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Broschek, Albert Vincent >>
Brosch, Alexander, Edler von Aarenau
Berater des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand,
* 8.10.1870 Temešvar, gefallen 7.9.1914 bei Rawa-Ruska (Ostgalizien). (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V August (1838–1923), kaiserlich und königlicher Oberst,
S des
Jos., kaiserlich-königlicher Rechnungsführeradjunkt, und der Auguste Zampi;
M Hyazinthe (1841–1935),
T des Karl Freiherr Schweiger von Lerchenfeld und der Sophie Gräfin von Auersperg;
⚭ 1911 Natalie,
T des Generals Theodor Wukellić (1854–1924) und der Anna Vikt. Schubernig; kinderlos.
Leben ↑
Brosch besuchte die kaiserlich und königliche Technische Militärakademie - ausgemustert als Genieleutnant (1890) - und die Kriegsschule des Generalstabs (1893–95); 1897 wurde er Pionierhauptmann und trat 1899 ins Kriegsministerium ein. Während einer Verwendung als Truppenoffizier bei den Tiroler Kaiserjägern, wo ihn Erzherzog Eugen schätzen lernte, erreichte Brosch seine folgenreiche Berufung als Flügeladjutant des anspruchsvollen Thronfolgers (Januar 1906). In dieser zuerst nur als vorübergehend gedachten Stellung organisierte er die
sog. Kleine Militärkanzlei des Erzherzogs (zum Unterschied von der kaiserlichen), die im November 1908 vom Kaiser genehmigt wurde, vermittelte in Franz Ferdinands Namen einen umfangreichen Gedankenaustausch mit Politikern und Publizisten fast aller Nationalitäten und suchte die künftige Thronbesteigung durch entsprechende politische Denkschriften vorzubereiten. Ohne dem Gang der Ereignisse die gewünschte Richtung auf eine trialistische Neugestaltung der Donaumonarchie geben zu können, war seit 1906 der Einfluß des „Belvedere“ in Besetzungsfragen oberster militärischer und politischer Posten sehr bedeutend. Das letzte Jahrzehnt der Regierung Franz Josephs ist nicht ohne die Würdigung von Major (später Oberstleutnant) Broschs stiller, umfassender und folgerichtiger Tätigkeit als charaktervoller, hochintelligenter und auch geschmeidiger Mentor des impulsiven und schwer zugänglichen voraussichtlichen Thronerben zu verstehen. Brosch errang das Vertrauen seines Herrn wie niemand sonst, ohne es je zu mißbrauchen, und dieser hat ihn wohl für das neu zu schaffende Amt des „Reichskanzlers“ in Aussicht genommen. Trotz aller Schwierigkeiten mit seinem Neffen war auch der alte Kaiser der Loyalität Broschs sicher. Auf dessen Rat ging auch die Ernennung seines einzigen Nachfolgers in der Leitung der Militärkanzlei, des ebenfalls hochbegabten Obersten Bardolff, zurück, als Brosch nach fast sechsjähriger Tätigkeit beim Erzherzog dringend die Rückversetzung nach Tirol erbat (1911), ohne daß darüber die Korrespondenz zwischen beiden bis zum tragischen Tag von Sarajevo 1914 abgerissen wäre.
Literatur ↑
E.
v. Glaise-Horstenau, in: Reichspost, (Wien) 7.9.1924;
L.
v. Chlumecky, Franz Ferdinands Wirken u. Wollen, 1929
(P, Auszüge aus d. Nachlaß B.s);
Th.
v. Sosnosky, Franz
Ferd., 1929;
E. Wisshaupt, Die Tiroler Kaiserjäger 1914–18, Wien 1935;
G. Franz,
Erzhzg. Franz
Ferd. u. d. Pläne
z. Reform d. Habsburgermonarchie, 1943;
F. Funder, Von Gestern und Heute, 1952
(P);
R. Kiszling, Franz
Ferd., Graz-Wien 1953
(P);
österr. Biogr. Lex. I, 1954 ff.
Autor ↑
Reinhold LorenzEmpfohlene Zitierweise ↑
Lorenz, Reinhold, „Brosch, Alexander, Edler von Aarenau“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
638
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd130123633.html
Brosch von Aarenau, Alexander
Name: Brosch von Aarenau, Alexander
Lebensdaten: 1870 bis 1914
Geburtsort: Temešvar
Beruf/Lebensstellung: österreichischer Politiker und General; Berater des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Lorenz, ReinholdPND: 130123633