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Breu, Jörg der Ältere

* um 1475/76 Augsburg, zwischen Mai und Oktober 1537.


GenealogieLebenLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Georg, Weber; S Jörg der Jüngere s. (2); T Anna ( Hans Tirol [1505/06-1575/76], Baumeister, Schriftsteller und Verleger).

Leben  
Breu war 1493 Lehrknabe bei Ulrich Apt, 1502 war er in Österreich, seit 1502 in Augsburg selbständig tätig. Eine Reihe von Lehrlingen ist 1502 und in den folgenden Jahren nachweisbar. Aufenthalte in Italien werden um 1508 und 1514 angenommen. 1534 erfolgte die Übergabe von Meisterschaft und Werkstattzeichen an seinen Sohn. Breus „Chronik“ mit Notizen und Berichten umfaßt die Zeit von 1512-37. Auf augsburgisch-bayerisch-österreichischer Tradition fußend, ist Breu in seinen Wanderjahren einer der führenden Meister des „Donaustils“ (1500 Altar von Zwettl, 1501 signiert Aggsbacher Altar in Herzogenburg, 1502 Altar in Melk), Maler dramatisch bewegter Figuralkompositionen, mitunter, wie in der Bernhardslegende in Zwettl, von ganz neuem Landschaftsgefühl getragen. Setzt Breu zunächst früher ein als Hans Burgkmair d. Ältere, so tritt er in der Folgezeit hinter diesem zurück, wobei allerdings der Verlust der Augsburger Rathausfresken, über deren Ausführung er die Oberleitung hatte (1516), zu berücksichtigen ist. Seit 1504 war er für den Holzschnitt tätig (1504 Konstanzer Missale, monogrammiert; um 1515 Reisen Vartomans; Beteiligung an der Manschen Ausgabe der Leiden Christi, monogrammiert). Um 1515/16 entstanden neben dem Breu zugeschriebenen Anteil am Gebetbuch Kaiser Maximilians (1515) eine Reihe von Zeichnungen für Kabinettscheiben, die „Kriege und Jagden Maximilians“ (München, Graphische Sammlung; Paris, Bibliothèque National), die durch ihre Verwandtschaft mit einem Zyklus von Monatsdarstellungen gesichert sind. Von diesem Zyklus, der Anfang der 20er Jahre entstanden ist (1526 Kopie Göttingen) und z. T. in Originalzeichnungen (Berlin; Kopenhagen; Paris, Ecole des beaux arts), z. T. in Kopien erhalten ist, sind ausgeführte Scheiben der Breu-Werkstatt (Augsburg, Museum, monogrammiert) erhalten. In diesen Arbeiten zeigt sich Breu in Landschaft und Genre seiner Anfänge würdig und als vollgültiger Vertreter der damaligen klassisch-festlichen Augsburger Kunst. Nach dem erhaltenen Denkmälerbestand ist die Breu-Werkstatt in Süddeutschland die Hauptvertreterin der monolithen, d. h. ungeteilten, nur eine Darstellung zeigenden Kabinettscheibe (Zyklus von 12 Scheiben aus der Landshuter Stadtresidenz im Bayerischen Nationalmuseum München). 1521 und 1522 ist Breu an der Ausstattung der Fuggerkapelle bei St. Anna in Augsburg mit den großen und kleinen Flügeln der Orgel, 1528 an den Aufträgen Herzog Wilhelms IV. von Bayern für das Münchner Lusthaus mit dem signierten Bild der Geschichte der Lucretia und mit dem Bild der Schlacht bei Zama für den Schlachtenzyklus beteiligt. Diese Arbeiten zeigen stärkere Verarbeitung italienischer Formen und manieristische Tendenzen. An der 1536 von Hans Tirol herausgegebenen monogrammierten Folge der Belehnung Ferdinands I. (18 Blatt) sowie an der von David de Negker herausgegebenen Landsknechtsfolge dürfen wir Breus Beteiligung annehmen. Die Zuschreibung des Holzschnittes des verlorenen Sohnes (Geisberg, Nr. 350 f.) wird (von Musper) mit Recht angezweifelt.

Literatur  
Th. Musper, Anteil d. Augsburger am Gebetbuch Kaiser Maximilians I., in: Münchener Jb. d. bildenden Kunst 12, 1921/22, S. 130 f.; J. Baum, Die Monatsscheiben d. älteren B. u. ihre Nachbildungen, in: Altschwäb. Kunst, 1923, S. 110 f.; O. Benesch, Der Zwettler Altar u. d. Anfänge J.|B.s, in: E. Buchner-K. Feuchtmayr, Btrr. z. Gesch. d. dt. Kunst II, 1928, S. 229 f.; E. Buchner, Der ältere B. als Maler, ebenda, S. 273 f.; W. Hugelshofer, Zeichnungen aus J. B.s Frühzeit, ebenda, S. 384 f.; F. Antal, B. u. Filippino, in: Zs. f. bildende Kunst 62, 1928/29, S. 29; M. Geisberg, Der dt. Einblattholzschnitt, 1930, Nr. 350 f. (L, Besprechung: Th. Musper, in: Belvedere 2, 1932, S. 176); ders., Die dt. Buchill., 1931, Nr. 431/74, 606/58, 849/57; W. H. v. Schmelzing, in: Jb. d. preuß. Kunstslgg. 57, 1936, S. 10 f.; Kat. d. Altdorfer-Ausstellung, 1938, Nr. 365 f., 648 (dazu: E. Koch, in: Zs. f. Kunstgesch., 1938, S. 227); E. Buchner, in: Zs. f. Kunstgesch. 4, 1950, S. 320; N. Lieb, Die Fugger u. die Kunst, 1952; z. d. Kabinettscheiben: I. L. Fischer, in: Hdb. d. Glasmalerei, 1937, S. 60 f., 152 f.; ThB (L, auch f. Hans Tirol).

Portraits  
Selbstbildnisse: Zeichnung, 1517 (ehem. Stettin, Mus.); Augsburg, St. Anna, große Orgelflügel, Himmelfahrt Mariä.

Autor  
Wolfgang Wegner
Empfohlene Zitierweise  

Wegner, Wolfgang, „Breu, Jörg der Ältere“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 604-605 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd119629755.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 604-605
Erwähnungen: 
NDB 2 (1955), S.  605*
NDB 24 (2010), S. 552 in Artikel Solis, Virgil

PND: 119629755
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Index

Breu, Jörg der Ältere

Name: Breu, Jörg der Ältere
Namensvariante: Prew, Jörg der Ältere
Lebensdaten: um 1475 oder 1476 bis 1537
Geburtsort: Augsburg
Beruf/Lebensstellung: Maler und Zeichner für Holzschnitt und Glasmalerei
Konfession: katholisch
Autor NDB: Wegner, Wolfgang
PND: 119629755

Weitere Informationen

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Breu, Jörg der Ältere

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119629755

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