Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Mannich, Carl     Mannlich, Johann Christian von >>

Mannkopff, Reinhold

Physiker, * 18.5.1894 Wittlich/Mosel, 9.4.1978 Göttingen. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Georg (1859–1933), Geh. Reg.rat, Landrat in W., 1903-14 in G., S d. Geh. Justizrats Julius in Köslin u. d. Anna Sophie Jespersen; M Anna (1865–1943), T d. Friedrich Frech (1825–1919), Dr. iur., Senatspräs, am Kammerger. in Berlin, u. d. Anna Friedländer (aus Berliner Juristenfam.); Groß-Ov Emil (1836–1918), Generalarzt, Prof. d. Med. in Marburg (s. L); Om Fritz Frech (1861–1917), Geh. Bergrat, Prof. d. Geol. u. Paläontol. in Breslau; – ledig.

Leben  
M. legte 1913 das Abitur in Göttingen ab und begann in Freiburg i. Br. und Berlin Physik zu studieren, mußte das Studium aber wegen des Krieges bald abbrechen. 1919-25 setzte er das Studium in Göttingen fort. Dort war M. Schüler von James Franck, der sich zu jener Zeit mit Stoßproblemen zwischen Atomen und Elektronen befaßte. Zum Themenkreis dieser Forschungen, die grundlegende Erkenntnisse über die Atom- und Molekülstruktur lieferten, gehört auch M.s 1926 abgeschlossene Dissertation „Über die Auslöschung der Resonanzfluoreszenz von Natriumdampf“ (in: Zs. f. Physik 36, 1926, S. 315-24). Nach der Promotion wurde M. Assistent an Francks II. Physikalischen Institut, von wo er 1929 zum Mineralogisch-Petrographischen Institut von V. M. Goldschmidt überwechselte. Dieser hatte sich bereits seit 1923 mit den Häufigkeitsverhältnissen der chem. Elemente in der Erdkruste befaßt. Für den Nachweis kleinster Mengen von Begleitstoffen suchte man hochempfindliche Nachweismethoden. M. und seine Mitarbeiter entwickelten in diesem Zusammenhang die Grundlagen der quantitativen Spektralanalyse im elektrischen Lichtbogen. Bei diesem Verfahren wird die Anreicherung der meisten Elemente vor der Kathode eines Lichtbogens ausgenützt. M. untersuchte die physikalischen Gegebenheiten im Lichtbogen und habilitierte sich 1933 mit einer Arbeit „Über Elektronendichte und Elektronentemperatur in frei brennenden Lichtbögen“ (in: Zs. f. Physik 86, 1933, S. 161-84). M., der diesen Problemkreis in weiteren Untersuchungen behandelte, wurde 1939 zum ao. Professor ernannt, zu Beginn des 2. Weltkrieges jedoch erneut als Soldat eingezogen.
Nach Kriegsende kehrte M. nach Göttingen zurück und setzte seine Arbeiten zur Spektralanalyse fort. Er entwickelte u. a. einen Schwarzen Strahler bis 4000 K, ein Kohlerohr, das horizontal in gekühlte Kupferbakken gebettet und widerstandselektrisch aufgeheizt wird. Für Schwarze Strahler befaßte sich M. auch mit der Konstruktion von optimalen Einspannvorrichtungen der Kohlerohre. Die einfachsten Spektrographen nach Bunsen und Kirchhoff waren ca. 1,45 m lang und gewinkelt gebaut, was die Handhabung sehr erschwerte. Nachdem O. v. Littrow mittels der sog. Autokollimation die Abmessungen der Geräte verringert hatte, gelang es M., in dem nach ihm benannten „Mannkopff-Spektrographen“, die beim Littrowschen System bestehenden optischen Mängel zu beheben. Das von M. entwickelte Verfahren fand weite Verbreitung; seine theoretischen Untersuchungen lieferten die Grundlage für eine quantitative Spektralanalyse im elektri|sehen Lichtbogen, seine Konstruktionsverbesserungen am Spektrographen erlaubten dessen praktische Nutzung.

Werke  
Weitere W u. a. Über quantitative Spektralanalyse mit Hilfe d. negativen Glimmschicht im elektr. Lichtbogen, in: Zs. f. Physik 70, 1931, S. 444-53; Bauart v. Prismenspektrographen mit langer Brennweite, ebd. 72, 1931, S. 569-77; Anregungsvorgänge u. Ionenbewegung im Lichtbogen, ebd. 76, 1932, S. 396-406; Energietransport durch Strahlung v. Resonanzlinien in Gasen, ebd. 120, 1943, S. 301-17; Berechnung d. Lichtbogentemperatur u. d. Stabilität d. Lichtbogensäule, ebd., S. 228-51; Intensität d. Resonanzlinien e. Elements im Lichtbogen, in: Spectrochimica Acta 1, 1939, S. 197-206; Akkomodationszeit d. Elektronentemperatur in stationären elektr. Gasentladungen, in: Angew. Chemie (A) 59, 1947, S. 57 f. (mit C. Peters); Grundlagen u. Methoden d. chem. Emissionsspektralanalyse, 1975 (mit G. Friede).

Literatur  
H. Witte, in: Physikal. Bll. 10, 1954, S. 229 f.; H. Ebert, ebd. 20, 1964, S. 226; M. Kohler, ebd. 34, 1978, S. 436 f.; Kürschner, Gel.-Kal.; Pogg. VIIa. – Zu Groß-Ov Emil: A. Mannkopff, in: Lb. aus Kurhessen u. Waldeck I, 1939 (P); BLÄ.

Autor  
Ingrid Ahrens
Empfohlene Zitierweise  

Ahrens, Ingrid, „Mannkopff, Reinhold“, in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 73 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116734701.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 16 (1990), S. 73 f.

PND: 116734701
Artikel drucken

Index

Mannkopff, Reinhold

Name: Mannkopff, Reinhold
Lebensdaten: 1894 bis 1978
Geburtsort: Wittlich/Mosel
Sterbeort: Göttingen
Beruf/Lebensstellung: Physiker
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Ahrens, Ingrid
PND: 116734701

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Mannkopff, Reinhold

PND
116734701

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Nachlässe
Kalliope