Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Brentano, Franz Clemens Honoratus Hermann Josef     Brentano, Ludovica Maria Catharina >>

Brentano, Lorenz Peter Karl

Politiker, * 14.11.1813 Mannheim, 17.9.1891 Chicago. (katholisch)


GenealogieLebenLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Johann Peter Paul Bartholomäus (1740–1813), kurpfälzischer Kommerzienrat, Großkaufmann in Frankfurt/Main, S des Peter Ant., Frankfurter und Mannheimer Großkaufmann (aus Tremezzo eingewandert); M Helene Heger (1784–1831); 1) Mannheim 1837 Caroline Lentz, 2) Caroline Aberle (1819–93); 3 K aus 2), u. a. Theodor, Gesandter der USA in Ungarn.

Leben  
Brentano war seit 1837 Rechtsanwalt in Mannheim und, vom Kreise A. v. Itzsteins her, 1845 in der badischen zweiten Kammer. Führend in der Opposition, doch kein revolutionärer Quer|kopf wie Hecker oder Sozialtheoretiker wie Struve, sondern eine Jakobinernatur mit viel praktischem Instinkt, belächelte er noch 1848 skeptisch Heckers Putsch, kannte aber, nachdem seine Wahl zum Mannheimer Oberbürgermeister von der Regierung nicht bestätigt worden war, keine Versöhnung mehr. Brentano gehörte 1848 der Paulskirche an, verschwand aber schon im Spätsommer 1848, um sich ganz den badischen Dingen zu widmen. Im badischen Volksaufstande (4.5.1849) trat Brentano an die Spitze der vierzigtägigen, provisorischen Regierung und versuchte mit den alten Gewalten über ein Kompromiß zu verhandeln. Seine Bemühungen aber scheiterten am Widerstand der Radikalen unter Struve. Brentano entfloh in die Schweiz, wurde als Verräter in contumaciam zum Tode verurteilt und ging, da ihm die Schweiz das Asylrecht verweigerte, 1850 nach den Vereinigten Staaten. Zunächst als Journalist („Leuchtturm“, Pottsville, Pennsylvania), Farmer (Kalamazoo, Wisc.) und Rechtsanwalt (Chicago) wenig erfolgreich, trat er 1860 in die „Illinois Staatszeitung“ (Chicago) ein und führte sie als Chefredakteur und Mitherausgeber bald zur bedeutendsten deutsch-republikanischen Tageszeitung des Westens. 1872 bis 1876 amerikanischer Konsul in Dresden, gehörte Brentano nach seiner Rückkehr dem Kongreß an, trennte sich aber 1884 von der Partei und unterstützte als Unabhängiger die Wahl Clevelands zum Präsidenten. Brentano beschäftigte sich auch mit rechtshistorischen und vergleichenden Arbeiten über die amerikanischen und europäischen Methoden des Ermittlungsverfahrens, sowie staatsrechtlichen Fällen.

Literatur  
C. F. Huch, Die Dt.-Amerikaner u. d. dt. Revolution, in: Mitt. d. Dt. Pionierver. v. Philadelphia, 17, 1910; Bad. Biogrr. V, S. 879 bis 895; DAB III (L); V. Valentin, Gesch. d. dt. Revolution v. 1848/49, 2 Bde., 1930/31 (L); A. E. Zucker (hrsg.), The Forty-Eighters, New York 1950 (L); C. Wittke, Refugees of Revolution, Philadelphia 1952 (L).

Portraits  
Holzschnitt in: LIZ 12, 1849, S. 349.

Autor  
Georg F. Sperl
Empfohlene Zitierweise  

Sperl, Georg F., „Brentano, Lorenz Peter Karl“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 595 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd117630837.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 595 f.
Erwähnungen: 
NDB 2 (1955), S.  589 Familienartikel

PND: 117630837
Artikel drucken

Index

Brentano, Lorenz

Name: Brentano, Lorenz
Namensvariante: Brentano, Lorenz Peter Karl
Lebensdaten: 1813 bis 1891
Geburtsort: Mannheim
Sterbeort: Chicago
Beruf/Lebensstellung: Politiker
Konfession: katholisch
Autor NDB: Sperl, Georg F.
PND: 117630837

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Brentano, Lorenz

PND
117630837

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Nachlässe
Kalliope