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Breitfuß, Leonid (getauft Ludwig Gottlieb)
Polarforscher,
* 1.12.1864
St. Petersburg,
† 20.7.1950 Bad Pyrmont. (lutherisch)
Genealogie
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| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Aus Salzburger Emigrantenfamilie, die in Ostpreußen angesiedelt wurde;
V Ludwig
Jak. (1826–1893), Tuchhändler,
S des Daniel Gottlieb, wanderte von Rastenburg nach Petersburg aus, Goldschmied, und der
Henr. Amalie Joch;
M Emma Amalie (1840–1920),
T des Gottlieb Dietrich Seldenschloh in Wesenberg aus schwedischer Familie und der
Henr. Agathe Freiberg aus Reval.
Leben ↑
Angeregt durch Thomas Huxleys Buch „On Our Knowledge of the Cause of the Phenomena of Organic Nature“ studierte Breitfuß ab 1889 in Berlin Naturwissenschaften, insbesondere Biologie. Während dieser Studienjahre knüpfte er Beziehungen zu bekannten Naturwissenschaftlern und Polarforschern an (
u. a. zu Ernst Haeckel, Emil Dubois-Reymond, Karl Chun, Wilhelm von Bezold, Hermann von Helmholtz, Fridtjof Nansen, O. Pettersson, M. Knudsen) und kam durch sie mit der Meeresbiologie und Ozeanographie sowie mit der Polarforschung in Berührung. 1898-1908 war er Mitglied und später Leiter der russischen Murmansk-Expedition, einer Art stationären Unternehmung mit Sitz in Katharinen-Hafen (Kola-Fjord 69°10'N), deren Hauptaufgaben der Fischerei-Biologie gewidmet waren. Noch zur Zarenzeit in leitende Stellung beim Hydrographischen Amt der Kaiserlich russischen Marine berufen, blieb er auch nach der bolschewistischen Revolution bis 1920 in diesem Amt und siedelte 1921 nach Berlin über. Sein Hauptstudienobjekt waren in diesen Jahren die Fragen der
sog. Nordost-Passage (der Sibirische Seeweg). In Berlin war Breitfuß maßgeblich in der Internationalen Gesellschaft zum Studium der Arktis mit Luftfahrzeugen, Aeroarctic, tätig, ohne in Verbindung mit dem Zoologischen Institut seine Forschungen über Kalkschwämme zu vernachlässigen. Er trieb Geschichte der Polarforschung und verfaßte mehrere Polarberichte im Geographischen Jahrbuch. Bei allen seinen Veröffentlichungen, die die verschiedensten Gebiete umfaßten, kam ihm die Kenntnis der russischen Sprache sehr zustatten. Seine dem Reich vermachte Polarbibliothek befindet sich jetzt einschließlich der Urheberrechte des literarischen Nachlasses in Cambridge.
Werke ↑
Weitere W Die Ergebnisse der
wiss. Murman-Expedition f.
d. J. 1902–06, 8
Bde., 1903–15; Arktis - The Arctic, 1939; Das Nordpolargebiet, 1943;
Autobiogr., redigiert
v. E. Herrmann, 1949
(P); Die Antarktis, ihre Natur, Erforschung und Walfang, 1949; zahlreiche Aufsätze,
u. a. üb. Kalkschwämme, Sibir. Seeweg, Fischereiwesen, Eisbrecherexpeditionen, Luftfahrtunternehmungen, in verschiedenen
dt.,
norweg. u.
russ. Zss.Literatur ↑
F. Nusser, in:
Dt. Hydrograph.
Zs., 1949, S. 226;
E. Herrmann,
Prof. Dr. L.
B. zu seinem 50jährigen Poinr-Forschungs-Jubiläum u. seinem 85. Geburtstag
(Biogr., W-Verz., P), Vertrieb durch d. Polar-Archiv Kiel, 1949;
Th. Stocks, in: Petermanns
Geogr. Mitt., 1950, S. 216
(W).Portraits ↑
Phot. (
P -
Slg. d.
Dt. Museums München).
Autor ↑
Theodor StocksEmpfohlene Zitierweise ↑
Stocks, Theodor, „Breitfuß, Leonid“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
574 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd128750952.html
Breitfuß, Leonid
Name: Breitfuß, Leonid
Namensvariante: Breitfuß, Ludwig Gottlieb
Lebensdaten: 1864 bis 1950
Geburtsort: St.Sankt Petersburg
Sterbeort: Bad Pyrmont
Beruf/Lebensstellung: Polarforscher
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Stocks, TheodorPND: 128750952