<< Brüggemann, Karl Heinrich
Brühl, Grafen von >>
Brügmann, Heinrich Leonhard
Industrieller,
* 28.7.1832 Nütterden (Kreis Kleve),
† 10.12.1893 Köln. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Heinrich (1797–1861), Bauer in Oy;
M Adelheid, verwitwete Kersten, geborene Janssen (1796–1857);
⚭ Marie Doerts.
Leben ↑
Von den Eltern zum Priester bestimmt, erkannte Brügmann vor Ablegung des letzten Gelübdes, daß er zum geistlichen Stande nicht geeignet war, was zum Bruch mit seiner Familie führte. Unter harten Entbehrungen studierte er auf der Bergschule zu Bochum die Landmesserkunst und ließ sich als konzessionierter Markscheider in Dortmund nieder. Sein Beruf verschaffte ihm ausgebreitete Kenntnisse auf dem Grundstücksmarkt und dem Gebiet der Bergwerksverleihungen, die er geschickt zu verwerten wußte, so daß er ein großes Vermögen begründete. Zu Anfang der 80er Jahre schloß er mit der Gewerkschaft Zollern in Marten einen Vertrag, wonach er sich zur Abnahme einer bestimmten Menge Feinkohle verpflichtete. Er baute darauf eine Koksanstalt von 88 Öfen auf der Zeche Zollern I, die er auf eigene Rechnung betrieb und deren Erzeugnisse er freihändig verkaufte. Brügmann war ferner einer der ersten, die den Wert des Kali erkannten. Seine geologischen Kenntnisse ließen ihn abbauwürdige Kalilager am Südharz vermuten. Da er keinen Teilhaber fand, der das große Risiko mitübernehmen wollte, spannte er seine eigenen Mittel bis zum äußersten an und machte Versuchsbohrungen, mit denen er schließlich um 1890 bei etwa 700 m Teufe fündig wurde. Mit seiner Zeche „Glückauf“ Sondershausen, die sich zu einem Millionenobjekt entwickeln sollte, wurde Brügmann kurz vor seinem Tode der Begründer des dortigen Kalibergbaus.
Auf ganz anderem Gebiet lag die Schöpfung, die Brügmanns Namen die längste Dauer sichert. 1873 gründete er eine Aktienbrauerei, in die er zwei kleine Dortmunder Hausbrauereien einbrachte und deren alleiniger Vorstand er bis zu seinem Tode war. Sie gliederte sich viele andere einheimische Brauereien an, erhielt den Namen „Dortmunder Union-Brauerei
AG“ und war schon bei Brügmanns Tode die größte der Stadt und damit eine der größten Europas, was sie bis heute geblieben ist. - Brügmann war noch bei vielen anderen Unternehmungen beteiligt. Bei der seltenen Vereinigung von kaufmännischen und wissenschaftlich-technischen Gaben ist er aus der Geschichte der großen Gütererzeugung nicht wegzudenken und hat durch seine Lebensarbeit - bis heute nachwirkend - zum Gedeihen ungezählter Existenzen beigetragen.
Literatur ↑
Biographien Dortmunder Union-Brauerei
AG,
Festschr., 1933;
W. Serlo, Bergmannsfamilien in Rheinland u.
Westf., 1936, = Rhein.-Westfäl. Wirtsdiaftsbiogrr. III, S. 230 f.;
W. Herrmann, Aus d.
Gesch. d.
Biographien Dortmunder Union-Brauerei, 1938
(ungedr.);
Festschr. d. Zeche „Glückauf“-Sondershausen
[ca. 1940];
P. H. Mertes, Das Werden d.
Biographien Dortmunder Wirtschaft, 1942, S. 36;
E. Brinkhoff, Meine Erinnerungen an d.
Biographien Dortmunder Unionbrauerei, 1951
(ungedr.).Portraits ↑
in: Glückauf, 1928, S. 569.
Autor ↑
Adolf SchillEmpfohlene Zitierweise ↑
Schill, Adolf, „Brügmann, Heinrich Leonhard“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
660
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135648017.html
Brügmann, Heinrich Leonhard
Name: Brügmann, Heinrich Leonhard
Lebensdaten: 1832 bis 1893
Geburtsort: Nütterden (Kreis Kleve)
Sterbeort: Köln
Beruf/Lebensstellung: Industrieller
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Schill, AdolfPND: 135648017