<< Albrecht, Paul
Albrecht, Wilhelm Eduard >>
Albrecht, Wilhelm
Landwirtschaftslehrer, nassauischer Geheimer Regierungsrat,
* 2.6.1785 Rothenburg ob der Tauber,
† 21.12.1868 Rothenburg ob der Tauber (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Aus angesehenen Beamtengeschlechtern der Reichsstadt Rothenburg;
V Georg Friedrich Albrecht (1749–1814), Arzt zu Rothenburg;
M Sophie Elisabeth (1749–1824),
T des Jeremias Christian von Staudt (1724–1802), Bürgermeister zu Rothenburg, und der Sabina Sophia von Staudt;
Gvv Nikolaus Christoph Albrecht (1711–74), Bürgermeister zu Rothenburg;
Gmv Sophia Maria (1707–56),
T des Georg Christoph Walther, Bürgermeisters zu Rothenburg; unverheiratet
Leben ↑
Nach staats- und kameralwissenschaftlichem Studium in Heidelberg, Würzburg und Landshut, dem sich eine forstwissenschaftliche Ausbildung anschloß, widmete sich Albrecht unter dem Einfluß der Therese (Forster-) Huber und angeregt durch Pestalozzi und Ph. E. A. Fellenberg der Landwirtschaftslehre. Nach halbjährigem Studium bei Thaer und Einhof in Möglin gründete er an der Hofwyler Erziehungsanstalt Fellenbergs 1808 ein landwirtschaftliches Institut. Entscheidend wurde 1817 seine Berufung nach dem nassauischen Idstein als Direktor des Landwirtschaftlichen Instituts, das er 1818 eröffnete. In enger Verbindung mit dem Lehrerseminar und dem Musterbetrieb des Gassenbacher Hofs hatte das Institut (1834 auf Hof Geisberg bei Wiesbaden verlegt) den landwirtschaftlichen Reformen seines Gründers weit über Nassau hinaus zum Durchbruch verholfen. Im Gegensatz zu Thaer modifizierte Albrecht die Fruchtwechselwirtschaft nach den örtlichen Verhältnissen, vor allem aber suchte er durch die verschiedensten Maßnahmen sozialer Art die Lage des westdeutschen Kleinbauern zu bessern und den Armen vor drückender Not zu retten. Durch seine „Schutzhecken“ und vorbildlichen Bodenverbesserungsarbeiten ist er dem seines Waldes beraubten Westerwald ein nievergessener Wohltäter geworden. Albrecht ist der Begründer der landwirtschaftlichen Winterschulen. Nach Niederlegung seiner Ämter zog er wieder in seine fränkische Heimat, wo er durch Wort und Schrift seine pädagogisch-sozialen Pläne (Landerziehungsheim, Stiftungen) durchzusetzen suchte.
Werke ↑
Landwirtschaftl. Wbl. f. d.
Hzgt. Nassau, 1819–49;
Jbb. d.
Landwirtschaftl. Ver. f. d.
Hzgt. Nassau, 1822–49;
Bll. aus Nassau 1-4, 1842-47.
Literatur ↑
ADB I; O. Renkhoff, in: Nassau.
Lb. I, 1939, S. 104-18
(P).
Autor ↑
Otto RenkhoffEmpfohlene Zitierweise ↑
Renkhoff, Otto, „Albrecht, Wilhelm“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
184-185
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd115732543.html
<< Albrecht, Sophie
Albrechtsberger, Johann Georg >>
Albrecht, Wilhelm
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Albrecht: Wilhelm
A.
, herzoglich nassauischer Regierungsrath und
Director des landwirthschaftlichen Instituts Hof-Geisberg, geb.
1789, † 21. Dec.
1868 auf seinem Gute in Franken. Er war erst Lehrer an
Fellenberg's Institut in Hofwyl, dann Director des
landwirtschaftlichen Instituts Idstein, welches später nach
Hof-Geisberg verlegt wurde. Er gründete den naussauischen
landwirtschaftlichen Verein, dessen Secretär er war, legte aber
1849 seine Aemter nieder und lebte meistens auf seinem Gute in
Franken. Noch 1868 stiftete er eine Erziehungsanstalt für arme
Knaben, wozu er 40000 Fl. schenkte.
Als Schriftsteller machte sich
A.
bekannt durch die "Blätter aus Nassau, deutschen
Landleuten und Weinbauern gewidmet", Wiesbaden 1843 f.; namentlich
aber durch die Herausgabe des "Landwirtschaftlichen Wochenblattes
für das Herzogtum Nassau" (Wiesbaden 1819—1849) und der
"Jahrbücher des
landwirthschaftlichen Vereins im Herzogthum Nassau" (Wiesbaden 1822 f.). Aus
dem Erlös der letztern wurde zum Theil der Ankauf von Hof-Geisberg
besorgt.
Autor ↑
W. Löbe.
Empfohlene Zitierweise ↑
Löbe, W., „Albrecht, Wilhelm“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
322-323
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd115732543.html?anchor=adb
Albrecht, Wilhelm
Name: Albrecht, Wilhelm
Lebensdaten: 1785 bis 1868
Geburtsort: Rothenburg ob der Tauber
Sterbeort: Rothenburg ob der Tauber
Beruf/Lebensstellung: Landwirtschaftslehrer; nassauischer Beamter
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Renkhoff, OttoAutor ADB:
Löbe, W.PND: 115732543