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NDB-Artikel

<< Brockdorff     Brockdorff-Rantzau, Ulrich Karl Christian Graf >>

Brockdorff, Cay Ludwig Georg Konrad Baron von Brockdorff

Philosoph, * 17.4.1874 Itzehoe, 29.1.1946 Kiel. (lutherisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Otto (1840–1907), Landgerichtspräsident in Altona, Geheimer Oberjustizrat, S des Wilhelm, holsteinischer Landrat und Obergerichtsrat, und der Georgine Gräfin von Brockdorff; M Sophie Hennings; Om Friedrich Hennings (1838–1922), Erbauer der Albulabahn; Gmm Louise Vien (Dänin), aus Hugenottenfamilie; Kiel 1915 Gertrud (* 1893), Schriftstellerin [unter ihrem Mädchennamen], T des Schulrats Stendal in Magdeburg und der Alwine Fischer; 1 T.

Leben  
Brockdorff studierte Philosophie, Naturwissenschaften und Medizin in Heidelberg und Kiel, wo er 1898 bei P. Deussen promovierte („Kants Teleologie“). Er habilitierte sich 1901 an der TH Braunschweig, lehrte dort bis 1908 (in diesem Jahre außerordentlicher Professor), wiederholte die Habilitation aus beruflichen und politischen Gründen 1910 an der Universität Kiel bei G. Martius („Über die philosophia perennis“) und war dort seit 1921 außerordentlicher Professor. Brockdorff war Kantianer und besonders von A. Riehl beeinflußt. In der Erkenntnistheorie vertrat er die Auffassung, daß Subjekt und Objekt untrennbar sind und erst durch gegensätzliche Richtungen des Denkens differenziert werden. In der Philosophiegeschichte arbeitete er eingehend über die englische Aufklärung, Descartes und Hobbes, dessen von ihm aufgefundene Urform der Logik er veröffentlichte (1934). Hinzu kommen Arbeiten zur Pädagogik und Soziologie, wo er F. Tönnies nahestand. Mit diesem gründete er 1929 die Hobbes-Gesellschaft, die er von 1936 bis zu seinem Tode in Kiel leitete. Brockdorff war einer der führenden Historiker der europäischen Aufklärungsphilosophie.

Werke  
Weitere W Die Gesch. d. Philos. u. d. Problem ihrer Begreiflichkeit, 1906, 21908; Die Philos. in d. Pädagogik, 1912; Diskontinuität u. Dialektik, 1914; Descartes u. d. Fortbildung d. Kartesianischen Lehre, 1923; Die engl. Aufklärungsphilos., 1924; Die dt. Aufklärungsphilos., 1926; Hobbes als Philosoph, Pädagoge und Soziologe, 1929.

Literatur  
G. Hecke, in: Pädagog. Warte, 15, 1905/06; ders., Das Wirklichkeitsproblem, Allg. Einführung in B.s, Wiss. Selbsterkenntnis' u. Erl. d. ersten Kap. dieses Werkes, in: Bll. f. d. Fortbildung d. Lehrers und d. Lehrerin 3, Nr. 13 u. 14, 1910; J. Johannesson, in: Zs. f. phil. F 1, 1946/47. - Zu Gertrud v. B.: Kosch, Lit.-Lex. I (W); zu Frdr. Hennings: HBLS.

Autor  
Reinhard Lauth
Empfohlene Zitierweise  

Lauth, Reinhard, „Brockdorff, Cay Ludwig Georg Konrad Baron von Brockdorff“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 620 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116526823.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 620

PND: 116526823
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Index

Brockdorff, Cay von

Name: Brockdorff, Cay von
Namensvariante: Brockdorff, Cay Ludwig Georg Konrad Baron von
Lebensdaten: 1874 bis 1946
Geburtsort: Itzehoe
Sterbeort: Kiel
Beruf/Lebensstellung: Philosoph
Konfession: lutherisch
Autor NDB: Lauth, Reinhard
PND: 116526823

Weitere Informationen

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Brockdorff, Cay von

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116526823

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