<< Brinkmann, Angelinus
Brinz, Alois Ritter von >>
Brinkmann, Johann Heinrich Theodor
Professor für landwirtschaftliche Betriebslehre,
* 24.4.1877 Marl (Westfalen),
† 11.8.1951 Bonn. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Johann Theodor (1843–1922),
S des Johann Bernhard, beide Bauern, und der Maria Katharina Ebbeken;
M Josefine (1852–1919),
T des Bauern Johann Heinrich Strangemann in Scholven;
⚭ 1915 Charlotte (
† 1951),
T des Sanitätsrats Wilhelm Nießen in Neuenahr; 2
S, 1
T.
Leben ↑
Brinkmann studierte Landwirtschaft und Nationalökonomie in Bonn und Jena und promovierte 1906 in Jena mit der Arbeit über die Entwicklung der Schweinezucht in Dänemark, die auch im Ausland viel beachtet wurde. Nach seiner Habilitation übernahm er 1908 die Vertretung des Lehrstuhls von Friedrich Aereboe in Bonn-Poppelsdorf. 1911 wurde er ordentlicher Professor und Institutsdirektor. Er unternahm ausgedehnte Forschungsreisen nach Holland, Dänemark, Skandinavien sowie Nord- und Südamerika. - 1947 Dr. agr.
h. c. Kiel.
Für Brinkmann stand die Klärung grundsätzlicher Probleme im Vordergrund seiner Lehr- und Forschungstätigkeit. Auf den gewonnenen Erkenntnissen baute er sein Lehrgebäude
|auf, das einen richtungweisenden Einfluß auf die neuzeitliche betriebswirtschaftliche Ausbildung und die Beratung in der praktischen Landwirtschaft gehabt hat. Durch seine erfolgreiche Forschungsarbeit in Fragen der Intensität und Rentabilität, der Produktionsrichtung und Betriebsorganisation in der Landwirtschaft - wobei Brinkmann vor allem an Johann Heinrich
v. Thünen anknüpfte - wurde der theoretische Unterbau des relativ jungen Zweiges der Wissenschaft immer fester gefügt. Vom organischen Charakter des landwirtschaftlichen Betriebes ausgehend, wies er nach, daß die Standortsorientierung,
d. h. die regionale Differenzierung der Betriebsformen unter dem Einfluß bestimmter inner- und außerbetrieblicher Kräfte vor sich geht. Diese Standortslehre ist von ihm bereits 1914 in der „Ökonomik des landwirtschaftlichen Betriebes“ (englisch, russisch, japanisch) grundlegend entwickelt und später weiter ausgebaut worden. Seine wissenschaftliche Leistung liegt vor allem darin, daß er die landwirtschaftliche Betriebslehre in den Rang einer systematischen Wissenschaft erhoben hat.
Werke ↑
u. a. Die
dän. Landwirtschaft, 1908 (
poln. 1926); Krit. Betrachtungen u.
Btrr. z. Intensitätslehre, 1909; Wandlungen d. Wirtschaftslehre d. Landbaues, 1919; Die betriebswirtschaftl. Stellung d. Rindvieh-, Schaf- u. Schweinehaltung im landwirtschaftl. Betrieb, 1920; Bodennutzungssysteme, 1923; Aufgaben u. Bedeutung d. Tierzucht, 1926; Entwicklungslinien u. Entwicklungstendenzen d. argentin. Landwirtschaft, 1930; Veränderungen in d. Methoden u. d. Organisation d. Absatzes landwirtschaftl. Erzeugnisse, 1932; Das Fruchtfolgebild d.
dt. Ackerbaues, 1943; Die Stellung d. Nutzviehhaltung in d. landwirtschaftl. Erzeugung, 1948.
Literatur ↑
H. Böker, in: Vorträge d. 6. Hochschultagung d.
Landwirtschaftl. Fak. d.
Univ. Bonn, 1952.
Autor ↑
Heinrich WortmannEmpfohlene Zitierweise ↑
Wortmann, Heinrich, „Brinkmann, Johann Heinrich Theodor“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
616 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116521058.html
Brinkmann, Theodor
Name: Brinkmann, Theodor
Namensvariante: Brinkmann, Johann Heinrich Theodor
Lebensdaten: 1877 bis 1951
Geburtsort: Marl (Westfalen)
Sterbeort: Bonn
Beruf/Lebensstellung: Professor für landwirtschaftliche Betriebslehre
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Wortmann, HeinrichPND: 116521058