<< Brechtel, Franz Joachim
Breckling, Friedrich >>
Brechtel, Stephan
Kunstschreiber und Mathematiker,
* 1523 Bamberg,
† 27.6.1574 Nürnberg. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Stephan aus Bamberg;
⚭ Nürnberg 29.8.1548 Veronica (
† 1582),
T des Dichters und Rektors der Sebald-Schule in Nürnberg Sebald Heyden (
† 1561); 4
S,
u. a. Christoph Fabius (1568–1622), 1604-12 Genannter des größeren Rats, wurde durch eine große Anzahl kunstvoller Drucke und Handschriften bekannt, Franz Joachim s. (1), Stephan (1558–87), gab das Werk seines
V über Kalligraphie heraus, 7
T,
u. a. Katharina, Malerin, im Stadtarchiv 1607-09 erwähnt.
Leben ↑
Brechtel zog um 1540 nach Nürnberg und war Schüler des Schreibmeisters Johann Neudörfer, sowie eines ungenannten Mathematicus in Amberg. Dann ging er nach Leipzig, bildete sich in der Mathematik aus und lernte bei Leonhard Sehofer auch die Büchsenmeisterkunst. Bei der Belagerung Leipzigs im Schmalkaldischen Krieg 1546/47 war er als Büchsenmeister tätig. Nach Nürnberg zurückgekehrt, leitete er dort eine Schreib- und Rechenschule und wurde 1548 Bürger. 1550 kaufte er das Wohnhaus des Bildhauers Veit Stoß der Ältere. Nach ihm ist die Brechtel-Gasse an dieser Straßenecke benannt. Während der Pest 1561 war Brechtel bis 1563 in Bamberg. In Nürnberg wurde er 1563 Genannter des Größeren Rats. Als Kalligraph hat er die deutschen Buchstaben proportionsmäßig durch die Geome
|trie zu verbessern getrachtet. Er verfaßte Schrift-Vorlagen und Schriften über Mathematik und Feldmeßkunst. Er war in seiner Zeit eine bekannte Erscheinung und wurde mehrmals auf Gemälden und Medaillen abgebildet. Sein Grabmal im Johanniskirchhof in Nürnberg trägt eine Bronzetafel mit Bildnis, Wappen und ehrender Inschrift.
Werke ↑
Wertvolle
Hs. d. 15 Bücher Euklids (
ehem. v. Ebnersche
Bibl. Nürnberg, später angebl. verkauft an Lord Spencer
Bibl. London); Wappen aller hohen Potentaten, derer Fürsten, Herren Freyherren
u. a. adelicher Personen, Nürnb. Privatbesitz (Vorläufer u. Anfang d. bekannten Siebmacher'schen Wappenbuches).
Literatur ↑
ADB III;
A. Jäger, Stellung u. Tätigkeit d. Schreib- u. Rechenmeister in Nürnberg im ausgehenden
MA u. zur Zeit d. Renaissance,
Diss. Erlangen 1925
(ungedr.);
G. Habich, Die
dt. Schaumünzen d. XVI.
Jh., 1931;
ThB.
Portraits ↑
Gem. v. Lucidel, Leipzig, Erben d.
Prof. Thieme.
Autor ↑
Kurt PilzEmpfohlene Zitierweise ↑
Pilz, Kurt, „Brechtel, Stephan“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
565 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd117630128.html
Brechtel, Stephan
Name: Brechtel, Stephan
Lebensdaten: 1523 bis 1574
Geburtsort: Bamberg
Sterbeort: Nürnberg
Beruf/Lebensstellung: Mathematiker; Kunstschreiber
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Pilz, KurtPND: 117630128