Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Margolis, Abraham     Marguerre, Karl >>

Margules, Max

Meteorologe, * 23.4.1856 Brody (Galizien), 4.10.1920 Perchtoldsdorf bei Wien. (bis 1912 israelitisch)


GenealogieLebenAuszeichnungenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
Ledig.

Leben  
M. studierte in Wien Mathematik und Physik; nach einem Volontariat bei der dortigen Zentralanstalt für Meteorologie (1877–79) setzte er seine Studien 1879/80 in Berlin fort. Es folgte eine Privatdozentur für Physik in Wien, die M. jedoch bald aufgab, um 1882 an die Zentralanstalt für Meteorologie zurückzukehren, der er bis 1906 angehörte. Dann ließ er sich – erst 50jährig – pensionieren, um sich ungestört physikochemischen Arbeiten widmen zu können, über die allerdings wenig bekannt wurde. Nach der Schilderung seiner Kollegen war M. ein liebenswürdiger, wenn auch sich verkannt fühlender und deshalb verbitterter Sonderling, der zuletzt wegen seiner sehr geringen Pension in der Nachkriegszeit verhungerte.
M.s Arbeiten umfassen zwei Themenkreise. Von 1890-93 erschienen Untersuchungen der Luftdruckschwankungen, wobei er die Halbtagesperiode als Resonanzerscheinung der Atmosphäre deutete, wie dies auch heute noch geschieht. Die zweite, wichtigere Gruppe von Arbeiten beschäftigt sich mit der Rolle warmer und kalter Luftmassen im Wettergeschehen. M. hatte sich hierzu ein kleines Versuchsfeld geschaffen, indem er in der Umgebung Wiens einige Stationen mit Baro- und Thermographen ausstattete, deren Registrierungen er auswertete. Dabei beschäftigte ihn hauptsächlich die Frage nach der Ursache der Winde. 1905 veröffentlichte M. seine wichtigste Schrift „Über die Energie der Stürme“, worin er zeigte, daß die kinetische Energie des Windes vorzugsweise aus der Änderung der potentiellen Energie bei der Umlagerung kalter und warmer Luft stammt – Gedanken, die er leider nicht weiter ausbaute. Vor allem wegen dieser|Abhandlung und der darin zum Ausdruck kommenden unkonventionellen Denkweise blieb M.s Andenken erhalten|

Auszeichnungen  
Hann-Medaille d. Österr. Ges. f. Meteorologie (1919).

Werke  
Weitere W u. a. Über d. Schwingungen period. erwärmter Luft, in: SB d. Ak. d. Wiss. Wien, math.-naturwiss. Kl., 99, Abt. 2 a, 1890; Über d. Energie d. Stürme, in: Jbb. d. K. K. Zentralanstalt f. Meteorol. NF 42, 1905; Zur Sturmtheorie, in: Meteorolog. Zs., Hann-Bd., 1906.

Literatur  
M. Exner, in: Meteorolog. Zs. 37, 1920, S. 322-24 (W-Verz.); Pogg. III-V; Enc. Jud. XI, 1971 (W, L, P); ÖBL.

Autor  
Gustav Hofmann
Empfohlene Zitierweise  

Hofmann, Gustav, „Margules, Max“, in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 170 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd117544949.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 16 (1990), S.  170 f.
Erwähnungen: 
NDB 16 (1990), S. 169 Familienartikel

PND: 117544949
Artikel drucken

Index

Margules, Max

Name: Margules, Max
Lebensdaten: 1856 bis 1920
Geburtsort: Brody (Galizien)
Sterbeort: Perchtoldsdorf bei Wien
Beruf/Lebensstellung: Meteorologe in Wien
Konfession: jüdisch; konfessionslos?
Autor NDB: Hofmann, Gustav
PND: 117544949

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Margules, Max

PND
117544949

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika
Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)
OPAC der BSB München

Quellennachweise

Verzeichnis der künstlerischen, wissenschaftlichen und kulturpolitischen Nachlässe in Österreich

Nachlässe
Kalliope