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Holtz, Julius

Apotheker und Industrieller, * 2.9.1836 Prenzlau (Uckermark), 11.6.1911 Berlin. (evangelisch)


GenealogieLebenAuszeichnungenLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Joh. Friedrich, Apotheker in P.; M Juliane Louise Frieder. Albertine, T d. Amtmanns Bergemann; 1863 Sophie (1839–89), T d. Ernst Maren (1798–1847), Bildhauer u. Keramiker, u. d. Sophie Keller; Schwager Otto March ( 1913), Architekt.

Leben  
Holtz hatte nach Studienjahren in Berlin und Paris die Hofapotheke in Berlin-Charlottenburg erworben, die er aber 1871 verkaufte, um sich an der Gründung der „Chemischen Fabrik auf Aktien (vormals E. Schering), Berlin“ zu beteiligen. 1874 wurde er in den Vor|stand dieser Gesellschaft aufgenommen. Während sein Freund E. Schering, der Begründer dieses Unternehmens, mehr der vorsichtig wägende Wissenschaftler war, stellte Holtz den Typus des entschlossen wagenden Kaufmanns dar, der überdies ein hervorragendes Organisationstalent besaß, so daß sich beide ergänzten. Holtz verdankt die Scheringsche Fabrik nicht nur ihre rasche Erweiterung, sondern er hat auch die ersten Geschäftsbeziehungen nach Übersee angeknüpft und dadurch den Ruf der Firma in der Welt begründet. Besonders interessierte er sich für den amerikanischen Markt. Er beschickte die Weltausstellung in Philadelphia (1876) mit einer Auswahl Scheringscher Erzeugnisse und besuchte sie selbst, um die entstandenen Beziehungen in dauernde Geschäftsverbindungen umzuwandeln. Auf dieser Amerikareise, die Holtz mit einigen Direktoren anderer deutscher chemischer Fabriken gemeinsam antrat, entstand der Plan zur Gründung des „Vereins zur Wahrung der Interessen der chemischen Industrie Deutschlands“, eines der führenden deutschen Industrieverbände, dessen Vorsitz Holtz seit 1881 25 Jahre lang innehatte. Er übernahm 1885 bei der Einführung der gewerblichen Unfallversicherung die Aufgabe, die Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie zu begründen und auszubauen (ehrenamtlicher Vorsitzender). Frühzeitig hat Holtz die Notwendigkeit einer privaten Fürsorge für alle Werksangehörigen erkannt. Nach Überwindung der „Gründerkrise“ der 70er Jahre schuf er die ersten Rücklagen für einen Sozialfonds. 1886 rief er die „Beamten- und Arbeiterpensionskasse der Chemischen Fabrik auf Actien (vormals E. Schering) “ als eine der ersten derartigen Einrichtungen Berlins ins Leben. Holtz war ein begeisterter Verehrer A. W. von Hofmanns, eines der eifrigsten Mitglieder der Deutschen Chemischen Gesellschaft, als deren Schatzmeister (seit 1880) er sich wie kein anderer um die Errichtung des Hofmann-Hauses (1900) verdient gemacht hat, das fortan der Gesellschaft als Heimstätte diente|

Auszeichnungen  
Dr. phil. h. c; KR.

Literatur  
G. Kraemer, in: Berr. d. dt. chem. Ges. 44, 1911, S. 3395 (P); B. Lepsius, in: Festschr. z. Feier d. 50j. Bestehens d. Dt. Chem. Ges., = Berr. d. Dt. Chem. Ges. 51, 1918 (Sonder-H.), S. 101 u. ö.; ders., 50 J. Chem. Fabrik auf Actien (vorm. E. Schering), 1921; H. Holländer, Gesch. d. Schering-AG, 1955; BJ 16 (Tl.).

Portraits  
Ölgem. v. H. H. Günter (Berlin N 65, Verwaltungsgebäude d. Schering-AG), Abb. in: Scheringbll. 2, 1936, S. 99.

Autor  
Hans Holländer
Empfohlene Zitierweise  

Holländer, Hans, „Holtz, Julius“, in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 555 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd137067216.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 9 (1972), S. 555 f.
Erwähnungen: 
NDB 16 (1990), S. 109*

PND: 137067216
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Index

Holtz, Julius

Name: Holtz, Julius
Lebensdaten: 1836 bis 1911
Geburtsort: Prenzlau (Uckermark)
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Chemieindustrieller; Apotheker
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Holländer, Hans
PND: 137067216

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Holtz, Julius

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137067216

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