<< Braun, Adolf
Braun, Lily Amelia Jenny Emilie Klothilde Johanna, verwitwete Gižycki, geborene von Kretschman >>
Braun, Heinrich
Sozialpolitiker,
* 23.11.1854 Budapest,
† 8.2.1927 Berlin-Zehlendorf. (israelitisch)
Genealogie
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Genealogie ↑
B Adolf s. (1);
⚭ 1)
N.N., 2) 1894 (geschieden 1896) Frieda Hantel, 3) 1896 Lily (s.3), 4) Julie (1883–1972), Kunsthistorikerin,
T des Dr. H. Vogelstein und der Rosa Kobrak;
S aus 1) Otto (
* 1897, gefallen 1918 Frankreich), Kriegsfreiwilliger, dessen „Nachgelassene Schriften eines Frühvollendeten“ (1920) Aufsehen erregten.
Leben ↑
Braun begann sein juristisches Studium in Wien. Angeregt von Lorenz von Stein, gemeinsam mit dem Freund und späteren Schwager Viktor Adler wurde er Sozialist. Er studierte Nationalökonomie und Staatswissenschaft in Straßburg 1878/79 (Georg Friedrich Knapp, Gustav Schmoller, Freundschaft mit Paul Natorp), in Berlin 1879/80 (Adolf Wagner, Ernst Engel) und Halle, wo er promovierte. Habilitation und Hochschullehrerlaufbahn scheiterten an seiner Konfession und an seiner Zugehörigkeit zur Sozialdemokratischen Partei. Seine bedeutende wissenschaftliche und politische Wirkung übte Braun durch die Redaktion führender Zeitschriften aus. Wie er 1883 die sozialdemokratische „Neue Zeit" mitgegründet hatte, so schuf er 1888 in Berlin das „Archiv für soziale Gesetzgebung und Statistik" (Mitarbeiter, seit 1903 Herausgeber: Werner Sombart und Max Weber), 1892 das aktuellen praktischen Fragen dienende „Sozialpolitische Centralblatt" (bis 1895). Die 1903 zusammen mit seiner Frau, Lily von Kretschman, herausgegebene politische Wochenschrift „Die Neue Gesellschaft", deren Finanzierung sein Vermögen kostete, sollte „ein Organ der Kritik - auch der eigenen Partei gegenüber“ werden. Sie scheiterte schon nach dem zweiten Heft, nachdem auf dem Dresdener Parteitag 1903 die orthodoxe Parteileitung das Ehepaar mit den anderen „Revisionisten“ heftig angegriffen hatte. Das Wiedererscheinen der Zeitschrift seit 1905 fachte den Widerstand der offiziellen Parteipresse neu an; 1907 mußte Braun mit der Zeitschrift seinen Kampf um die Erneuerung der Sozialdemokratie „aus dem Inneren der Partei selbst heraus" als aussichtslos aufgeben. In den „Annalen für soziale Politik und Gesetzgebung“ führte er von 1911 an Grundgedanken des „Archivs“ weiter.
Werke ↑
Aufsätze u. Miscellen in seinen
Zs. s.
Anm. v. Julie
B.-Vogelstein, Ein Menschenleben (s.
L);
Gesch. d. Lebensversicherung u. d. Lebensversicherungstechnik, 1925.
Literatur ↑
J.
B.-Vogelstein, Ein Menschenleben, H.
B. u. sein Schicksal, 1932
(W, P);
Enc. Jud. IV, 1929. -
Zu S Otto: Nekrolog
z. Kürschner, Lit.-Kal. 1901 bis 1935, 1936.
Autor ↑
Elisabeth HeimpelEmpfohlene Zitierweise ↑
Heimpel, Elisabeth, „Braun, Heinrich“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
546
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118673475.html
Braun, Heinrich
Name: Braun, Heinrich
Lebensdaten: 1854 bis 1927
Geburtsort: Budapest
Sterbeort: Berlin-Zehlendorf
Beruf/Lebensstellung: sozialdemokratischer Politiker
Konfession: jüdisch
Autor NDB:
Heimpel, ElisabethPND: 118673475