<< Braun.
Braun, Heinrich >>
Braun, Adolf
sozialdemokratischer Politiker,
* 20.3.1862 Laag (Steiermark),
† 13.5.1929 Berlin. (israelitisch, dann konfessionslos)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Ignaz (aus ungarisch Ostrau), Eisenbahnbauunternehmer,
S eines in Ungarn eingewanderten Gutsbesitzers in Yrmeny;
M Ida Neubrunn (Vorfahren aus Offenbach und Frankfurt, darunter rabbinische Gelehrte);
B Heinrich s. (2);
Schw Anna (
⚭ Viktor Adler,
† 1918);
⚭ Schw von Viktor Adler; 2
T.
Leben ↑
Durch seinen Bruder Heinrich wurde Braun schon als Gymnasiast in Wien zur sozialistischen Bewegung geführt und geriet alsbald unter den bestimmenden Einfluß Viktor Adlers. Sein Studium der Nationalökonomie, Geschichte und Philosophie, bei dem ihm K. Bücher in Basel der entscheidende und immer hochverehrte Lehrer wurde, schloß er 1888 in Freiburg (Breisgau) mit einer Dissertation „Zur Statistik der Hausindustrie" bei E. von Philippovich ab. Anschließend kehrte Braun nach Österreich zurück, beteiligte sich auf dem Hainfelder Einigungsparteitag an der Gründung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs (Jahreswende 1888/89) und arbeitete als Redakteur an der Wiener „Gleichheit", die 1889 unterdrückt wurde. Nach vorübergehender Tätigkeit an der „Münchener Post" und der „Sächsischen Arbeiterzeitung" in Dresden wurde er politischer Redakteur am „Vorwärts" in Berlin. 1898 - als Österreicher - aus Preußen ausgewiesen, siedelte er nach Nürnberg über, wo er, von zwei Unterbrechungen (1900–01, 1907-12: Redakteur an der „Wiener Arbeiterzeitung“) abgesehen, lange Jahre hindurch wirkte, zunächst als Arbeitersekretär, ab 1902 als Chefredakteur der „Fränkischen Tagespost“. Mit der Revolution wurde er Reichsdeutscher und gehörte der Nationalversammlung, dann dem Reichstag an. 1920 in den Parteivorstand nach Berlin berufen, befaßte er sich vor allem mit der Parteipresse und den wissenschaftlichen und literarischen Unternehmungen der Parteiverlage. 1927 schied er freiwillig aus dem besoldeten Parteiamt aus und verzichtete 1928 auf Neuaufstellung zur Reichstagswahl. Brauns Bedeutung liegt vor allem auf sozialpolitischem Gebiet. Einige seiner Untersuchungen über die Gewerkschaften, deren Entwicklung er konsequent und nachdrücklich förderte, haben grundlegende Bedeutung.
Werke ↑
u. a. Die Arbeiterschutzgesetze d.
europ. Staaten, I:
Dt. Reich, 1890; Zum Achtstundentag!, 1901; Die Warenhäuser u. d. Mittelstandspolitik d. Zentrumspartei, 1904; Die Tarifverträge u. d.
dt. Gewerkschaften, 1908; Die Arbeiterinnen u. d. Gewerkschaften, 1913; Die Gewerkschaften, ihre Entwicklung u. Kämpfe, 1914,
21921 (unter d.
|Titel: Die Gewerkschaften vor d. Kriege),
31925; Gewerkschaften, Betrachtungen u. Überlegungen während d. Weltkrieges, 1915; Sturmvögel d. Revolution, 1919; Geldrevolution u. Arbeitslohn, 1920; Der
Internat. Kongreß zu Genf, 1920;
Aufsätze u. Rezensionen, v. a. in: Der Kampf (Mithrsg.),
Ann. f. soziale Politik u. Gesetzgebung, Die Neue Zeit, Die
Ges. u. Archiv f.
Sozialwiss. u. Sozialpolitik.
Literatur ↑
V. Hartig, in: Sozialist.
Mhh.,
Bd. 68, 1929;
R. Seidel, in: Die
Ges. II, 1929;
Reichstags-
Hdb., III. Wahlperiode, 1924;
Kürschner, Gel.-Kal. 1928 bis 1929;
G. Mayer, in:
DBJ XI, S. 62-64 (u. Totenliste 1929,
L);
Enc. Jud. IV, 1929;
The Universal
Jewish Enc. II, 1940.
Portraits ↑
in:
Jb. d.
Dt. Sozialdemokratie f.
d. J. 1929, S. IX.
Autor ↑
Georg KotowskiEmpfohlene Zitierweise ↑
Kotowski, Georg, „Braun, Adolf“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
545 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118936654.html
Braun, Adolf
Name: Braun, Adolf
Lebensdaten: 1862 bis 1929
Geburtsort: Laag (Steiermark)
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: sozialdemokratischer Politiker
Konfession: jüdisch; konfessionslos
Autor NDB:
Kotowski, GeorgPND: 118936654