<< Breuer, Friedrich Ludwig
Breuer, Josef >>
Breuer, Hans (Johannes) Emil
Volksliedersammler,
* 30.4.1883 Gröbers bei Halle,
† 20.4.1918 Merles bei Verdun (begraben Mangiennes). (evangelisch)
Genealogie
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Genealogie ↑
Aus rheinischer Familie;
V Carl (1852–1942, katholisch, seit Verehelichung evangelisch), Kaufmann;
M Marie Knauer (1858–1936, Familie aus Glaubensgründen nach 1558 von Melk/Donau ausgewandert);
⚭ Heidelberg 1913 Elisabeth Riegler (
† 1917); 1
S.
Leben ↑
Breuer hatte am Steglitzer Gymnasium durch seinen Musiklehrer Max Pohl das ältere deutsche Volkslied kennengelernt. Nach dem Medizinstudium übernahm er 1913 die ärztliche Praxis in Gräfenroda (Thüringen). Bei Kriegsausbruch 1914 meldete er sich freiwillig und fiel als Oberarzt. Breuer schloß sich 1907 dem neu gegründeten „Wandervogel, Deutscher Bund für Jugendwandern" (WV) an, zu dessen maßgebenden Führern er gehörte. Sein Hauptanliegen war, „die Sangeskunst im Wandervogel zu veredeln", und im Volkslied sah er „nahezu den musischen Ausdruck unserer Wandervogelideale". So entstand 1907/08 im Kreise der „Heidelberger Pachanten" der „Zupfgeigenhansl" (Breuer war schon in Steglitz bei den „Pachanten", die sich 1901 den Namen „Wandervogel“ gaben). Das Buch schöpfte im wesentlichen aus L. Erk-M. Böhme, „Deutscher Liederhort“ (3
Bde., 1893 ff.), und machte in seinen weiteren Auflagen die Absage an alle Kneippoesie immer deutlicher. „Breuer ist als Person nicht wichtig, sondern als Symbol“ (
Rud. Mirbt, 1948) durch den „Zupf“, der 1940 mit der 164. Auflage das 903. Tausend erreichte.
Werke ↑
Der Zupfgeigenhansl,
hrsg. unter Mitwirkung vieler Wandervögel, 1909,
41911 (bebildert
v. H. Pfeiffer),
101913
(grundlegend f. alle späteren Aufl.), Neuaufl. 1950; Wandervogel u. Volkslied, in: Bundeszs. d. WV, 1910, u. in: Zupfgeigenhansl,
41911; Herbstschau, in: Wandervogel,
Jg. 8. H. 10,
Okt. 1913.
Literatur ↑
M. Pohl, Erinnerungen an H.
B., in: Singgemeinde 4, 1928, S. 76-78
(P);
K. Gofferje, Von H.
B. u. d. Zupfgeigenhansl, ebenda, 5, 1929, S. 116 bis 119;
Erinnerung u. Vermächtnis, Ein Gedenkbüchlein um H.
B., 1932, = Denkmale u. Freundesdank, Buche
(P, W);
Ch. Ziegler, Das Volkslied im Wandervogel,
Diss. Göttingen 1950;
DBJ II (Totenliste 1918,
L).
Autor ↑
Wilhelm HeiskeEmpfohlene Zitierweise ↑
Heiske, Wilhelm, „Breuer, Hans Emil“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
606
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118660004.html
Breuer, Hans
Name: Breuer, Hans
Namensvariante: Breuer, Hans Emil
Namensvariante: Breuer, Johannes Emil
Lebensdaten: 1883 bis 1918
Geburtsort: Gröbers bei Halle
Sterbeort: Merles bei Verdun
Beruf/Lebensstellung: Volksliedersammler; Anhänger der Wandervogelbewegung
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Heiske, WilhelmPND: 118660004