<< Brockhaus, Heinrich
Brockhaus, Herrmann >>
Brockhaus, Heinrich Eduard
Verleger,
* 7.8.1829 Leipzig,
† 11.1.1914 Leizig. (evangelisch)
Genealogie
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Genealogie ↑
V Heinrich s. (3);
B Rudolf (1838–98), Verleger und Drucker;
⚭ Budapest 1854 Emilia (Milly, katholisch),
|
T des königlich ungarischen Rats und Bankiers Bernard Weiß in Budapest; 6
S,
u. a. Albert s. (1), Heinrich s. (4), Fritz (siehe Einleitung).
Leben ↑
Nachdem Brockhaus in Leipzig, Heidelberg und Berlin studiert hatte, entschied er sich für den Beruf seines Vaters und begann im September 1850, unmittelbar nach seiner Promotion, seine Lehre in der väterlichen Firma. Er arbeitete sich rasch ein, erhielt schon zwei Jahre später Prokura und wurde mit 25 Jahren Teilhaber. Er hatte das große Glück, 20 Jahre an der Seite seines Vaters arbeiten zu können, einerseits von ihm lernend, andererseits ihn entlastend. Auch Brockhaus widmete sich mit ganzer Kraft und größter Gewissenhaftigkeit der Fortentwicklung der Firma und wurde dabei 1863-95 von seinem Bruder Rudolf unterstützt, der sich wie seinerzeit sein Onkel Friedrich vornehmlich der Druckerei widmete (1894 waren 30 Schnellpressen und eine Rotationsmaschine in Betrieb), seit 1881 auch von seinem Sohn Albert, seit 1889 auch von seinem Neffen Rudolf. Brockhaus besaß wie sein Vater die Kunst strenger Lebensführung; Arbeit und Pflicht gingen der Familie vor, zur Arbeit für die Firma trat in weitem Ausmaß die für den Stand, die Vaterstadt, das Volk, traten redaktionelle und schriftstellerische Aufgaben.
Brockhaus war eine an Kenntnissen reiche, geistig überlegene Persönlichkeit: man wählte ihn zum Vorsitzenden des Deutschen Buchdruckervereins (1872–86) und des Vereins der Buchhändler zu Leipzig (1880–94), er war Schriftführer, 2. und 1. Vorsteher (1892–95) und schließlich Ehrenmitglied des Börsenvereins Deutscher Buchhändler. Auf seine Anregung entstanden die großen historischen Unternehmungen des Börsenvereins und die historische Kommission, die sie überwachte. Den großen und vielseitigen organisatorischen Bestrebungen, die den Börsenverein in den 80er Jahren erfüllten, stand Brockhaus lange zweifelnd und ablehnend gegenüber; als er die Notwendigkeit neuer Formen einsah, stellte er sich ganz auf Seiten Adolf Kröners, des Führers der Reform, stritt mit ihm für die Gesundung des Sortimentsbuchhandels und wurde 1892 sein Nachfolger im Börsenverein. Wie sein Vater hat Brockhaus auch aktiv ins politische Leben eingegriffen: 1871-78 war er nationalliberaler Abgeordneter im Deutschen Reichstag und lebhaft an der Gestaltung des Pressegesetzes und der Urhebergesetzgebung interessiert. Die Begegnung mit Bismarck, den er bewunderte und verehrte und auch nach dessen Entlassung wiederholt besuchte, ebenso wie die Beziehung zu Moltke gehörten zu den wertvollsten Eindrücken seines reichen Lebens.
Unter den literarischen Arbeiten ragen die Biographie seines Großvaters Friedrich Arnold und die Geschichte der Firma F. A. Brockhaus zum 100jährigen Jubiläum 1905 hervor. Bemerkenswert ist, daß Brockhaus die in seinem Verlag erscheinende Deutsche Allgemeine Zeitung 1857-63 auch selbst redigiert hat.
Literatur ↑
B. Hartmann, in: Adreßbuch d.
Dt. Buchhandels, 1915;
S. Hausmann, in:
DBJ I, S. 7-9 (u. Totenliste 1914,
L);
auch zu 1), 2), 3): ADB III;
H. E. Brockhaus, Die
Fa. F. A.
B. 1805-1905, 1905
(mit Lebensbeschreibung v. allen Inhabern);
G. Menz, Das Haus
B., in:
Dt. Buchhändler, 1925;
F. Schulze, Der
dt. Buchhandel u. d. geist. Strömungen d. letzten 100 J., 1925;
P.
v. Gebhardt,
Gesch. d.
Fam. B. aus Unna in Westfalen, als
Ms. gedr. 1928;
s. a. W v. Heinr. (s. 3).Portraits ↑
Ölgem. v. Th. Große, 1874,
Abb. b. Schulze, S. 168
(s. L); Marmorbüste
v. F. Klimsch, 1910, u.
Ölgem. v. E. Urban, 1915/16 (beide in Leipzig,
verbrannt);
Phot. b. Gebhardt, Tafel XXIV
(s. L).
Autor ↑
Annemarie MeinerEmpfohlene Zitierweise ↑
Meiner, Annemarie, „Brockhaus, Heinrich Eduard“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
625 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116552115.html
Brockhaus, Eduard
Name: Brockhaus, Eduard
Namensvariante: Brockhaus, Heinrich Eduard
Lebensdaten: 1829 bis 1914
Geburtsort: Leipzig
Sterbeort: Leizig
Beruf/Lebensstellung: Verleger
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Meiner, AnnemariePND: 116552115