<< Klebelsberg, Raimund von
Kleberger, Hans >>
Kleber, Johann Baptist
General,
* 9.3.1753 Straßburg,
† 14.6.1800 Kairo,
⚰ Straßburg, unter Klebers Denkmal. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Nikolaus (1700–56), Stadtsöldner, Maurermeister in
St.,
S d. Maurers Nikolaus (1672–1724) aus Wülfershausen
b. Arnstein/Unterfranken, seit 1702 in
St. u. d. Catharina Yebs (Übs);
M Regina,
T d. Maurermeisters Johannes Burgert (Borgart) in Rufach/Elsaß u. d. Barbara Ribstein;
Stief-V Baumeister Xaver Burger;
Halb-B Franz Martin Burger, Festungsbaumeister in
St.; - ledig.
Leben ↑
Kleber, Schüler von Chalgrin in Paris, wird Architekt in Besançon und Straßburg (1775), geht zur Kadettenanstalt in München und
|wird Fähnrich im österreichischen Regiment Kaunitz (1777–85). Ins Elsaß zurückgekehrt, übernimmt er dort die offizielle Aufsicht über die öffentlichen Bauten und führt bemerkenswerte Bauwerke in Belfort, Thann und Maasmünster aus. Seit 1789 Grenadier in der Nationalgarde, wird er 1792 bereits Oberstleutnant, übernimmt als Brigadegeneral 1793 das Kommando in der Vendée, dann das der Rheinarmee, besetzt das rechte Ufer des Rheins und wird Oberkommandierender der „Armée de Sambre et Meuse“, nimmt aber 1796 seinen Abschied. Auf Wunsch Napoleons beteiligt er sich an der Expedition nach Ägypten, landet 1798 als Divisions-Kommandant in Alexandria und wird beim Sturm auf die Feste verwundet. Von Napoleon ins Hauptquartier in Kairo berufen, übernimmt Kleber das Oberkommando in Ägypten bis 1799, siegt in den Kämpfen bei Gaza und El Arisch in Syrien, besetzt Jaffa und ist an der Schlacht am Berge Tabor entscheidend beteiligt. Am 4. August an Stelle Napoleons, der nach Frankreich zurückkehrt, zum Chef der gesamten Orient-Armee ernannt, schließt Kleber am 24.1.1800 mit dem britischen General Sidney Smith einen Waffenstillstand, wendet sich dann gegen die Türken, siegt bei Heliopolis und Korain und unterdrückt den Aufstand in Kairo. Nach Wiederbesetzung der Hauptstadt, widmet er sich der Organisation und Verwaltung des Landes. Er erzielt bei seiner Befriedung organisatorische und diplomatische Erfolge. Bei einem Gastmahl in Gizeh wird er von einem arabischen Fanatiker erstochen. – Kleber zeichnete sich durch Arbeitseifer und hervorragende Intelligenz aus, die auch in seiner militärischen Laufbahn als Taktiker und Stratege zur Geltung kamen. Sein lebhaftes Temperament brachte ihn in Gegensatz zu Bonaparte, der jedoch die Fähigkeiten und festen Charakterzüge Klebers zu schätzen und zu nützen wußte.
Literatur ↑
Anon, Notice
hist. sur la vie du Gén.
K., 1818;
Barón Ernouf, Le Gén.
K., 1867;
Comte Pajol,
K., sa vie, sa correspondance, 1877;
F. Teicher,
Gen. K., 1890;
H. Klaeber, Leben u. Taten d.
franz. Gen. J. B. Kleber, 1900;
H. Haug, Les Monuments strasbourgeois à
K. et Desaix, 1921;
R. Danis,
K., Architecte à Belfort (1784–92), 1924;
J. Lucas-Dubreton,
K. (1753-1800), 1937;
K., Fils d'Alsace, Hommage collectif à l'occasion du 2
me centenaire, 1953
(mit ausführl. Bibliogr.);
G. Six,
Dict. biographique des Généraux et Amiraux français II, 1934, S. 9-11.
Portraits ↑
v. J. Guérin u. A. Dutertre (Paris, Musée des Arts Décoratifs);
Slg. v. zeitgenöss. u. späteren
Abb. (Straßburg, Kupf.kab.);
Denkmal
v. Ph. Grass (Straßburg).
Autor ↑
Paul MartinEmpfohlene Zitierweise ↑
Martin, Paul, „Kleber, Johann Baptist“,
in: Neue Deutsche Biographie
11
(1977), S.
717 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11894780X.html