<< Maximilian Gandolf, Graf von Kuenburg
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May, von (de Madiis, Maggio)
May, von (de Madiis, Maggio)
Berner Familie.
Leben ↑
Die vermutlich aus der Gegend des Comersees stammende Familie wird in Bern Ende des 14.
Jh. mit
Bartholomäus (
† 1465?) erstmals urkundlich erwähnt. Dieser widmete sich wie andere zugewanderte Lombarden dem Fernhandel und Bankgeschäften und dürfte 1404 das Bürgerrecht erworben haben. Sein Sohn
Jakob (
† 1480/85) legte den Grund zum späteren Wohlstand der Familie und gelangte 1446 als erster
M. in den Großen Rat. Das Stubenrecht erhielt er bei der Gerber-Zunft zum „Roten Löwen“ (heute Zunft zum Mittellöwen). Noch größeres Talent als Geschäftsmann und Bankier besaß sein Sohn
Bartholomäus (1446–1531), wohl das bedeutendste Mitglied der Familie (
s. u.). Dessen Sohn
Glado (Claudius,
ca. 1470–1527) stand mit Zwingli in freundschaftlicher Beziehung und entwickelte sich zu einem Vorkämpfer der Reformation, während sein Sohn
Bartholomäus (
† 1576) die neue Lehre ablehnte und 1537 nach Augsburg auswanderte. 1561-76 gehörte er dort dem kleinen
|Rat der Stadt als Vertreter der Gesellschaft der Mehrer an. 1551 erhielten er und seine Brüder von Karl V. einen Adelsbrief. Sein Enkel
Marcus (Marx,
† 1643) wurde Mitglied des Stadtgerichts und später Bürgermeister von Augsburg (1631).
Glado (
† 1568), der Bruder Bartholomäus' (III.), saß zwischen 1539 und 1568 mehrmals im Großen und Kleinen Rat von Bern und vertrat seine Heimat häufig in Sondermissionen für eidgenössische Belange an der Tagsatzung zu Baden.
Johann Rudolf (1619–72) wurde im Bauernkrieg von 1653 Kommandant des Aargaus und der Festung Lenzburg, 1659 Oberst der Schweizer Leibgarde des
Kf. Karl Ludwig von der Pfalz sowie dessen
Geh. Rat. Eine Vielzahl von Familien-Mitgliedern standen als Offiziere in fremden Diensten. Generalsrang in Holland erreichten
Gabriel (1661–1747),
Friedrich (1695–1776),
Friedrich (1708–99),
Gabriel Emanuel (1741–1836), in Frankreich waren es
Johann Rudolf (1652–1715), der Sohn des erwähnten Johann Rudolf,
Beat Ludwig (1671–1731), und
Beat Ludwig Rudolf (1764–1833). Im zweiten Villmergerkrieg (1712) war
Friedrich (1653–1721) Generalstabschef des
bern. Heeres.
Emanuel (1676–1741) war Landvogt zu Romainmôtier. Sein Sohn
Beat Emanuel (1734–1802), Landschreiber zu Landshut, nannte sich „
M. de Romainmôtier“. Er verfaßte 1788 die achtbändige „Histoire militaire de la Suisse et celle des Suisses dans les différents services de l'Europe“.
Albrecht Friedrich (1773–1853) wurde nach einem Studium in Jena (1796–97) Sekretär des Helvetischen Direktoriums (1798). 1799-1813 nahm er mehrmals an diplomatischen Missionen im In- und Ausland teil, 1802 wurde er
eidgenöss. Generalkommissär zur Beilegung des Aufstandes in der Waadt und in Zürich, 1804-15 Oberlehenskommissär, 1816-23 Oberamtmann zu Courtelary sowie Kommissär für die Festlegung der
bern. Grenzen mit Frankreich und dem Kanton Neuenburg; 1827-37 amtete er als Staatsschreiber des Kantons Bern, 1812-46 als Großrat (1830
eidgenöss. Kommissär im Tessin wegen der revolutionären Umtriebe in der
ital. Nachbarschaft) und 1840-50 als Gemeinderat der Stadt Bern. Die Familie
v. M. besaß ausgedehnte Schloßherrschaften, Reb- und landwirtschaftliche Güter sowie städtische Liegenschaften.
May Bartholomäus, von
May, von
Name: May, von
Namensvariante: Maggio
Namensvariante: de Madiis
Namensvariante: Madiis, de
Lebensdaten: unbekannt
Beruf/Lebensstellung: Berner Familie
Konfession: katholisch; evangelisch
Autor NDB:
May, Pierre vonPND: 123116880