<< Maier, Fritz Franz
Maier, Michael >>
Maier, Hermann Nikolaus
Fischereifachmann,
* 14.5.1877 Stuttgart,
† 16.6.1941 München. (lutherisch)
Genealogie
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Genealogie ↑
V Friedrich (1845–1922),
Dr. phil.,
Gymnasialprof. in Tübingen (
Altphilol.), Schriftleiter d. „Psych.
Stud.“,
S d. Friedrich u. d. Wilhelmine Köstlin;
M Anna Adam aus Tübingen;
B Friedrich
M.-Bode (1868–1951),
Oberstudiendir. u. Landesökonomierat (s.
L);
⚭ Braunschweig 1906 Alice (1885–1968),
T d. Wilhelm Lambrecht (1838–89), Zuckerfabrikinsp. in Broistedt
b. Braunschweig, u. d. Bertha Klages; 2
S, 3
T .
Leben ↑
M. studierte zunächst Mathematik, dann Naturwissenschaften, überwiegend an der
Univ. Tübingen und promovierte 1902 mit einer Dissertation „Über den feineren Bau der Wimperapparate der Infusorien“. 1902-04 war er als Assistent an der
Preuß. Biologischen Anstalt auf Helgoland sowie an Bord des Forschungsdampfers „Poseidon“ tätig. 1904-06 Assistent am Zoologischen Institut der Universität Tübingen, fertigte
M. gemeinsam mit B. W. Sukatschoff die Übersetzung und Bearbeitung des „Lehrbuchs der vergleichenden Anatomie der Wirbeltiere“ von W. Schimkewitsch aus dem Russischen ins Deutsche (1909,
21921). Nebenher legte er beide Staatsprüfungen für den naturwissenschaftlichen Unterricht an höheren Schulen ab.
Durch den Besuch eines fischereibiologischen Lehrgangs bei Bruno Hofer in München wurde sein besonderes Interesse für die Binnenfischerei geweckt.
M. übernahm 1906-09 das neu geschaffene Amt eines Kreiswanderlehrers für Fischerei in Oberbayern. 1909/10 wurde er zum stellvertretenden, anschließend zum etatmäßigen Landesinspektor für Fischzucht im
Bayer. Staatsministerium des Innern mit der Amtsbezeichnung „Landesfischereirat“ bestellt (1917 Regierungsrat, 1920 Oberregierungsrat); dieses Amt übte
M. bis zu seinem Tod aus. Daneben war er in zahlreichen weiteren Neben- oder Ehrenämtern tätig. Er förderte im Rahmen des 1908 in kraft getretenen Fischereigesetzes vor allem das fischereiliche Genossenschaftswesen und setzte sich für die Anstellung hauptamtlicher Kreisfischereiräte in allen
bayer. Regierungsbezirken ein. 1916-19 wurde
M. für eine Tätigkeit am Kriegsernährungsamt in Berlin beurlaubt. Er war Stellvertreter des Reichskommissars für die Fischversorgung, Leiter der Abteilung Süßwasserfische sowie Vorsitzender des Ausschusses für Fischereibedarf. Er nahm als Mitglied des Reichswirtschaftsrates als Kommissar an den Verhandlungen der deutschen Friedensdelegation mit der Reparationskommission der Ententestaaten in den Jahren 1920-21 in Paris teil, wobei es ihm gelang, die Wiedergutmachungsleistung der deutschen Fischzuchtbetriebe zu senken. Zudem wirkte er im Reichswasserstraßenbeirat und war außerdem viele Jahre Beisitzer im Reichswirtschaftsgericht.
1910-35 unterrichtete
M. als Fachlehrer, seit 1914 zugleich als Direktor der Fischereischule des
Bayer. Landesfischereivereins in Starnberg, darüber hinaus von 1923-36 als Leiter seiner Fischzuchtanstalten. Seit 1924 nahm er einen Lehrauftrag für das Fach „Fischzucht“ an der
TH München, Landwirtschaftliche Abteilung, wahr. Mit zahlreichen Veröffentlichungen in der Fachpresse, besonders in der von ihm 1916-37 redigierten „Allgemeinen Fischerei-Zeitung“, sorgte er für ausführliche Information der Fischer. 1919 wurde
M. zum Präsidenten des Deutschen Fischereivereins, 1923 auch zum Vorsitzenden des
Bayer. Landesfischereivereins gewählt. Seine Tätigkeit für die Fischereiorganisationen endete mit deren Gleichschaltung 1934–36.
Werke ↑
Weitere W u. a.
Grundzüge d. Karpfenteichwirtsch. 1931 (mit J. Hofmann);
Kap. „Fischzucht“ u. „Fischkrankheiten“, in:
Lehrb. f. d.
naturwiss.-landwirtsch. Unterricht, 1908 ff. -
Mithrsg.: Hdb. d. Binnenfischerei Mitteleuropas, 1924 ff. (mit R. Demoll).
Literatur ↑
Fischerei-
Ztg. 30, 1927, S. 393-95
(P);
Allg. Fischerei-
Ztg. 52, 1927, S. 157-59
(P);
P. Röhler,
ebd. 66, 1941, S. 102 f.
(P);
Der Sportfischer 4, 1927, S. 157-60
(P);
P. F. Meyer-Waarden, Aus d.
dt. Fischerei, 1970
(P);
G. Keiz,
Bayer. Landwirtsch.
Jb. 55, 1978, S. 10-12
(P);
Wi. 1935. -
Zu B Friedrich: Bayer. Agrar.gesch., 1954, S. 870. -
Zu V Friedrich:
M. Köstlin, Das Buch d.
Fam. Köstlin, 1930.
Autor ↑
Günter KeizEmpfohlene Zitierweise ↑
Keiz, Günther, „Maier, Hermann Nikolaus“,
in: Neue Deutsche Biographie
15
(1987), S.
702 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd140034129.html
Maier, Hermann Nikolaus
Name: Maier, Hermann Nikolaus
Lebensdaten: 1877 bis 1941
Geburtsort: Stuttgart
Sterbeort: München
Beruf/Lebensstellung: Fischereifachmann
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Keiz, GüntherPND: 140034129