<< Brendel, Franz Anton
Brenkenhoff, Franz Balthasar Schönberg [Vorname] von >>
Brendel, Otto Rudolf Martin
Astronom,
* 12.8.1862 Niederschönhausen bei Berlin,
† 6.9.1939 Freiburg (Breisgau). (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Otto, Kaufmann;
M Minna Immich;
⚭ Emilie Marcelline Le Gargan (Französin); 1
S.
Leben ↑
Brendel studierte Mathematik und Astronomie in Berlin, München, Stockholm, Paris und London, promovierte 1890 in Berlin, habilitierte sich 1892 in Greifswald und wurde 1898 außerordentlicher Professor für theoretische Astronomie in Göttingen, wo er 1902 auch einen Lehrauftrag für Versicherungsmathematik und Geodäsie erhielt. 1907 übernahm er eine Dozentur für Mathematik und Versicherungsmathematik an der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften zu Frankfurt /Main und gleichzeitig die Sternwarte des Physikalischen Vereins. Erst 1914 wurde ihm eine ordentliche Professur an der neugegründeten Universität übertragen mit Ernennung zum Direktor der Universitätssternwarte. - Brendel widmete sich neben seinen Lehraufträgen für Versicherungsmathematik hauptsächlich Arbeiten der theoretischen Astronomie, insbesondere ausgehend von den Arbeiten seines Lehrers Hugo Gyldén auf dem Gebiet der Himmelsmechanik und speziell der Störungstheorie. Er veröffentlichte zahlreiche berühmte Untersuchungen über die Bewegung der kleinen und großen Planeten, die Mondbewegung, Störungsrechnung, Bahnbestimmungsmethoden
usw., für die er 1913 in Frankfurt ein eigenes Planeteninstitut, zunächst mit Unterstützung der Pariser und Stockholmer Akademie, gründete. Auch die sich über sein ganzes Leben hinziehende Herausgabe der Werke von Gauß (
Bd. 7-12, 1898-1929) und der Materialien für eine Gauß-Biographie (mit Felix Klein u. L. Schlesinger) stellt ein bleibendes Verdienst dar. Für seine „Theorie der kleinen Planeten“ (=
Abhh. d.
Ges. d.
Wiss. zu Göttingen, 4
Bde., 1898–1911) erhielt er 1894 den Prix Damoiseau der Pariser Akademie der Wissenschaften.
Werke ↑
Weitere W Theorie d. Mondes, =
Abhh. d.
Ges. d.
Wiss. zu Göttingen, 1905;
Arbb. d. Planeten-
Inst., H. 1-3, 1922; Üb. d. astronom.
Arb. v. Gauß, in: Material f. eine
wiss. Biogr. v. Gauß, 1919, u. in: Gauß, Werke XI/2.1929;
zahlr. Aufsätze in
Zss.;
s.a. Wi. X, 1935.
Literatur ↑
K. Bode, in: Astronom.
Nachrr. 270, 1940, S. 248;
Pogg. IV-VI.
Portraits ↑
in:
Rhdb. I, S. 212.
Autor ↑
Fritz HindererEmpfohlene Zitierweise ↑
Hinderer, Fritz, „Brendel, Otto Rudolf Martin“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
584
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116484454.html
Brendel, Martin
Name: Brendel, Martin
Namensvariante: Brendel, Otto Rudolf Martin
Lebensdaten: 1862 bis 1939
Geburtsort: Niederschönhausen bei Berlin
Sterbeort: Freiburg (Breisgau)
Beruf/Lebensstellung: Astronom
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Hinderer, FritzPND: 116484454