Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Brühl, Gustav     Brühlmann, Hans Ernst >>

Brühl, Julius Wilhelm

Chemiker, * 13.2.1850 Warschau, 5.2.1911 Heidelberg. (jüdisch, dann evangelisch)


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Ludwig, aus Danzig, nach Rußland ausgewanderter Industrieller; M Emma Bamberg; 1880 Lili Bamberger; 1 S.

Leben  
Brühl studierte Chemie (1868–70 Polytechnikum Zürich, dann Berlin als Schüler von A. W. Hofmann). 1873 ging er als Assistent von H. Landolt nach Aachen, wurde dort Privatdozent, promovierte aber erst 1875 in Göttingen. Unter dem Einfluß von Landolt nahm er dessen Arbeiten aus den Jahren 1862-64 über die systematische Untersuchung des Zusammenhangs zwischen chemischer Konstitution und physikalischen Eigenschaften auf, an erster Stelle die Untersuchungen über chemische Konstitution und Lichtbrechung (Refraktion und Dispersion insbesondere von organisch-chemischen Molekülen), später ergänzt durch Messungen der Dichte und der thermischen Eigenschaften. Die wichtige Erkenntnis, daß auch Doppelbindungen und Dreifachbindungen einen ganz bestimmten Beitrag zur Molrefraktion liefern, trug er 1879 auf der Naturforscherversammlung (Baden-Baden) vor. Er hat damit einen Weg von bleibender Bedeutung für die Konstitutionsforschung entdeckt. In zahlreichen Einzeluntersuchungen, die insbesondere auch die quantitative Bestimmung der „Incremente“ enthalten, wurde die berühmte Lorenz-Lorentzsche Formel im wesentlichen bestätigt. Daneben veröffentlichte Brühl eine ganze Reihe von Beiträgen zur organischen Chemie, zur Laboratoriumstechnik, zum Tautomerieproblem; die Bezeichnungen Enol, Enolisieren, Ketisieren gehen auf ihn zurück. - Bald nach seiner Berufung von Aachen nach Lemberg (1880) erkrankte er; 1884-87 war er in Freiburg (Breisgau), seit 1888 als Nachfolger von A. Bernthsen in Heidelberg. 1898 hatten sich die Leiden so verschlimmert, daß er die Professur aufgab und bis 1904 nur noch in seinem Privatlaboratorium arbeiten konnte. Nach 7 Jahren schwersten Leidens gab er sich den Tod. Er war u. a. hon. member der Royal Institution, D. Sc. Cambridge und Dublin, Mitglied der Krakauer Akademie der Wissenschaften.

Literatur  
K. Auwers, in: Berr. d. Dt. Chem. Ges. 44, 1911, S . 3757-94 (W, P); Heidelberger naturwiss.-med. Verhh. 11, 1911, S. 83; E. Philippi, in: BJ XVI, S. 133-36 (u. Totenliste 1911, L); O. Rütschli u. C. Ehler, Ansprachen z. Gedächtnisfeier am 5.5.1911, 1912 (P); Chemiker-Album v. G. Krause (Dt. Museum München, P).

Autor  
Walther Gerlach
Empfohlene Zitierweise  

Gerlach, Walther, „Brühl, Julius Wilhelm“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 663 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116747781.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 663

PND: 116747781
Artikel drucken

Index

Brühl, Julius Wilhelm

Name: Brühl, Julius Wilhelm
Lebensdaten: 1850 bis 1911
Geburtsort: Warschau
Sterbeort: Heidelberg
Beruf/Lebensstellung: Chemiker
Konfession: jüdisch; evangelisch
Autor NDB: Gerlach, Walther
PND: 116747781

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Brühl, Julius Wilhelm

PND
116747781

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)
OPAC der BSB München

Nachlässe
Kalliope