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Rümelin, Max von >>
Rümelin, Gustav Friedrich Eugen
Jurist,
* 1.5.1848 Nürtingen,
† 11.6.1907 Freiburg (Breisgau).
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Gustav
v. R. (s. 1);
M Marie Schmoller;
B Max
v. R. (s. 3);–
⚭ Leipzig 1881 Susette (1856–1931),
T d. Viktor
v. Meibom (1821–92), Jurist (s.
NDB 16), u. d. Amelie Ries (1834–1909); 1
S Gustav Adolf Viktor (1882–1914
⚔),
Doz. f. physikal. Chemie an d.
TH Aachen (s.
L).
Leben ↑
R. wuchs 1850-65 in Stuttgart auf. Nach einem Jahr am Lycée imperial in Straßburg legte er 1867 in Stuttgart das Abitur ab, begann das Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg (
u. a. bei K. A.
v. Vangerow u. A. Renaud) und wechselte 1868 nach Tübingen. 1869 trat er als Einjährig-Freiwilliger in das 2.
Württ. Reiter-
Rgt. ein. mit dem er am Krieg 1870/71 (
Dez. 1870
Lt.) teilnahm. 1873/74 absolvierte er die Prüfungen für den
württ. höheren Justizdienst, habilitierte sich 1875 mit einem Werk zur Ausschlußwirkung des Urteils und war als Privatdozent für
Röm. Recht in Göttingen tätig. 1878
ao. Professor, wurde er im selben Jahr als
o. Professor für
Röm. Recht nach Freiburg (Br.) berufen. Seit 1893 war
R. Vertreter der
Univ. Freiburg in der Ersten Bad. Kammer. In seiner Freiburger Antrittsschrift kam er im Anschluß an Rudolf Hermann Lotze (1817–81) und Christoph Sigwart (1830–1904) bei der Analyse der
jur. Begriffsbildung zu dem Ergebnis, daß sich die
jur. Unterscheidungen von den bestimmenden Begriffsmerkmalen ableiten lassen, da diese voneinander abhängen. Daran knüpfte er 1883 in „Die Teilung der Rechte“ an. In seinem bekanntesten Werk „Werturteile und Willensentscheidungen im Zivilrecht“ (1891,
21912) legte er dar, daß die
|Rechtsanwendung nicht eine rein logische Operation ist, sondern Zweckmäßigkeitserwägungen und andere Werturteile voraussetzt und daß bei der Begriffsabgrenzung auf diese zurückgegriffen werden muß. Der Vermittlung des
BGB widmete
R. 1896 die kleine Schrift „Der civilistische Unterricht und das bürgerliche Gesetzbuch“. 1898 wurde seine Professur umgewidmet in eine für
Röm. und
Dt. Bürgerliches Recht, die er bis zu seinem Tod innehatte.
R., der sich als Kritiker einer reinen Begriffsjurisprudenz verstand, wird unter die Vorläufer der
sog. Freirechtsbewegung gerechnet. Mit seiner stark begriffsorientierten und zergliedernden Vorgehensweise wurde er in seiner Wirkung schon bald von der Interessenjurisprudenz, der sein jüngerer Bruder Max angehörte, überholt
|Auszeichnungen ↑
GR; Rr.kreuz Bertholds I. (1906).
Werke ↑
Weitere W
Zur Lehre
v. d. exceptio rei iudicatae, 1875;
Jur. Begriffsbildung, 1878;
Obligation u. Haftung, in: Archiv f. d. civilist. Praxis 68, 1885, S. 151-216;
Methodisches
üb. jur. Personen, 1891;
Zweckvermögen u. Genossenschaft, 1892;
Dienstvertrag u. Werkvertrag, 1905.
Literatur ↑
H. Hoeniger, in:
Bad. Biogrr. VI, 1935, S. 568-71;
H. Rosin, in:
DJZ 1907, S. 750 f.;
BJ XII,
Tl.;
–
zu Gustav Adolf Viktor:
Ferrum (N. F. d. Metallurgie) 12, 1915, S. 137.
Autor ↑
Wolfgang ForsterEmpfohlene Zitierweise ↑
Forster, Wolfgang, „Rümelin, Gustav Friedrich Eugen“,
in: Neue Deutsche Biographie
22
(2005), S.
224-225
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd138935521.html
Rümelin, Gustav
Name: Rümelin, Gustav
Namensvariante: Rümelin, Gustav Friedrich Eugen
Lebensdaten: 1848 bis 1907
Geburtsort: Nürtingen
Sterbeort: Freiburg (Breisgau)
Beruf/Lebensstellung: Jurist
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Forster, WolfgangPND: 138935521