<< Meckauer, Walter
Meckel von Hemsbach, Johann Friedrich der Jüngere >>
Meckel, Jacob
preußischer General, Organisator der japanischen Armee,
* 28.3.1842 Köln,
† 6.7.1906 Berlin-Groß-Lichterfelde. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Karl Anton (1808–81), Notar in
K., dann in Rheydt u. Krefeld,
S d.
Joh. Heinrich (1773–1851), Justizrat u. Friedensrichter in Blankenheim (Eifel);
M Joh. Catharina (1816–79),
T d. Schneiders
Joh. Wilhelm Führer in
K. u. d. Johanna Franck;
B Maximilian (1847–1910),
erzbischöfl. Baudir. in Freiburg, Wilhelm (1859–1935),
preuß. Gen., Ludwig (1860–1927), Jagdmaler; –
⚭ Berlin 1897 Carmela (1857–1914,
ev.), gesch.
v. Maximilian
v. Groll (1845–1912),
württ. Gen.,
T d.
Kaufm. Emil Schloßberger in Havanna u. d. Luise Hoerner; kinderlos; 1
Stief-S.
Leben ↑
M. trat nach Besuch des Gymnasiums in Düren 1860 als Dreijährig-Freiwilliger in das
preuß. Infanterie-
Rgt. Nr. 68 in Koblenz ein (1862 Leutnant). 1864/65 gehörte er zur Besatzung der Bundesfestung Luxemburg. Im Feldzug 1866 nahm er an der Schlacht von Königgrätz teil. Ende des Jahres wurde er zur Kriegsakademie in Berlin kommandiert. Für seine hervorragenden Leistungen zeichnete ihn
Kg. Wilhelm mit einem Ehrendegen aus. Im Infanterie-
Rgt. Nr. 82 (Hanau) machte er als Oberleutnant den Feldzug 1870/71 mit. 1871-76 unterrichtete
M. als Lehrer an der Kriegsschule in Hannover (1873 Hauptmann). Dann wurde er zum Großen Generalstab nach Berlin versetzt. Er gab daneben Unterricht in Taktik an der Kriegsakademie und gehörte zur Studienkommission für die Kriegsschulen (1881 Major). In Veröffentlichungen wandte er sich gegen ein zu großes Umfassungsstreben der Gefechtsführung und trat für gesteigerte Disziplinierung des Schützengefechts ein. 1882 wurde
M. zum Generalstab der 16. Division in Trier, 1884 zu dem des XI Armeekorps in Kassel versetzt.
Als eine Japan. Militärmission 1884 einen deutschen Generalstabsoffizier als Lehrer für die neugegründete Japan. Kriegsakademie erbat, wurde
M., der als einer der bedeutendsten Taktiker der Armee galt, dazu bestimmt. Im März 1885 kam er in Tokio an. Den Lehrbetrieb an der Kriegsakademie und
|auch den Generalstab richtete er nach
preuß. Muster ein (bisher gab es
engl. und
franz. Instrukteure).
M. unterrichtete in allen militärwissenschaftlichen Fächern von der Heeresorganisation bis zur Kriegsführung. Dabei verstand er es, die Anschauungen der
preuß.-deutschen Armee über Treue, Gehorsam und Pflichterfüllung behutsam mit jenen der Japan. Armee in Einklang zu bringen. In nur vier Jahren konnte er dem
japan. Heer eine ähnliche Kampfkraft vermitteln, wie sie die besten
europ. Armeen aufwiesen. Ihr verdankte Japan seine großen militärischen Erfolge in den Kriegen gegen China (1894/95) und Rußland (1904/05).
M. kehrte 1888 nach Deutschland zurück, war Oberstleutnant beim Stabe des Infanterie-
Rgt. Nr. 57 (Wesel) und wurde als Oberst 1890 Kommandeur des Infanterie-
Rgt. Nr. 88 (Mainz). 1890 kam er in den Generalstab der Armee, war zunächst Chef der Kriegsgeschichtlichen Abteilung (1894 Generalmajor), dann 1895 Oberquartiermeister. 1896 verabschiedet, lebte er zurückgezogen in Berlin.
Werke ↑
u. a.
Studien
üb. d. fortschreitende Entwicklung d. Infanterietaktik, 1868;
Lehrbuch d. Taktik, 1873;
Anleitung
z. Kriegsspiele, 1875 (
Neubearb. 1903);
Die Elemente d. Taktik, 1877,
41897;
Festungs- u. Feldarmee, 1878;
Allg. Lehre
v. d. Truppenführung im Felde, 1881.
31890;
Ein Sommernachtstraum, 1888 (anonym).
Literatur ↑
Ber. üb. d. Gedächtnisfeier d.
Gen. M. in Tokyo, in: Ost-Asien,
Mschr., 9.
Jg., 1906, S. 275-79;
W. Haupt, in:
Dt. Soldatenjb. 12, 1964, S. 82 f.
(P);
G. Kerst. J. M., 1970
(W, L, P).
Autor ↑
Hans KörnerEmpfohlene Zitierweise ↑
Körner, Hans, „Meckel, Jacob“,
in: Neue Deutsche Biographie
16
(1990), S.
584 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd101707959.html