<< Maywald, Wilhelm
Mechau, Emil >>
Mazo
Bischof von Verden,
† 25.10.1116 oder 1117.
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Leben ↑
M., der zuvor wahrscheinlich Kanoniker am Stift
St. Simon und Juda in Goslar war, gehört zu den wenigen sächs, Bischöfen, die dem salischen Königtum unentwegt die Treue hielten. Seinem am 14.10.1097 verstorbenen Vorgänger Hartwich folgte er – vielleicht noch im selben Jahr – unter ungeklärten Umständen. 1103 ist M am Hof Heinrichs IV. in Lüttich nachweisbar. Im Zuge des allgemeinen
sächs. Abfalls von Heinrich IV. 1105 muß sich
M. – wohl noch vor der Nordhausener Synode im Mai dieses Jahres – dessen aufständischem Sohn Heinrich V. angeschlossen haben. 1112, als sich das Verhältnis des letzten Saliers zur
röm. Kurie und zu den
sächs. Fürsten bereits dramatisch verschlechtert hatte, ist
M. mehrfach an dessen Hof bezeugt,
u. a. im April in Münster, vor allem aber Mitte Juni im Heerlager vor Salzwedel. Auch als 1115 ganz Sachsen von Heinrich V. abfiel, hielt
M. an seiner Haltung fest; er folgte Anfang 1116 dem Kaiser nach Augsburg und von dort nach Italien. Die Opposition unter Führung Adalberts von Mainz und des
sächs. Herzogs Lothar von Supplinburg, der auch die Verdener Hochstiftsvogtei innehatte, nutzte unterdessen seine Abwesenheit, um etwa Anfang Oktober 1116 in Mainz den Hildesheimer Domkanoniker Thietmar gegen
M. zu erheben und gleich zu weihen. Da Heinrich V. in seinem berühmten Rechtfertigungsschreiben an die Mainzer Adalbert wegen der Wahl Thietmars ausdrücklich anklagt, wird man
M. zu diesem Zeitpunkt zu seinen engsten Vertrauten rechnen dürfen.
M. soll nach jüngerer Verdener Überlieferung an einem 25. Oktober gestorben sein, ob allerdings schon 1116 oder erst 1117, läßt sich nicht klären, da die Urkunde
Heinrichs V. für
St. Arnulf bei Metz – angeblich vom 3.12.1116 –, die
M. als Intervenienten aufführt, eine Fälschung ist. Eine Äußerung seines Nachfolgers, der
M. „designatus episcopus“ nennt, läßt vermuten, daß
M. nie geweiht wurde. Über das Wirken
M.s in seiner Diözese ist kaum etwas bekannt.
Literatur ↑
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z. Gesch. d.
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Autor ↑
Herbert ZielinskiEmpfohlene Zitierweise ↑
Zielinski, Herbert, „Mazo“,
in: Neue Deutsche Biographie
16
(1990), S.
577
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd137130945.html