Juristen und Theologen 1714 abschreiben zu lassen. Die seither
vielfach vermehrte Abschrift führt den Titel: "Palladium Coronense seu Thesaurus Litterarum
Donationalium, Statuoriarum, Introductoriarum, Relatoriarum,
Reambulatoriarum, Privilegialium, Confirmatoriarum,
Adjudicatoriarum, Emptionalium, Venditionalium, Impignoratoriarum,
Contractualium, Transactionalium, Vectigalium etc. a divis Regibus
Hungariae, nec non Principibus ac Wajvodis Transylv. etc. Civitati
Coronensi, terraeque Barczna ob fidelia ejusdem servitia
collatarum" und findet sich auf dem Kronstädter Rathhause,
zwei Bände von ihm veranlaßter Abschriften von Kronstädter
Chronisten in der Bibliothek des ev. Gymnasium. Seine Mitbürger
ehrten ihn durch die Wahl zum Kirchen-Curator und zum Mitglied des
städtischen Raths.
Literatur ↑
Jos. Trausch, Schriftstellerlexicon der Siebenb. Deutschen I. — Mich. Ironius, Diarium v. J. 1715—27.
Handschrift. — Weszprémi, Biographia Medicorum
Hungariae et Transylvaniae Centuria II. et III. Viennae.
Autor ↑
v. Trauschenfels.
Empfohlene Zitierweise ↑
Trauschenfels, von, „Albrich, Johann“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
324-325
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135702992.html?anchor=adb
Albrich, Johann
Name: Albrich, Johann
Lebensdaten: 1687 bis 1749
Beruf/Lebensstellung: siebenbürgischer Arzt; Historiker
Konfession: evangelisch?
Autor ADB:
Trauschenfels, vonPND: 135702992