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Broemser, Philipp
Physiologe,
* 20.7.1886 Rüdesheim/Rhein,
† 11.11.1940 München. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Georg Josef (
† 1916, deutsch-katholisch), Arzt in Rüdesheim,
S des Prokurators Georg (römisch-katholisch) und der Elise Jett (freireligös, früher katholisch);
M Anna
Frieder. (evangelisch),
T des Karl Heinrich Engel, Apotheker in Runkel/Lahn (evangelisch.), und der Katharina Happ (katholisch);
⚭ Basel 1927 Maria Kunst.
Leben ↑
Broemser studierte Medizin in Marburg, Freiburg (Breisgau), München und Berlin. Seine mathematisch-physikalische Neigung veranlaßte ihn, nach Abschluß seines medizinischen Staatsexamens am Physiologischen Institut in Marburg zu arbeiten, wo er 1911 mit einer Dissertation „Über die Summation von Zuckungen bei verschieden starken Reizen“ promovierte. Seine eigentliche Fachausbildung erhielt er in einer langjährigen Assistententätigkeit am Physiologischen Institut in München, dessen damaliger Leiter O. Frank als Gründer der modernen Registriertechnik in der Medizin bestimmend für seine Arbeitsrichtung wurde. 1914-18 nahm Broemser als Truppenarzt am Weltkrieg teil, in dessen Verlauf er sich mit der Konstruktion von Abhörgeräten beschäftigte und wesentlich zu deren Fortentwicklung beitrug. 1918 habilitierte er sich in München mit einer Arbeit „Über die Bedeutung der Lehre von den erzwungenen Schwingungen in der Physiologie“ und wurde 1922 außerordentlicher Professor. Nach Untersuchungen über die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Erregung im Nerven (Handbuch Bethe-Bergmann IX, 1929, 213) folgte er 1925 einem Ruf als ordentlicher Professor nach Basel, wo er an neuen Methoden der Blutdruck- und Blutstromstärkemessung arbeitete (Zeitschrift für Biologie 86, 1927, 88, 1928) und mit O. F. Ranke ein Verfahren der unblutigen Messung des Schlagvolumens am Menschen (Zeitschrift für Biologie 90, 1930) entwickelte. Die theoretischen Grundlagen dieses Verfahrens beschäftigten ihn auch in Heidelberg (1930–34) und zuletzt in München, wohin er als Nachfolger O. Franks 1934 berufen wurde. - Broemsers Bedeutung in der Physiologie liegt in dem Ausbau der von O. Frank entwickelten Registrierprinzipien, deren Anwendung auf den Blutkreislauf zum erstenmal die unverzerrte Wiedergabe schnell ablaufender Druck- und Stromstärkeschwankungen in den Blutgefäßen ermöglicht hatte. Das von Broemser angegebene Verfahren der unblutigen Schlagvolumenbestimmung ist eine Pionierarbeit, die dem Arzt ein unentbehrliches Hilfsmittel in der Diagnostik von Kreislauferkrankungen geschenkt hat.
Werke ↑
u. a. Lehrb. d. Physiol., 1934; Grundlagen d Hämodynamik, in: Luftfahrtmed.
Abhh., 1938.
Literatur ↑
K. Wetzler, Ph.
B., 1941
(P);
Münchner
med. Wschr. 88, 1941;
O. F. Ranke, in: Ergebnisse
d. Physiol. 44, 1941, S. 16 f.
(P): A. Hahn, in:
Jb. d.
Bayer. Ak. d.
Wiss. 1944–48, 1948, S. 186 f.
Autor ↑
Hans ReichelEmpfohlene Zitierweise ↑
Reichel, Hans, „Broemser, Philipp“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
630
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd137215258.html