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NDB-Artikel

<< Brühlmann, Hans Ernst     Brülow, Kaspar >>

Brüll, Ignaz

Komponist und Pianist, * 7.11.1846 Proßnitz (Mähren), 17.9.1907 Wien. (israelitisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
Brülls Eltern waren hochmusikalisch und haben es im Rahmen der örtlichen und häuslichen Musikpflege zu ansehnlichen Leistungen gebracht, der V ( Sommer 1889), Kaufmann in Proßnitz, später Wien, als Bariton, die M ( 1903) als Pianistin, die dem achtjährigen S auch den ersten Klavierunterricht erteilte; aus demselben Geschlecht: Jakob ben Michael Brüll (1812–89), Talmudist und Rabbiner, und dessen 2 S, die jüdischen Religionswissenschaftler Adolf Brüll (1846–1908) und Nechemia Brüll (1843–91); 1882 Marie Schostag, T eines Bankiers; 2 T.

Leben  
Der junge Brüll, der in der Musik von Julius Epstein (Klavier) und Otto Dessoff (Komposition) unterwiesen wurde und (seit 1850) zeitlebens der Stadt Wien die Treue gehalten hat, begann vor der Öffentlichkeit als glänzender Pianist. Führten ihn seine Konzertreisen auch über Deutschlands Grenzen hinaus, so sehen wir sein Leben dennoch in einer stetigen, vielleicht ein wenig zu glatten Bahn verlaufen. Der Pianist Brüll trat allmählich mehr und mehr zurück zugunsten des Komponisten Brüll, der nun, ohne sich mit pekuniären Sorgen herumschlagen zu müssen, frei in der Stille wirken konnte. 1872-78 war er als Lehrer an den Horakschen Klavierschulen tätig, deren künstlerischer Mitdirektor er 1881 wurde. Mit Johannes Brahms, der seine feine und bescheidene menschliche Art und seine reichen Musikkenntnisse sehr zu schätzen wußte, war er eng befreundet. - Brülls melodisch zumeist gelungene Kompositionen haben die Epoche ihrer Entstehung nicht lange überdauert, am längsten noch seine Oper „Das goldene Kreuz“ (1875, Text von Salomon von Mosenthal), die auf ihre Weise den Ton einer speziell österreichischen Volkstümlichkeit anstrebt und auch glücklich trifft. Durch diesen Erfolg sind allerdings seine übrigen Bühnenwerke etwas unverdient in den Schatten gedrängt worden.

Werke  
Weitere W Bühnenwerke: Der Landfriede, Wien 1877; Das steinerne Herz, 1888; Gringoire, 1892; Schach d. König, 1893; Orchesterwerke: Sinfonie op. 31; 3 Serenaden op. 29, 36 u. 67; ferner Kammermusik, Klavierwerke u. Vokalmusik, s. a. MGG.

Literatur  
E. Hanslick, Die Moderne Oper II, 1880, S. 311 ff., III, 1884, S. 66 f., VI, 1892, S. 208, VII, 1896, S. 56 ff.; K. M. Klob, Btrr. z. Gesch. d. dt. kom. Oper, 1903, S. 90; E. v. Komorzynski, I. B., in: Die Musik 7, 1907/08, S. 229-30; G. R. Kruse, Einl. z. Reclam-Operntextb. „Das goldene Kreuz“, 1909 (ausführl. W-Verz.); H. Schwarz, I. B. u. sein Freundeskreis, Wien 1922 (P); R. Specht, Johs. Brahms, 1928, S. 202 f.; ders., in: BJ XII, S. 221-26 (u. Totenliste 1907, L); H. Wirth, in: MGG (W, L); Enc. Jud. IV (auch f. Adolf u. Nechemia). - Zu Jak. u. Nechemia: ADB XLVII.

Portraits  
Holzschnitte in: LIZ 71, 1878, S. 250, Daheim, 1892, Beil. Nr. 1; Medaille v. K. Waschmann (Wien, Münzslg.).

Autor  
Werner Bollert
Empfohlene Zitierweise  

Bollert, Werner, „Brüll, Ignaz“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 664 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118660284.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 664

PND: 118660284
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Index

Brüll, Ignaz

Name: Brüll, Ignaz
Lebensdaten: 1846 bis 1907
Geburtsort: Proßnitz (Mähren)
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: Komponist; Pianist
Konfession: jüdisch
Autor NDB: Bollert, Werner
PND: 118660284

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Brüll, Ignaz

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118660284

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