<< Meggendorfer, Lothar
Meginfrid >>
Meggenhofen (Meggenhoffen, Meggenhoven), Ferdinand Freiherr von
Illuminat,
* 14.2.1760 Schloß Teuffenbach bei Taufkirchen/Pram (Oberösterreich),
† (ertrunken) 26.10.1790 Stubenberg bei Simbach/Inn. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Joh. Maximilian
Jos. (1732-um 1804/05), Regimentsrat in Burghausen,
S d.
Joh. Maximilian Emanuel
Jos. Edler
v. Mezgern (seit 1745
Frhr. v. Meggenhofen), Regimentsrat in Burghausen;
M Maria Anna Catharina,
T d. Franz
Jos. Maximilian
Frhr. v. Neuburg, auf Pasing, Regimentsrat in München, u. d. Maria Eleonore Josepha Freiin Mandl
v. Deutenhofen:
Ur-Gvv Joh. Zacharias Mezger (1740
Rr. u. Edler
v. Meggenhofen, 1667–1744),
Inh. d. Hammerwerke in Traunstein,
kaiserl. Geh. Ratskanzlist, zuletzt
Wirkl. Hofkammerrat u. Salzmayer zu Traunstein;
Groß-Ov Franz Xaver
Jos. Frhr. v. Unertl (1675–1750),
bayer. Kanzler (s.
ADB 39); – ledig.
Leben ↑
Nach dem Besuch des Burghausener Lyzeums studierte
M. 1777-79 an der
Univ. Ingolstadt Rechtswissenschaften und war im Anschluß daran in Burghausen bis 1786 als Regimentsauditor tätig. Bereits 1778 von seinem akademischen Lehrer Adam Weishaupt für den Illuminatenorden gewonnen, in den er im folgenden Jahr förmlich aufgenommen wurde und in dem er 1781 zum Illuminatengrad aufstieg, war
M. Führer der in Burghausen bestehenden Minervalklasse des Geheimbundes, dem er
u. a. den Juristen
Joh. Nep. Krenner und die Geistlichen Philipp
Frhr. v. Schmid, Andreas Sutor und Edmund Hoermann zuführte. Obwohl
M. sich nach dem ersten kurfürstlichen, gegen Geheimgesellschaften gerichteten Mandat (1784) vom Illuminatenorden distanziert hatte, wurde gegen ihn im Zusammenhang mit den von den
kurbayer. Behörden durchgeführten Untersuchungen im Sommer 1785 ein förmliches Verfahren eingeleitet. Zunächst vom Dienst suspendiert, wurde
M. nach Abschluß des Untersuchungsverfahrens im
Nov. 1785 auf unbestimmte Zeit in das Münchener Franziskanerkloster eingewiesen, um dort „auf den rechten Weg der Tugend“ zu gelangen; infolge eines Gnadengesuches wurde er bereits nach einem Monat Haft amnestiert. Zurückgekehrt nach Burghausen, betrieb er dort erfolgreich seine Entlassung aus dem Staatsdienst. Anfang 1786 reiste er über Regensburg, wo er mit Weishaupt zusammentraf, nach Mainz und Neuwied und Ende des Jahres nach Wien, wo er sich erfolglos um eine Anstellung bemühte. Nach einjährigem Aufenthalt verließ
M. Wien, um in Ried (Innviertel) die von Freunden vermittelte Stelle eines Schulkommissärs anzutreten. Im Oktober 1790 verunglückte er bei der Überquerung des Hochwasser führenden Inns tödlich. Der vielseitig gebildete
M., dessen hohe menschliche Qualitäten Zeitgenossen rühmten, wurde insbesondere durch seine Schrift „Meine Geschichte und Apologie“ bekannt. Da es sich um die erste Autobiographie eines Illuminaten handelt und da
M. hierin seine Illuminatenmitgliedschaft, das Untersuchungsverfahren und die Gefangenschaft ebenso freimütig wie selbstkritisch be
|schreibt, stellt sie für die Geschichte und vor allem für die Verfolgung des Illuminatenordens eine wichtige Quelle dar.
Werke ↑
Meine
Gesch. u. Apologie, Ein
Btr. z. Illuminatengesch., 1786 (auch
abgedr. als
Beil. z. „Grauen Ungeheuer“, 1786,
hrsg. v. W. L. Wekhrlin, auch in:
ders.,
Schrr. 1772–89,
hrsg. v. A. Estermann,
Bd. 3, 1978);
Brief an A. Weishaupt
v. 29.11.1785, in: Der
dt. Zuschauer,
hrsg. v. P. A. Winkopp,
Bd. 4, H. 11, 1786, S. 180-89 (wieder in: L. Engel, S. 306-15,
s. L);
Die Pflicht: nützlich, thätig zu seyn, Aus d. Papieren d. berühmten
Frhr. v. M., in: Das blaue Blatt, Eine
Zs. f. gebildete Leser,
Nr. 4
v. 14.1.1804, S. 13-15.
Literatur ↑
Rezensionen:
„Meine
Gesch. u. Apologie“, in:
Allg. Lit.-
Ztg. Nr. 128
v. 30.5.1786,
Sp. 399 ff.;
Litteratur d.
kath. Dtld.,
Bd. 6/3, 1786, S. 426-47;
Nürnberg. gelehrte
Ztg. 1786, S. 293-96. –
Darstellungen: F. Schlichtegroll, Nekrolog auf
d. J. 1790,
Bd. 2, 1791, S. 279-328;
ders., Nekrolog auf
d. J. 1791,
Bd. 2, 1792, S. 380 f.;
Leben u. Charakter berühmter edler Männer, d. 1790 verstorben sind, 1792, S. 149-54;
F. Frhr.
v. M., in: Das blaue Blatt,
Nr. 16
v. 25.2.1804, S. 61 f.,
Nr. 17
v. 29.2.1804, S. 65 f.;
F. W. Bruckbräu (
Hrsg.), Leben, Wanderungen, Kreuz- u. Querzüge zu Land u. zu Meer
v. Martin Kreutzhuber, 1840;
L. Engel,
Gesch. d. Illuminaten-Ordens, Ein
Btr. z. Gesch. Bayerns, 1906, S. 304-15;
A. Frhr.
v. Ow (
Hrsg.), Aus d. Tagebüchern d.
Frhr. v. Ingenheim, in: Burghauser Gesch.bll. 8, 1918, S. 3-63;
Hans Schmidt (
Hrsg.), Ein
bayer. Beamtenleben
zw. Aufklärung u. Romantik, Die
Autobiogr. d. Staatsrats Clemens
v. Neumayr, in:
ZBLG 35, 1972, S. 591-690;
R. van Dülmen, Der Geheimbund d. Illuminaten,
Darst., Analyse, Dokumentation, 1975;
Meusel IX, 1809,
S. 15 f.;
Jöcher IV, 1813,
Sp. 1187;
A. Baader,
Lex. verstorbener baier.
Schriftst. d. 18. u. 19.
Jh.,
Bd. 2, 1825, S. 186-88;
Wurzbach 17;
M. Fürst,
Biogr. Lex. f. d. Gebiet
zw. Inn u. Salzach, 1901 (
Nachdr. 1982), S. 111 f.;
Kosch, Kath. Dtld. II, 1937,
Sp. 2903 f.
Autor ↑
Uwe PuschnerEmpfohlene Zitierweise ↑
Puschner, Uwe, „Meggenhofen, Ferdinand Freiherr von“,
in: Neue Deutsche Biographie
16
(1990), S.
612 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd120872439.html
Meggenhofen, Ferdinand Freiherr von
Name: Meggenhofen, Ferdinand Freiherr von
Namensvariante: Meggenhoffen, Ferdinand Freiherr von
Namensvariante: Meggenhoven, Ferdinand Freiherr von
Lebensdaten: 1760 bis 1790
Geburtsort: Schloß Teuffenbach bei Taufkirchen/Pram (Oberösterreich)
Sterbeort: Stubenberg bei Simbach/Inn
Beruf/Lebensstellung: Illuminat
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Puschner, UwePND: 120872439