<< Brandes, Georg Friedrich
Brandes, Ernst >>
Brandes, Alwin
Gewerkschaftsführer,
* 12.6.1866 Groß-Schönau (Kreis Zittau),
† 6.11.1949 Berlin. (konfessionslos)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Aus Handwerkerfamilie;
V August, Schlosser, vorübergehend auch kleiner Unternehmer und selbständiger Gewerbetreibender, aus Ilsenburg (Harz);
M Amalie,
T des Wachstuchfabrikanten Fischer aus Chemnitz;
⚭ 1889 Minna Bennemann (
† 1952); 3
K.
Leben ↑
Brandes besuchte die Bürgerschule, wurde Schlosser und arbeitete nach der Gesellenprüfung in Maschinenfabriken in Magdeburg, Halle und Leipzig. Aus dem Militärdienst (1886–89) als Unteroffizier entlassen, war er neben seinem Beruf agitatorisch für die Sozialdemokratie, seit 1894 für den Deutschen Metallarbeiter-Verband (DMV) tätig. 1900 wurde er Geschäftsführer des Verbandes in Magdeburg, kurz darauf Stadtverordneter, während der Revolution vorübergehend auch Stadtrat. Auf dem Stuttgarter Verbandstag des DMV im Oktober 1919 wurde er als Vertreter der Opposition gegen die Verbandsleitung (Schlicke) neben Dißmann und Reichel zum Vorsitzenden des Hauptvorstandes des DMV gewählt. Nach Dißmanns Tod (1926) war er der unbestrittene Führer der deutschen Metallarbeiter bis 1933. Dem Reichstag gehörte er 1912-24 und 1928-33 an. Unter der nationalsozialistischen Diktatur war er vorübergehend in Haft. 1945 baute er in seinem Wohnbezirk Berlin-Köpenick (russischer Sektor) die
SPD mit auf und bekämpfte deren Zwangsvereinigung mit der
KPD. 1946 wurde er zum Bezirksverordneten-Vorsteher in Köpenick gewählt. Am Wiederaufbau eines selbständigen Metallarbeiter-Verbandes (in Opposition gegen den von Kommunisten geleiteten Freien Deutschen Gewerkschaftsbund) war er hervorragend beteiligt (1948).
Literatur ↑
Reichstagshdb., VIII. Wahlperiode, 1933, S. 105
(P);
A.
B., Leben u. Wirken eines
dt. Gewerkschaftsführers,
hrsg. v. P. Ufermann, 1949
(P);
Wi. IX, 1928.
Autor ↑
Georg KotowskiEmpfohlene Zitierweise ↑
Kotowski, Georg, „Brandes, Alwin“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
520
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd122898257.html
Brandes, Alwin
Name: Brandes, Alwin
Lebensdaten: 1866 bis 1949
Geburtsort: Groß-Schönau (Kreis Zittau)
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Gewerkschaftsforscher
Konfession: konfessionslos
Autor NDB:
Kotowski, GeorgPND: 122898257