<< Bray
Bray-Steinburg, Otto Camillus Hugo Gabriel Graf >>
Bray, François Gabriel Graf (seit 1813)
bayerischer Diplomat,
* 25.12.1765 Rouen,
† 3.9.1832 Irlbach (Niederbayern). (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Pierre Augustin Camille,
S des Chevalier Pierre de Bray in Amiens und der Noble Elise Taillet;
M Anne,
T des Laurent Le Faon, Sieur de la Tremissinière, Capitain in Nantes, und der Noble Marie Madeleine Coeslier;
⚭ Dresden 1805 Sophie (1788–1855, evangelisch),
T des livländischen Rittergutsbesitzers Carl Otto von Loewenstern und der Anna Maria von Bayer;
S Otto s. (2).
Leben ↑
Als Malteserdiplomat in Rastatt gewann Bray die Achtung und die Freundschaft des späteren bayerischen Ministers Maximilian Graf Montgelas. Sein Übertritt in bayerische Dienste fällt mit dem Regierungsantritt des Kurfürsten Max IV. zusammen. Nach kurzen Missionen in Petersburg und London war er 1801-07 bayerischer Gesandter in Berlin. Als Nachfolger Gravenreuths im französischen Hauptquartier 1807/08 erreichte er für Bayern wichtige Gebietserwerbungen. 1808 übernahm er die Gesandtschaft in Petersburg, die er mit Unterbrechung bis 1822 innehatte. 1822-27 war er bayerischer Gesandter in Paris. - Bray, der als Grandseigneur alten Stils aus der bayerischen Außenpolitik dieser Jahre nicht wegzudenken ist, war neben dem Londoner Gesandten von Pfeffel der wichtigste außenpolitische Berater Montgelas'. Seine Gutachten sind für die Beurteilung der bayerischen Außenpolitik von größter Bedeutung. Auch nach Montgelas' Sturz hat er dessen Amtsnachfolger A. Graf Rechberg durch seine nüchterne Berichterstattung vor dem Fehler bewahrt, in Zar Alexander einen zuverlässigen Hort der liberalen Ideen zu sehen. Bray wurde auch der außenpolitische Berater Ludwigs I., ohne allerdings die Außenpolitik des mißtrauischen und allen möglichen Einflüssen zugänglichen Königs bestimmen zu können. 1827-31 war er bayerischer Gesandter in Wien. Im Oktober 1830 schickte Metternich Bray zu Ludwig I., um ihm seine Sympathie für den Bürgerkönig Louis Philippe auszureden. Von
|diesem Augenblick an sah der König in ihm mehr und mehr den Vertrauten Metternichs. In einer interessanten Denkschrift am Ende seines Lebens warnte Bray den König eindringlich vor allen außenpolitischen Abenteuern und befürwortete die föderative Einordnung Bayerns in die deutsche Staatenwelt. - Durch eine weit verbreitete Geschichte Livlands, wie auf dem Gebiet der Botanik erwarb er sich wissenschaftlichen Ruf, wofür er 1813 Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften wurde.
Werke ↑
u. a. Essai critique sur l'
hist. de la Livland, Dorpat 1817
(anonym): Mémoires du comte F. G. de
B.,
publ. par F. de
B., 1911
(P).
Literatur ↑
ADB LV
(L);
Aus d. Leben eines alten Diplomaten, 1901
(L, W, anonym, unter weitgehender Benutzung v. Erinnerungsbll.);
L.
v. Hoermann, Der
bayer.-
bad. Gebietsstreit, 1938;
A. Chroust, Gesandtschaftsberr. aus Bayern,
Abt. I-III, 1935–1950;
A. Müller,
Bayer. Politik und
bayer. Diplomaten
z. Z. Carl Theodors u. Max Josephs, 1954.
Portraits ↑
Privatbesitz Irlbach;
Lithogr. v. J. Kriehuber nach
Gem. v. J. Erden (
Graph. Slg. München);
P-
Slg. d.
Dt. Mus. München.
Autor ↑
Karl Otmar Freiherr von AretinEmpfohlene Zitierweise ↑
Aretin, Karl Otmar Freiherr von, „Bray, François Gabriel Graf“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
563
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118514741.html
Bray, François Gabriel Graf
Name: Bray, François Gabriel Graf
Lebensdaten: 1765 bis 1832
Geburtsort: Rouen
Sterbeort: Irlbach (Niederbayern)
Beruf/Lebensstellung: bayerischer Diplomat; Schriftsteller
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Aretin, Karl Otmar Freiherr vonPND: 118514741