<< Breßlau, Harry
Bretholz, Berthold >>
Brestel, Rudolf
österreichischer Finanzminister,
* 16.5.1816 Wien,
† 4.3.1881 Wien. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Gregor
Ant., Garde-Rittmeister;
M Antonia,
T des Jean Cabes, Bürger in Brüssel, und der
Barb. Haak; ledig.
Leben ↑
Brestel studierte an der Wiener Sternwarte, wurde 1836 Assistent an der Olmützer Lehrkanzel für Mathematik, dann Supplent an der Universität Wien. 1848 zuerst akademischer Legionär, erlangte er bei der Wahl zum ersten Österreichischen Reichstag ein Mandat und nahm an den Beratungen des Kremsierer Verfassungsausschusses teil. Vorübergehend politisch verfolgt, war Brestel seit 1855 an der Einführung der Creditanstalt in Wien tätig. Im Verfassungsjahr 1861 begann seine neue politische Laufbahn mit der Wahl in den Niederösterreichischen Landtag, der ihn in den Landesausschuß und in das Abgeordnetenhaus (1864) entsandte. Mit Beginn der dualistischen Ordnung wurde Brestel kaiserlich-königlicher Finanzminister im „Bürgerministerium“ (30.12.1867). Er verwaltete dieses Amt bis zu einer vorübergehenden Unterbrechung des deutsch-zentralistischen Kurses (4.4.1870), um bis zu seinem Ende abermals parlamentarisch zu wirken. Als Minister war er maßgeblich an den finanziellen Bedingungen des Ausgleichs mit Ungarn beteiligt, erreichte den Abbau eines Millionendefizits und die Vereinheitlichung der Staatsschuldtitel. So stark seine persönliche Autorität als die des „Redlichen“ war, so blieb die Wahl seiner Mittel, insbesondere die Quotenvereinbarung mit Ungarn und die Abstoßung passiv arbeitender Staatsbetriebe, bei der Mit- und Nachwelt stark umstritten.
Literatur ↑
R. Charmatz, Österr.s innere
Gesch. 1848-1907, I, 1909, S. 81 f., 87 f.;
F. Schütz, Werden u. Wirken d. Bürgerministeriums, 1909, S. 65 ff.;
A.
v. Czedik, Zur
Gesch. d.
k. k. Ministerien 1861-1916, I, Teschen 1917, S. 84-92;
K. Hugelmann, Zur
Gesch. d.
österr. Ministerien, 1922, S. 19;
ders., Das Nationalitätenrecht im alten
Österr., 1934, S. 192;
H. Hantsch, Die
Gesch. Österr.s, II, Wien 1950, S. 334, 356, 402;
Wurzbach,
Bd. 23, S. 365
(L);
Uhlirz II/1, S. 649, 688
(L), II/2, S. 928, 933, 945, 967. -
Qu.: Protokolle d. Verfassungsausschusses d.
Österr. Reichstages 1848/49,
hrsg. v. A. Springer, 1885.
Autor ↑
Reinhold LorenzEmpfohlene Zitierweise ↑
Lorenz, Reinhold, „Brestel, Rudolf“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
601
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135583969.html
Brestel, Rudolf
Name: Brestel, Rudolf
Lebensdaten: 1816 bis 1881
Geburtsort: Wien
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: österreichischer Finanzminister
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Lorenz, ReinholdPND: 135583969